Die Grimbergbrücke bekommt einen Preis …

Grimbergbrücke, Foto von Klaus Kuliga, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Grimbergbrücke, Foto von Klaus Kuliga, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

… und die Erzbahnstrecke wollte ich euch sowieso nochmal ans Herz legen.

Die Grimbergbrücke bildet den Abschluss des Wander- und Radweges am Rhein-Herne-Kanal in Höhe des Grimberghafens (daher der Name). Der halbkreisförmige Bogen aus Stahl mit einer Spannweite von 150 Metern hängt nur an einem einzigen 48 Meter hohen Stahlpylon auf der Nordseite des Kanals, der wiederum nur zwei Abspannungen als Konter hat (das Foto ist von einem dieser Anker aus gemacht worden). Beide Seiten haben Rampen, sodass man da gut rauf und runter kommt. Noch ein paar Zahlen: 600 Kubikmeter Beton, 400 Tonnen Stahl, 235 Meter Großbohrpfähle für die Widerlager und 465 Meter Seile für die Hängekonstruktion, Baukosten 3 Mio €.

Bauherr war der RVR (Ergebnis des ausgeschriebenen Wettbewerbes), das Ingenieurbüro Schlaich hat die Brücke geplant. Ausgeführt haben Bergermann & Partner aus Stuttgart, die IHT GmbH aus Bochum und der Stahlbau Raulf aus Duisburg. Alle gemeinsam erhalten sie den nur alle zwei Jahr vergebenen European Steel Bridges Award 2010, Kategorie „Fußgängerbrücken“  am 22. September in Istanbul.

Aus der Pressemeldung des idr:

Der Europäische Preis wird jährlich verliehen und ist nicht dotiert. Er würdigt herausragende Stahl-Brücken-Konstruktionen in Europa. Für den diesjährigen Preis waren 37 Brücken in drei Kategorien nominiert worden. Die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal verbindet die Erholungsgebiete nördlich und südlich des Kanals und schafft als Verlängerung der Erzbahntrasse Anschluss an den Emscher Park Radweg.

Pfeilerbrücke Erzbahn, eigenes Bild (c)

Pfeilerbrücke Erzbahn, eigenes Bild (c)

Die Erzbahntrasse, die von hier aus bis zur Jahrhunderthalle in Bochum führt ist eine sehr schöne und ungewöhnliche Radstrecke, circa 10 km lang. Höher gelegen als die üblichen Eisenbahnlinien verfügt sie über viele Brücken, die aufwendig repariert und aufbereitet wurden, zum Beispiel die 334 m lange Pfeilerbrücke. 1918/19 errichtet, 14 m über Bodenniveau, überspannte die Güterstrecke Gelsenkirchen-Wanne und die Köln-Mindener-Strecke und schloss die Zeche Alma an den Grimberghafen an. Die einzelnen Kastenfelder konnten bei Bergschäden nachgestellt werden. Und so geht es weiter, die weiteren Brücken erzählen alle ein wenig Baugeschichte. Und wer sich dafür nicht so sehr interessiert, der kann einfach nur ein wenig oberhalb des normalen Alltags fahren. Allerdings hätte ich auch gerne zwei Verbesserung: Ab und zu mal eine Sichtachse in die Pflanzen rechts und links des Weges schneiden (ist nämlich auf dem Rest der Strecke ziemlich zugewachsen) und eine Gaststätte oder Bude darauf aufbauen, es gibt nämlich keine Versorgung auf der Strecke.

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