Jess Jochimsen heute im Trigon

Jess Jochimsen - Foto © Achim Hehn

Jess Jochimsen - Foto © Achim Hehn

Er soll – nach eigener Angabe – meist lustige Geschichten erzählen, immer schlimme Dias zeigen und oft traurige Lieder singen. Und überhaupt ist Durst schlimmer als Heimweh. Trotzdem, oder gerade deswegen freue ich mich darauf das mal live zu erleben.

Im Kulturboitel, der hiesigen Kleinkunst-Initiative von Sparkasse, Zeitung und Stadt, gibt es heute Abend die erste der Abo-Veranstaltungen 2010/2011 (ja, ich bin schon in dem Alter wo man sowas im Abo macht;-). Und von wegen Kleinstadt, Jess kommt grad aus Düsseldorf wo er gestern noch gespielt hat. Ja, wir sind Metropole.

Außer einem Wikipedia-Artikel und dem Comedyprogramm mit seinen fürchterlichen Dias gibt es auf seiner Webseite noch ein paar interessante Dinge zu entdecken, z. B. hat er die Stimmlage Tenor, Schuhgröße 43, spielt u. a. Klarinette und ist Staatlich geprüfter Rettungssanitäter. Dann kann ja nix mehr passieren.

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Herbert Knebel – Nackend am Baggerloch

Es ist eigentlich viel zu heiß um anne Silbersee zu liegen, aber cremt euch gut ein, die Tage!

Aussichtspunkte für die Schachtzeichen (Norden)

Ich geb es zu, die Einteilung in Himmelsrichtungen ist ziemlich subjektiv, aber ansonsten wurde ich nicht mehr Herr der Aussichtspunkte;-). Hier also die nördlich gelegenen mir bekannten Möglichkeiten sich die Schachtzeichen von einem erhöhten Standort anzuschauen:

Zeche Recklinghausen II, Bild von Rainer Halama, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.5

Zeche Recklinghausen II von Hoheward aus gesehen, Bild von Rainer Halama, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.5

An der Grenze von Recklinghausen und Herten liegt die größte Haldenlandschaft des Ruhrgebiets:

  • Zunächst mal die Halde Hoheward mit der Sonnenuhr und dem Horizontobservatorium. Hoheward ist 110 m über dem Umgebungsniveau hoch und touristisch sehr gut erschlossen. Gepflasterte Wege führen in Spitzkehren (nich so doll für Radfahrer) hinauf, alternativ auch Spiralwege. Die Zugänge gibt es von allen Seiten, Busse fahren bis zu Eingängen, Parkplätze und Gastronomie (z. B. Ewald Cafe, Restaurant am Handweiser) gibt es rundherum. Links: Wikipedia, RIK, Landschaftspark, Herten, Horizontaltastronomie, Google Map. Wird daher wohl ziemlich voll werden und von daher ist die kleine Schwester Halde Hoppenbruch vielleicht die ruhigere Alternative. Dort tummeln sich unterm Windrad ein paar Skulpturen und deutlich weniger Besucher (außer die fahren Mountainbike;-). Dafür ist die Halde auch nicht so hoch (nur 70 m übern Grund), hat nur nach Süden freien Blick (im Norden liegt halt Hoheward) und ist leider etwas bewaldet. Links: Wikipedia, RIK, Herten, Google-Map

Marl:

  • Die Halde Brassert (früher Lipper Höhe genannt) wurde in 1999 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, seitdem ist sie still und leise fast unverändert geblieben. Dorsten, Wulfen und die Bassert Schächte lieferten hier Bergematerial ab, entsprechende Schachtzeichen kannst du von dort sehen. Parkplatz an der Zufahrt „Am Kanal“. Höhe circa 55 Meter über Grund. Links: RIK, Google-Map

Haltern:

  • Feuerwachtürme in der Haard müssen zur Brandbekämpfung  hoch sein und über die Baumwipfel hinweg schauen können. Damit werden sie auch zugleich zum Aussichtspunkt, z. B. der grade frisch gebaute auf dem Rennberg. Der 35 Meter hohe Stahlturm kann bis zur 6. Ebene begangen werden, nach ganz oben kommt nur die Wachmannschaft. Weitere stehen am „Kiebitzberg“ in Marl und am „Farnberg“ in Oer-Erkenschwick. Links: RVR, Google Map

Oer-Erkenschwick:

  • Die Halde Ewald Fortsetzung (circa 50m über Grund) wurde grad erst 2009 fürs Publikum geöffnet, mit einem Haldenfest. Entsprechend sind noch nicht alle Wege angelegt und vor allem, noch nicht viele Sichtschneisen ins Holz geschlagen. Ist also spannend zu schauen welche Schachtzeichen von da oben sichtbar sein werden. Links: Wikipedia, RAG, Kirche, Google Map
Spurwerkturm an der Zeche Waltrop, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Spurwerkturm an der Zeche Waltrop, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Waltrop:

  • Der Brockenscheidt ist unter den Halden wahrlich einer der kleinsten, circa 14 Meter ist er hoch, dazu kommen nochmal die 12 Meter des Spurwehrturmes. Nun, immerhin, für diesen Aussichtspunkt spricht die Nähe zur Zeche Waltrop, die mit vielen Baukörpern (als Gewerbegebiet genutzt, u.a. für Manufactum) aber leider keinem Förderturm mehr erhalten geblieben ist. Gastronomie (in der Lohnhalle mit angeschlossenem Verkauf der Lebensmittel) ist vorhanden, umfangreiches Programm auch, fürs Navi bitte „Landabsatz“ eingeben. Weitere Links: Wikipedia, RIK, M:AIGoogle Map

Wassen los im Pott am 1. Mai 2010?

Nun, zunächst einmal ist es ein ganz normaler BundesligaSpieltag:

  • Borussia Dortmund hat den VfL Wolfsburgs zu Besuch
  • FC Schalke 04  empfängt Werder Bremen
  • Der VfL Bochum muss zum FC Bayern München
Schnitt durch einen Kohlenmeiler, Zeichnung von Adolf Ledebur, Wikipedia, Lizenz: Public Domain

Schnitt durch einen Kohlenmeiler, Zeichnung von Adolf Ledebur, Wikipedia, Lizenz: Public Domain

In Recklinghausen beginnen traditionsgemäß die Ruhrfestspiele mit einem großen Volksfest auf dem grünen Hügel. Programm in der Mai-Zeitung (PDF) mit Zeiten, Inhalten, Lageplan und viel Rot;-).

Am Forsthof in der Haard in Haltern am See wird der Holzkohlenmeiler entzündet. Der wird dann 3 Wochen lang gehegt und gepflegt bis die Holzkohle fertig ist. Und nebenher gibt es jede Menge Programmpunkte.

Auch wenn Mai-Krawalle eher aus Berlin bekannt sind – im Ruhrpott hatten wir das auch schon. Zum Beispiel letztes Jahr in Dortmund, als rund 300 Neonazis den 1. Mai-Umzug des Deutschen Gewerkschaftsbundes angriffen. Mit der Mayday, dem Heimspiel des BVB und den vielen anderen Veranstaltungen ist in Dortmund auch dieses Jahr viel los, die Polizei aber wohl besser gerüstet. Bleibt zu Hoffen, das gewaltorientierte Spinner nicht einfach in andere Städte ausweichen.

LaPaDu, Bilder von Ra'ike, stitched von Olei, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

LaPaDu, Bilder von Ra'ike, stitched von Olei, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Nun, schauen wir mal nach Duisburg. Dort geht es zwar auch revolutionär zu aber es gibt auch Industriekultur, Sport, oder Musik (David Garret in der Mercatorhalle ist schon ausverkauft).

In Essen feiert die Zeche Carl das Kulturfest von unten – bunt und solidarisch – umsonst und draußen!

Der DGB ruft in vielen Städten zu Kundgebungen auf, die nur ein Auszug zur Essen, Mülheim und Oberhausen.

Und Abends vielleicht ein kleines Feuerwerk gucken? Oder zwei? Oder drei? In Oberhausen findet im Olgapark (gegenüber dem Gasometer) das Pyro Festival Sternenzauber statt. Um 19:00 Uhr beginnt das Begleitprogramm, ab 22:00 Uhr finden die drei Feuerwerke statt.

Tag 76

Demo in den Städten: „Unsere Stadt geht kaputt – Wir wehren uns!“. Die Gewerkschaften rufen zu einem Sternmarsch (Autokorso) nach Recklinghausen auf. Morgens um 10:30 Uhr trifft man sich in den Städten Bottrop, Castrop-Rauxel, Datteln, Dorsten, Gelsenkirchen, Gladbeck, Haltern am See, Herten, Marl, Oer-Erkenschwick und Waltrop. Und dann geht es zur Abschlussveranstaltung Samstag 20. März ab 13 Uhr auf dem Altstadtmarkt in Recklinghausen. Ein ganz besonderer Local Hero! Hingehen!

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Der Frühling ist da! Am Mechtenberg wird das zweite Fest gefeiert, diesmal mit vielen Eiern und anderen Frühlingsbräuchen.

Ansonsten fühle ich es auch. Zweistellige Temperaturen. Leute reden von Bikini, Biergärten und besonderen Gefühlen. Ich brauch die Standheizung nicht mehr zu programmieren. Katzen sitzen morgens vor dem Fenster und lauschen dem Vogelgezwitscher. Herrlich.

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„Der gemeinsame Fachbeirat Gewässerökologie des Deutschen Anglerverbandes und der NaturFreunde Deutschlands haben die Emscher in Nordrhein-Westfalen zur Flusslandschaft des Jahres 2010/2011 ausgerufen.“

Erster Termin ist die Proklamation am 21. März am Emscherquellhof in Holzwickede.

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Auch mit der Emscher beschäftigt sich Pilgern im Pott, eine Aktion der Evangelischen Kirchen in Westfalen und Rheinland. Gepilgert wird entlang des Emscherradweges bzw. des Emscherparkweges, evanglische Kirchen sind als Ruhrpunkte aufgezählt. Sehr schön gemachte und informationsreiche Webseite. lohnt sich!

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Stefan Brockhaus hat ein pfiffiges Plakat zum Ruhrpott entworfen, bin gespannt was da draus wird.

Tag 71

So, Freitag, Wochenende vor der Tür. Brauch dringend Erholung, Ruhe, Entspannung. Warum arbeite ich eigentlich in einer Branche, die wochenlang Überstunden schiebt und dann wieder tagelang Leerlauf und Langeweile bietet? Da war was mit Katzenfutter, ok, ok, ok. Aber kann denn bitte das Kulturhauptstadtjahr in die Leerlaufphase passen?

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Salam! Stylisches Modelabel mit positiver Botschaft. Modere Motive als Kalligrafie oder T-Shirt Aufdruck: „Muslin by nature“, „Hijab, my right, my choice, my live“ oder „JESUS & MUHAMMAD (s), brothers in faith“. Als Pullover, Tasche, Sticker. Und neuerdings auch Wandbilder. Kommt übrigens aus Witten, von Melih Kesmen.

Shop, Blog, Geschwitscher, Facebook

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Der Kreis Recklinghausen hat eine neue mobile Blitze. Mit der kann auch um die Ecke, im Tunnel und Motorräder aufgenommen werden. Hab ich heute im Radio gehört, aber bei so was gibt es bestimmt eine Nachricht im Web, buddel, stöber, bitteschön. Das gute Teil kostet komplett 150.000 Euro. Wäre es aber auch wert mit jedem verhinderten Unfallopfer. Soll übrigens bei mir umme Ecke in Haltern eingesetzt werden. Wegen der Motorradfahrer. Höre ich im Sommer an jedem Wochenende: einerseits das Aufheulen der aufgedrehten Maschinen, andererseits die Sirene des Krankenwagens. Fahrt bitte vorsichtig(er)!

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Die Stadt Recklinghausen wird ja am Sonntag der nächste Local Hero, deshalb schon mal ein paar Sachen aus dem (Kreis) Vest zum Einstimmen:

  • Grimme Preise in Marl verliehen, Zusammenfassung des Grimme-Instituts
  • Hans Blossey ist wieder mal in die Luft gegangen und hat Bilder von Recklinghausen gemacht
  • Die Raststätte Hohe Mark soll ausgebaut werden, sehr zum Ärger der Landwirte
  • „Jetzt spinnt der van Ooyen völlig“, Bilder der Südstadt aus ungewöhnlicher Perspektive

Tag 66

Heute war ein produktiver Tag, manchmal fließt es mir nur so aus der Feder, seltsam?-). Vielleicht weil ich mich aufgeregt hab? Nun, fassen wir den Tag mal kurz zusammen.

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In Haltern hatte es die Verleihung des Kieps gegeben, er ging übrigens an Matthias Brodowy.

Außerdem gab es in Haltern am See im Rahmen der LiteraturRE eine Autorenlesung mit Nora Bossong: In der Stadtbücherei las sie aus dem 2009 erschienenen Buch „Webers Protokoll“ vor.

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Interessanter Artikel zum Thema Baukultur in der Welt:

„Die Bewohner der Städte sollen ihre Viertel wieder stärker als Heimat wahrnehmen.So lautet das erklärte Ziel von Bauminister Lutz Lienenkämper.Erreicht werden soll es mit neuen Entwicklungs-, Steuer- und InvestitionsmodellenEin Jahrzehnt der Baukultur und der Stadtentwicklung hat 2010 begonnen. Das ist die Analyse von Lutz Lienenkämper (CDU), seit knapp einem Jahr Minister für Bauen und Verkehr in NRW.“

Der Inhalt ist wirklich interessant, nicht nur wegen des erwähnten Unperfekthauses. Das die genannten Punkte aber eine Analyse des Herrn Lienenkämper sind wage ich zu bezweifeln.

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Nachzutragen vom Kunstquartier ist noch die Ausstellung zu Adolf Luther, die meines Gefühles nach sehr gut zu M. C. Escher gepasst hat. Deshalb ein längerer Teil aus der dortigen Pressemitteilung:

Adolf Luther: Sphärisches Hohlspiegelobjekt, 1979, Hohlspiegel, streifenförmig und rund, Plexiglas, Holz, (4 teilig), © Archiv der Adolf-Luther-Stiftung Krefeld

Adolf Luther: Sphärisches Hohlspiegelobjekt, 1979, Hohlspiegel, streifenförmig und rund, Plexiglas, Holz, (4 teilig), © Archiv der Adolf-Luther-Stiftung Krefeld

„Das Licht als eine Wirklichkeit dieser Welt sichtbar, geradezu physisch erlebbar zu machen, war das große Thema seiner Kunst. Der Krefelder Künstler Adolf Luther (1912 – 1990) wurde in den 60er und 70er Jahren durch seine Glas- und Hohlspiegelobjekte und seine Architektur-Integrationen u.a. in München (Olympiastadion), Rom (Goethe-Institut), Berlin (ICC), Düsseldorf (Tonhalle) sowie in zahlreichen öffentlichen Gebäuden der Bundesrepublik international berühmt.

Er gehörte zusammen mit den Künstlern der Düsseldorfer Zero-Gruppe zu einer europäischen Avantgardebewegung, die traditionelle Bildformen über Bord warfen und mit neuen Techniken, Materialien und Themen wie Licht, Raum und Bewegung die Kunst revolutionierten. Vorbild für die zeitgenössische Lichtkunst heute.

Die Luther-Ausstellung im Osthaus Museum Hagen, die in Kooperation mit der Adolf-Luther-Stiftung, Krefeld entstanden ist, zeigt ausgewählte Werke des Künstlers seit 1960. Dazu gehören die frühen sogenannten „Entmaterialisierungen“ von 1960, reliefartige Materiebilder, die auf ihrer strukturierten Oberfläche, das Licht als ein Wechselspiel von Licht und Schatten sichtbar machen, dazu gehören die klassischen Lichtobjekte Luthers aus Glas und konkav und konvex gewölbten Spiegeln, aber auch frühe und selten gezeigte Objekte aus dem Werkstoff Aluminium, die sogenannten „Raumblenden“ von 1964.“