Filmstiftung NRW prämiert Programmkinos auch im Ruhrpott

In der Pressemeldung des idr heißt es zwar so schön Metropole Ruhr aber bleiben wir mal bei dem was wir wirklich sind;-). Und Kino machen gehört auch dazu, von daher freuen mich die Preise und Preisgelder sehr. Aber zunächst mal die PM:

„Metropole Ruhr (idr). 86.000 Euro Preisgeld fließen an 13 Programmkinos in der Metropole Ruhr. Mit dem Kinoprogrammpreis zeichnet die Filmstiftung NRW alljährlich Filmtheater für herausragende Programmarbeit aus. Insgesamt wurden 50 NRW-Kinos mit 384.000 Euro prämiert.
Zu den ausgezeichneten Kinos gehören: Casablanca, Endstation und Metropolis in Bochum, Camera und Schauburg in Dortmund, Astra & Luna, Eulenspiegel und Galerie Cinema in Essen, Schauburg in Gelsenkirchen, Filmriss in Gevelsberg, Babylon in Hagen sowie Kino im Walzenlager und Lichtburg in Oberhausen. Vergeben wurden sowohl Programmprämien als auch Kinder- und Jugendprogrammprämien.
Den höchsten Förderbetrag unter allen Kinos im Ruhrgebiet erhält mit 12.000 Euro das Bochumer Kino Endstation. Das Filmforum in Duisburg wurde mit einem undotierten Sonderpreis ausgezeichnet.“

Schauburg Dortmund, Bild von Smial, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Schauburg Dortmund, Bild von Smial, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Und dann such ich mal die Links zusammen:

 

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Tag des offenen Denkmals im Ruhrpott

Am 12. September 2010 (also heute;-) findet europaweit der Tag des offenen Denkmals statt. Der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“ steht dieses Jahr unter dem Motto: Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr.

Auch im Ruhrpott können viele Bauwerke und Denkmäler besichtigt werden, die sonst nicht geöffnet sind. Dazu gibt es Veranstaltungen und Aktionen. Den schnellsten Überblick bekommst du mit diese Google Map.Dort kannst du dir auch einen Merkzettel zusammenstellen mit den Sachen, die du dir ausgesucht hast. Sehr praktisch.

Ich zwitschere ja schon den Vormittag über verschiedene Möglichkeiten, hier ein paar:

  • Siedlung Mausegatt in Mülheim an der Ruhr (Wikipedia, Förderverein), Mausegattstraße, Kreftenscheerstraße, auf 11:00 – 15:00 Uhr, um 12 Uhr Vortrag & Bildershow zum Thema „Ruhrschifffahrt – Relikte der Vergangenheit“, Ausstellung: Verkehr der Kohle unter und über Tage, Veranstaltungen im Gerätehaus, Ludwigstraße 22
  • weitere offene Denkmäler in Mülheim findest du auf dieser Seite (Danke an Geewing für den Tipp!)
  • Villa Vogelsang in Essen Horst, Antonienallee 1, gebaut 1846-48 im Stil der Schinkelschule, heute Hotel, Wohn- und Büroräume (Wikipedia, Homepage, Linushotel), auf 14:00 – 18:00 Uhr, Führungen um 14:30, 16:00 und 17:30 Uhr
  • ehemaliger, sehr repräsentativer Bahnhof in Duisburg Hamborn (Markgrafenstr.130) von 1908 an der Strecke Oberhausen–Wesel, auf 12:00-14:00 Uhr (Wikipedia)
  • Zeche Consolidation mit dem Zentralschacht 9 in Gelsenkirchen Bismark, auf 11:00-18:00 Uhr, stündl. Führungen: Doppelbock und Dampfmaschine – Treff: südl. Maschinenhaus, Ausstellung zur Geschichte der Zeche, zur Bergarbeit und zum bergmännischem Brauchtum (Wikipedia, Homepage)
  • Wasserturm am Dortmunder Südbahnhof (Heiliger Weg 60), erbaut 1923 bis 1927 für die Deutsche Reichsbahn, 43 m hoch, 2 zwei zylindrischen Beton-Wasserbehälter mit 800 m³, auf 12:00-16:00 Uhr, Führung: 12:00 – 13:30 – 15:00 Uhr (Wikipedia)
  • In Werne verstanstaltet das Stadtmuseum eine Führung auf dem Jakobsweg zum Kapuziner-Kloster mit Besichtigung des Pesthauses, Start 11:00 Uhr (also husch!), Treff ist am Kirchhof 13 (Wikipedia, Homepage), Museum lohnt sich aber auch so!
  • In Waltrop gibt es das Schiffshebewerk im Schleusenpark, auch die Zeche Waltrop mit Manufactum und anderen Firmen sind gut bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht Gut Nierhof oder die Ruine Wilbringen, siehe Programm.
  • Die Cunosiedlung in Hagen ist von 12:00-16:00 Uhr geöffnet, 12:50 startet eine Führung (RIK, Hagen) – außerdem sind verschiedene Villen geöffnet so z. B. Villa Post, heute VHS

Wenn ihr noch Tipps wisst oder interessante Besichtigungen gemacht habt dann meldet euch doch mal in den Kommentaren, Danke!

Die Ruhrstauseen

Trinkwasserbrunnen Ruhr in Essen, Bild von Simplicius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Trinkwasserbrunnen Ruhr in Essen, Bild von Simplicius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Nach dem Unwetter gestern, wo wirklich lecker Wasser bei uns runterkam hier mal eine ganz gegenteilige Meldung vom Ruhrverband: Der  Juni war der trockenste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen!

Essen (idr). Das Einzugsgebiet der Ruhr hat in diesem Jahr den trockensten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen Ende des 19. Jahrhunderts erlebt, so der Ruhrverband in Essen. Im Mittel fielen nur 28 Litern pro Quadratmeter, das sind 31 Prozent der durchschnittlichen Juni-Niederschlagsmenge. Um die überregionale Wasserversorgung sicherzustellen, gibt der Ruhrverband aus seinen acht Talsperren im Sauerland zurzeit verstärkt Wasser ab. Da die Talsperren zu 87 Prozent gefüllt sind, ist die Wasserversorgung bis zum Winter gesichert, auch wenn der Sommer heiß und trocken bleibt.

Zum Vergleich, bei uns kamen alleine gestern innerhalb von 2 Stunden 13 Liter pro Quadratmeter runter. Aber das war ja auch schon Juli. Zurück zum Thema, die Ruhrstauseen:

Ruhrseen, Zeichnung von Helfmann, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa

Ruhrseen, Zeichnung von Helfmann, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa

Die meisten wurden in den 1920er und 30er Jahren angelegt, zwei kamen später noch dazu. Sie dienen zur Regulierung des Wasserstandes in der Ruhr (Hochwasser auffangen und in Trockenzeiten Wasser in die Ruhr ablassen) und zur Reinigung des Wasser (wie eine Art großes Absetzbecken bzw. biologische Kläranlage). Das Trinkwasser für große Teile des Ruhrgebiets wird aber nicht direkt den Stauseen entnommen sondern entlang der Ruhr durch Uferfiltrat gewonnen. Und daneben werden die Stauseen auch zur Energiegewinnung und für Freizeitaktivitäten genutzt.

Koepchenwerk am Hengsteysee, Bild von Markus Schweiss, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Koepchenwerk am Hengsteysee, Bild von Markus Schweiss, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Bereits um die Jahrhundertwende gab es Kraftwerksbetreiber, die an Wupper, Lenne, Fuelbecke und anderen Bächen Speicherbecken bauen wollten und durch den Beitragszwang im preußischen Wassergenossenschaft-Gesetzes vom Mai 1891 lohnte sich das auch finanziell. Leider wurde der Ruhr dadurch aber eine Menge abgezwackt, sodass das Ruhrgebiet auf dem Trockenen saß.

Was macht man in so einer Konfliktsituation?

Ruhrviadukt Herdecke am Beginn des Harkortsees, Bild von Stefan Scheer, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Ruhrviadukt Herdecke Beginn des Harkortsees, Bild Stefan Scheer, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Nun ja, man wirft alle Beteiligten in einen Topf, 1899 wurde der Ruhrtalsperrenverein gegründet, 1913 in eine Körperschaft des öffentlichen Rechts überführt. Das ebenfalls 1913 erlassene Ruhrreinhaltungsgesetz gilt übrigens bis heute. Mehr Geschichte findest du bei 100 Jahre Talsperren an dder Ruhr, auch zum Bau der Staumauern und mit interessanten Fotos und Zeichnungen.

Nun aber zu den Seen selbst, von der Ruhrquelle in Richtung Mündung:

Villa Hügel 1907 an der Ruhr, der Baldeneysee existiert noch nicht, Wikipedia, public domain

Villa Hügel 1907 an der Ruhr, der Baldeneysee existiert noch nicht, Wikipedia, public domain

  • Baldenneysee, mit Abstand der größte der Seen, 1933 fertig geworden, ursprünglich als Absetzbecken gebaut, dient auch zur Schiffbarmachung der Ruhr (ab hier Landeswasserstraße), liegt im Süden von Essen, Villa Hügel guckt genau drauf. Im Sommer am Wochenende regelmäßig übervoll. Riesiges Freizeitangebot von Segeln, Kanu-, Kajakfahren und Surfen, Wandern, Joggen, Radfahren und Skaten, Schifffahrt, Angeln, Vogelschutzgebiet Heisinger Aue, Campingplätze, coole Gastronomie wie Seaside Beach, 2008 große Feier zum 75jährigen. Im Kulturhauptstadtjahr natürlich besonders wichtig: die Ruhr-Atolle. Baden ist im See nicht erlaubt. Zum Empfehlen ist noch das Deilbachtal nahebei.
Der schmale Kettwiger See, Foto von Heinz Albers, Wikipedia, Lizenz: vv-by-sa 3.0

Der schmale Kettwiger See, Foto von Heinz Albers, Wikipedia, Lizenz: vv-by-sa 3.0

  • Kettwiger See, der zweitkleinste Stausee an der gleichnamigen Ortschaft, dient der Flussklärung und -aufstauung für die Schifffahrt. Er sieht eigentlich gar nicht wie ein Stausee aus, so lang gezogen wie er ist. Am Wehr ist ein Kraftwerk versteckt, das auch noch Luft ins Ruhrwasser einbläst (kein Fischsterben mehr in heißen Trockenzeiten!). Von dort kann man über einen Leinpfad unter der Mintarderbrücke hindurch bis nach Mülheim mit dem Rad fahren. Freizeitspaß gibt es ähnlich wie am Baldeneysee, nur etwas kleiner und ruhiger. Empfehlen kann ich die Altstadt Kettwig und das Restaurantschiff Thetis.

Tag 97

Erst die viele Arbeit, dann der Urlaub. Ich komm kaum noch zu einem Tag für Tag. Versuchs nochmal. Wenn es dann nicht funkt überleg ich mir ein anderes Format.

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Viel Wahres dran aber nur die eine Seite der Medaille ist das Loblied und der Erklärbär aufs Ruhrgebiet von Alfons Pieper: Ein Revier für die Kultur. Alfons Pieper ist der Frontmann des Weblogs: „Wir in NRW„.

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In Duisburg ist ab morgen „Kunsthandwerkerfestival„. Bis zum verkaufsoffenen Sonntag. Leider findet sich kaum was im Internet, eine Pressemitteilung und eine wenig aussagekräftige Homepage.

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Collection Tours Bus, (c) Foto: Jens Nober/Museum Folkwang

Collection Tours Bus, (c) Foto: Jens Nober/Museum Folkwang

In Hagen geht am Sonntag, den 10. April, eine Collection Tours los. Leitmotiv der Tour Ost/West ist diesmal „Nicht-Vergessene Zeiten – Das politische Gedächtnis der der Kunst„. Mit einem der typischen Busse geht es vom Startpunkt (Osthaus Museum Hagen, 11:00 Uhr) nach Duisburg zum MKM Museum Küppersmühle und nach Bochum ins Kunstmuseum Bochum. Die Rückkehr ist für 17:00 Uhr geplant. In den drei Museum und im Bus ist ein Kunstvermittler dabei.

An sich eine prima Idee. Ich frag mich nur wie das in 6 Stunden geleistet werden kann. Inklusive Busfahrt und Lunchpaket. Uffff.

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Tag 66

Heute war ein produktiver Tag, manchmal fließt es mir nur so aus der Feder, seltsam?-). Vielleicht weil ich mich aufgeregt hab? Nun, fassen wir den Tag mal kurz zusammen.

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In Haltern hatte es die Verleihung des Kieps gegeben, er ging übrigens an Matthias Brodowy.

Außerdem gab es in Haltern am See im Rahmen der LiteraturRE eine Autorenlesung mit Nora Bossong: In der Stadtbücherei las sie aus dem 2009 erschienenen Buch „Webers Protokoll“ vor.

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Interessanter Artikel zum Thema Baukultur in der Welt:

„Die Bewohner der Städte sollen ihre Viertel wieder stärker als Heimat wahrnehmen.So lautet das erklärte Ziel von Bauminister Lutz Lienenkämper.Erreicht werden soll es mit neuen Entwicklungs-, Steuer- und InvestitionsmodellenEin Jahrzehnt der Baukultur und der Stadtentwicklung hat 2010 begonnen. Das ist die Analyse von Lutz Lienenkämper (CDU), seit knapp einem Jahr Minister für Bauen und Verkehr in NRW.“

Der Inhalt ist wirklich interessant, nicht nur wegen des erwähnten Unperfekthauses. Das die genannten Punkte aber eine Analyse des Herrn Lienenkämper sind wage ich zu bezweifeln.

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Nachzutragen vom Kunstquartier ist noch die Ausstellung zu Adolf Luther, die meines Gefühles nach sehr gut zu M. C. Escher gepasst hat. Deshalb ein längerer Teil aus der dortigen Pressemitteilung:

Adolf Luther: Sphärisches Hohlspiegelobjekt, 1979, Hohlspiegel, streifenförmig und rund, Plexiglas, Holz, (4 teilig), © Archiv der Adolf-Luther-Stiftung Krefeld

Adolf Luther: Sphärisches Hohlspiegelobjekt, 1979, Hohlspiegel, streifenförmig und rund, Plexiglas, Holz, (4 teilig), © Archiv der Adolf-Luther-Stiftung Krefeld

„Das Licht als eine Wirklichkeit dieser Welt sichtbar, geradezu physisch erlebbar zu machen, war das große Thema seiner Kunst. Der Krefelder Künstler Adolf Luther (1912 – 1990) wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine Glas- und Hohlspiegelobjekte und seine Architektur-Integrationen u.a. in München (Olympiastadion), Rom (Goethe-Institut), Berlin (ICC), Düsseldorf (Tonhalle) sowie in zahlreichen öffentlichen Gebäuden der Bundesrepublik international berühmt.

Er gehörte zusammen mit den Künstlern der Düsseldorfer Zero-Gruppe zu einer europäischen Avantgardebewegung, die traditionelle Bildformen über Bord warfen und mit neuen Techniken, Materialien und Themen wie Licht, Raum und Bewegung die Kunst revolutionierten. Vorbild für die zeitgenössische Lichtkunst heute.

Die Luther-Ausstellung im Osthaus Museum Hagen, die in Kooperation mit der Adolf-Luther-Stiftung, Krefeld entstanden ist, zeigt ausgewählte Werke des Künstlers seit 1960. Dazu gehören die frühen sogenannten „Entmaterialisierungen“ von 1960, reliefartige Materiebilder, die auf ihrer strukturierten Oberfläche, das Licht als ein Wechselspiel von Licht und Schatten sichtbar machen, dazu gehören die klassischen Lichtobjekte Luthers aus Glas und konkav und konvex gewölbten Spiegeln, aber auch frühe und selten gezeigte Objekte aus dem Werkstoff Aluminium, die sogenannten „Raumblenden“ von 1964.“

Update zum Museumsbesuch in Hagen: M. C. Escher

UPDATE: Gesagt, getan und ab nach Hagen. Dank Navi gleich gefunden und die Kombikarte für 6,- Euro gelöst. Dafür gibt es echt viel! Das Osthaus-Haus mit Sachen aus der Dauerausstellung, die Bilder von M. C. Escher, die Lichtobjekte von Adolf Luther, das ganze Emil Schumacher Museum (wo bei ich mit den großflächigen wirklich abstrakten Farbklecksbildern nich sooo viel anfangen kann).

Aber Escher fand ich richtig gut und das wo ich die Ausstellung in Den Haag schon kenne. Viele, viele bekannte und weniger bekannte Bilder von M.C.E., mit den typischen mathematischen Grundregeln und den spielerischen, ja fast mystischen „regelmäßigen Flächenaufteilungen“. Daneben aber auch relativ unbekannte Werke, wie 19 Holzschnitte für das Buch seines Freundes Aad von Stork: „Fleur de Pascua“ von 1921. Oder frühe Werke zu seinen Italienreisen. Neben den genialen Ideen und den Symmetrie- und Spiegeleffekten hat er auch Landschaft und Natur verblüffend einfach und doch typisch abgebildet.

M.C.Escher Ausstellung Kunstquartier Hagen (c) eigenes Bild

M.C.Escher Ausstellung Kunstquartier Hagen (c) eigenes Bild

Das tollste Werk ist und bleibt aber eine Kombination all dessen, die Metamorphose. Und die hängt ganz alleine an einer großen Wand. So wünsch ich mir ein Museum!

Geschützt: Escher im Kunstquartier Hagen

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