Pegelstände an Lippe, Emscher und Ruhr

Also, ett gibbet schon wieder die ersten Warnungen vor Hochwasser im Ruhrpott und auch im Sauerland. Schließlich liegt da eine Menge Schnee, die jetzt abtauen wird und auf die Bäche und Flüsse wie ein zusätzlicher Dauerregen wirkt. Neben dem, der aktuell auch schon runterkommt.

Da in den Talsperren aber bereits Platz geschaffen wird durch größere Abgaben und insgesamt nicht so viel bis zum Wochenende regen soll wird es alles schon nicht so schlimm werden.

Aber schaut doch selber mal rein, hier sind die Links auf die aktuellen Pegelstände von Emscher-Lippe und Ruhrverband:

Pegel Emscher-Lippe

Pegel Emscher-Lippe

Pegel Ruhrverband

Pegel Ruhrverband

Der Ruhrverband gibt auch einen aktuellen Lagebericht aus.

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Update: Grimbergbrücke

Gruppenfoto zum Namenswettbewerb, Foto (c): Stadt Gelsenkirchen

Gruppenfoto zum Namenswettbewerb, Foto (c): Stadt Gelsenkirchen

Die Brücke am Rhein-Herne-Kanal hat nicht nur einen Preis gewonnen sondern auch einen neuen Namen. Sie heißt jetzt Grimberger Sichel. Aufgund der geschwungenen Form der Stahlkonstruktion durchaus ein gelungener Name.

Aus der Pressemitteilung des idr:

„Die Jury mit RVR-Bereichsleiter Ulrich Carow und Stadtdirektor Michael von der Mühlen entschied sich für die Bezeichnung „Grimberger Sichel“. Auf diesen Namen wurde die Brücke über dem Rhein-Herne-Kanal jetzt offiziell getauft. Sie verbindet die Erholungsgebiete nördlich und südlich des Kanals und schafft als Verlängerung der Erzbahntrasse Anschluss an den Emscher Park Radweg.“

Wer noch ein wenig mehr über die Brücke lesen will:

Nahebei gelegen sind:

Bloggen auf der B1 und aufe A40

Hallo liebe Bloggerwelt, seid ihr auch alle aufem Stillleben? 😉

Nur wer ist wo?

Nachher sitzen wir vielleicht einen Blog Block auseinander und wissen datt gar nich?

Mal schauen wen ich so zusammen kriege. Bitte in den Kommentaren melden oder zwitschern, dann nehm ich euch auf. Hier erstmal die von Zwanzig10.de

Und außerdem:

Glück Auf! von Pottmone

Auch nochmal schöne Bilder. Und die Musik gefällt mir diesmal besser ;-).

Quelle: Ruhrpott-Galerie von Pottmone

Gerd Petermeyer „fotografiert“ das Ruhrgebiet in Öl

Er hat ein Atelier in einem ehemaligen Stellwerk. Es liegt gegenüber dem Sanaa-Gebäude nahe Schacht 12 der Zeche Zollverein an der Gelsenkirchener Straße, natürlich direkt an der Bahnlinie mit Blick auf die Strebergärten. In mehreren Jahre Fleißarbeit hat er das abbruchreife Gebäude von Grund auf saniert und zu einem Schmuckstück umgebaut. Samstags ist es geöffnet, von 15:00 bis 18:00 Uhr und ansonsten einfach anrufen.

Er „fotografiert“ das Ruhrgebiet in Ölbildern. Früher hat er nur Fotos gemacht. An der Kunstakademie Düsseldorf hatte er sowohl Malerei und Zeichnung als auch Fotografie studiert. Ab 1989 diesen ihm die Fotos aber nur noch als Vorlage für seine detailgetreuen, fast epdantischen und völlig unromantischen Ölbilder.

Er bezeichnet seinen Stil als „malerischen Realismus„. Selbst die sonne zwischen zwei Bäumen am Baldeneysee stellt er in Schwarz, Weiß und abgestuften Grautönen dar. Ebenso Rohre, Rost, einen gepflasterten Feldweg im Regen, ein Stahlwerk, Menschen im Alltag, Straßenbilder und Halden, auch Fragmente wie eine Steckdose oder ein Überdruckventil.

Hauptberuflich ist Gerd Peterneyer Lehrer an einem Gymnasium in Essen. Nebenbei findet er aber immer wieder Zeit für seine Bilder oder sogar ein paar Ausstellungen.

Ökostadt im Ruhrgebiet

Im Ruhrpott wird stark an der Ökostadt gearbeitet, les ich in den Nachrichten. Auf Neudeutsch heißt das dann Innovation City Ruhr.

Solarmodule & Sonnenkollektoren, Bild von KMJ, Wikipedia. Lizenz: cc-b-sa 3.0

Solarmodule & Sonnenkollektoren, Bild von KMJ, Wikipedia. Lizenz: cc-b-sa 3.0

Ich hatte sowas ähnliches schon mal für meinen Heimatort vorgeschlagen: ein Neubaugebiet rein für ökologisches Bauen auszuschreiben, mit Solar-/Windenergie und evtl. noch einem zentralem Heizblockkraftwerk, Regenwassersammelanlage und Trennung von Trink- und Nutzwasserkreisläufen, biologische Vorklärung der Abwässer, natürlich Niedrigenergie- und Passivhäuser, einheimischer Grünanlagenbepflanzung, …, aber wollte keiner, wäre zu teuer und kein Bedarf und vor allem: ohne Fördermittel sei das nicht zu stemmen. Und das war ein Neubaugebiet, wie gesagt.

Dem Initiativkreis Ruhrgebiet geht es aber um den Umbau einer bereits vorhandenen Stadt(teils), im WAZ-Artikel steht im kleinen Kästchen nebendran:

„Praxistest. Um die Innovationen im Sektor Energie-Erzeugung und Energie-Effizienz besser zu vermarkten, soll ihre Umsetzbarkeit vor Ort demonstriert werden. Innovation City wird also ein Praxistest. Der Initiativkreis Ruhr setzt dabei auf die Erneuerung gewachsener Stadt- und Gebäudestrukturen. Sein Ziel ist es, Kohlenstoffdioxid-Minderung mit höherer Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit zu kombinieren. Dabei sollen die Synergien der Unternehmen genutzt und solche Projekte umgesetzt werden, die einzelne Akteure alleine nicht realisieren könnten.“

Stromtankstelle, Bild von Flominator, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Stromtankstelle, Bild von Flominator, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Wie wäre es zum Beispiel mit der Bereitschaftssiedlung in Marl nahe dem Chemiepark? Häuser mit vier bis sechs Einheiten, nahe beieinander mit viel Grün drumrum, auf die Dächer Solaranlagen setzen, Häuser besser isolieren, Heizungen umstellen auf irgendetwas was per Pipeline vom Chemiepark geliefert werden könnte, die Fahrzeuge umrüsten auf Elektro- oder Hybridantriebe und den Strom aus dem neuen geplanten Kraftwerk beziehen, vielleicht noch eine Station mit CityRad Ruhr aufbauen, … , wissenschaftlich begleitet durch das hiesige Science-to-Business Center. Hmmm, viele Häuser schon in Privatbesitz? Windräder mitten in der Stadt nicht durchsetzbar? Liegt nicht tief genug im Kohlenpott? Schade, wo doch der Projektleiter im Initiativkreis, Alfred Oberholz, sich hier als ehemaliger Degussa- und Evonik-Vorstand gut auskennt. Der hat übrigens laut dieser Zitatsammlung was sehr Interessantes dazu gesagt: „Forschung ist die Umwandlung von Geld in Wissen, Innovation ist die Umwandlung von Wissen in Geld.“

Da bin ich ja gespannt was bei der Innivation City rauskommen wird. Selbst in der FTD wird berichtet:

„Mitten im ehemaligen Kohlerevier soll eine 50.000- Einwohner-Stadt mit allen derzeitigen technischen Möglichkeiten zur Ökostadt umgebaut werden. Das Ziel sind gut 50 Prozent CO2-Einsparung durch Wärmedämmung der Häuser, Optimierung der Industrie, Elektroautos, Windräder und Solaranlagen.
Zugleich soll die ganze Stadt saniert und erneuert werden – ein Sechser im Lotto für jeden Bürgermeister. Die Investitionshöhe wird bisher nicht genannt, sie dürfte enorm sein. Die Industrie hofft aber, einen Großteil der Kosten durch Verkauf des Know-hows an andere Städte und Export wieder herein zu bekommen.“

Ja, Bingo! Die Städte konkurrieren seit jeher nicht nur um Industrie- oder Kulturansiedlungen, sondern auch um Sanierungs– und Renovierungsgelder. Das war schon bei den Zechensiedlung oder der IBA Emscher Park so. Geht einfach nur weiter. Da gefällt mir zumindest die Forderung der Linken im Ruhrparlament nach Beteiligung der Öffentlichkeit.

Aber jetzt hör ich mal auf zu meckern. Immer diese schlechte Stimmung wenn was Neues im Ruhrgebiet entwickelt wird. Ach, so neu ist das gar nicht? Gibt es schon überall auf der Welt? Selbst in China?

Weitere Infos findest du:

Die Projektfabrik

Die Projektfabrik e. V. ist die Intuition hinter dem Funkensprung. 2005 gegründet von der Diplomsozialarbeiterin Sandra Schürmann, 2006 bereits mit dem Deutschen Förderpreis für Jugend in Arbeit ausgezeichnet und anschließend noch weitere Preise eingeheimst (das Geld wurde reinvestiert ins Projekt). Das Konzept ist die Verknüpfung von Theater und Arbeitsvermittlung bzw. das Fitmachen für den Job. Die „Kunden“ des Vereins (hinter den Teilnehmern) sind die ARGE- Jobvermittlungszentren und Bildungsträger. Bis heute wurden 74 Projekte angegangen, davon laufen derzeit noch 21. Fast anderthalbtausend junge Menschen haben durch die Arbeit der Projektfabrik ihr Leben grundlegend verändert.

Der Hauptsitz der Projektfabrik ist in Witten, Nebenstellen gibt es in Castrop-Rauxel und Bochum, weitere Aktivitäten in den Niederlanden und der Schweiz.

Aktivstes Projekt ist derzeit JobAct (R), ein Konzept bei dem die jugendlichen Arbeitslosen im ersten Part (5 Monate) ein Theater aufbauen und erarbeiten (von der Themenfindung über Texte, Kostüme, Bühnenbild, Vermarktung bis zur Premiere)  und im zweiten Part (ebenfalls 5 Monate) einen selbst organisierten Praktikumsplatz in der freien Wirtschaft besuchen. Für die Suche werden sie mit Bewerbungstraining fitgemacht, die ganze Aktion wird von Theater- und Sozialpädagogen begleitet. Zu 60% ergibt sich aus dem Praktikum eine Festanstellung, die „normale“ Vermittlungsquote beträgt dagegen nur 30%.

Aktuell laufen JobAct Projekte in Barsinghausen (Premiere des Theaterstücks „Die sieben Brücken“ ist am 30. März 19:00 uhr im Kulturzentrum Barsinghausen KuBa), in Bochum und Münster, in Berlin und und und.

Mit Lingua Szena gibt es auch eine Art JobAct speziell für menschen mit Migrationshintergrund.

Sonst noch zu empfehlen? Das Weblog der TeilnehmerInnen und der umfangreiche Pressespiegel.