Filmstiftung NRW prämiert Programmkinos auch im Ruhrpott

In der Pressemeldung des idr heißt es zwar so schön Metropole Ruhr aber bleiben wir mal bei dem was wir wirklich sind;-). Und Kino machen gehört auch dazu, von daher freuen mich die Preise und Preisgelder sehr. Aber zunächst mal die PM:

„Metropole Ruhr (idr). 86.000 Euro Preisgeld fließen an 13 Programmkinos in der Metropole Ruhr. Mit dem Kinoprogrammpreis zeichnet die Filmstiftung NRW alljährlich Filmtheater für herausragende Programmarbeit aus. Insgesamt wurden 50 NRW-Kinos mit 384.000 Euro prämiert.
Zu den ausgezeichneten Kinos gehören: Casablanca, Endstation und Metropolis in Bochum, Camera und Schauburg in Dortmund, Astra & Luna, Eulenspiegel und Galerie Cinema in Essen, Schauburg in Gelsenkirchen, Filmriss in Gevelsberg, Babylon in Hagen sowie Kino im Walzenlager und Lichtburg in Oberhausen. Vergeben wurden sowohl Programmprämien als auch Kinder- und Jugendprogrammprämien.
Den höchsten Förderbetrag unter allen Kinos im Ruhrgebiet erhält mit 12.000 Euro das Bochumer Kino Endstation. Das Filmforum in Duisburg wurde mit einem undotierten Sonderpreis ausgezeichnet.“

Schauburg Dortmund, Bild von Smial, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Schauburg Dortmund, Bild von Smial, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Und dann such ich mal die Links zusammen:

 

Auslaufendes Rot und andere B1|A40 Stories

Box 112% mit Regen, eigenes Bild (c)

Box 112% mit Regen, eigenes Bild (c)

So, am letzten Tag, bei strömendem Regen mach ich mich endlich auf die Socken, genauer gesagt die Unterarmgehhilfen, und erkunde die Schönheit der großen Straße. Das Kreuz Kaiserberg wollte ich erst in ein paar Wochen besuchen, der Wanderweg dort geht ja nicht verloren und lohnt sich auch unabhängig von Kunstinstallationen (ich sach mal nur: Delikatfisch Braun) und schon wegen der Landschaft (z. B. die Ruhrauenbrücken). Das RheinRuhrZentrum in Mülheim war mir dann zu weit, so ging es denn nach Essen und Wattenscheid.

Driveway Transit Exit, eigenes Bild (c)

Driveway Transit Exit, eigenes Bild (c)

Von Norden über A43 führte uns das Navi auf die A40 (wegen eines Umwegs durch die gesperrte Abfahrt Bo-Riemke kamen wir sogar an unserem Tisch auf dem Still-Leben vorbei;-) und so fuhren wir in Wattenscheid gleich auf die Tank-/Raststelle (Ausfahrt 31).

Dort gibt es die Box 112% von Martin Pfeifle zu sehen, welche mich, vor allem bei dem strömenden Regen irgendwie nich abholt (Motto: Ist das Kunst oder kann das wech?).

Seitenwechsel, eigenes Bild (c)

Seitenwechsel, eigenes Bild (c)

Außerdem war dort das Kunstwerk mit den Städtenamen und -entfernungen in Form von gelben Stangen und großen Beschriftungen (z. B. Banja Luka 1.313 km), stammt von Zinganel/Hieslmair und heißt Driveway Transit Exit. Eine liebevoll detaillierte Beschreibung findest du hier.

Für den dazu gehörenden Teil in der Kleingartenanlage war es mir zu viel Gewitter, aber die Bilder am Zaun von Peter Piller, genannt Seitenwechsel, hab ich dann doch noch aufgenommen. Mehr Photos davon gibt es dann auf Facebook. Weiter gings und trockener wurde es auch.

Wasserturm mit roten Fahnen, eigenes Bild (c)

Wasserturm mit roten Fahnen, eigenes Bild (c)

„Auslaufendes Rot“ ist eine von zwei Kunstinstallationen von Christoph Schäfer am Wasserturm auf dem Steeler Berg (die andere ist in Dortmund eine Reihe von Plakatschildern, siehe Infos des Künstlers), die auf den Kampf der Roten Ruhr Armee gegen die Militärputschisten im Jahre 1920 erinnern und auch anders verankern soll (siehe die Notizen in Video 1 und 2). Lange Jahre wurden die aufständischen Arbeiter totgeschwiegen, schlecht gemacht oder schlicht falsch dargestellt, einen Gedenkstein gab es nur für die andere Seite.

Rückwärtiger Eingang, eigenes Bild (c)

Rückwärtiger Eingang, eigenes Bild (c)

Inzwischen kann man die Geschichte genauer nachlesen, zum Beispiel auf der Internetseite Ruhr1920. Wer war damals im Recht? Wer war vor welchen Karren gespannt? Ich kenne die Wahrheit nicht, ich finde es aber schön und gut so darauf aufmerksam gemacht zu werden. Und selbst an meinem Wohnort in Haltern gab es damals Kämpfe von denen heute noch Gedenkorte existieren. Spannend, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

Autokino, eigenes Bild (c)

Autokino, eigenes Bild (c)

Heute wird die Turm von der Essener Tafel genutzt. Hinter dem Turm, im Ostpark findet grad das Bürgerschützenfest statt (noch bis 9. August).

Neben dem Turm führt die Markgräfer Straße gleich wieder auf die A40 zurück, wo es dann zurück nach Wattenscheid ging, diesmal auf der anderen Seite, zum Dükerweg.

BDSM-Schuppen, eigenes Bild (c)

BDSM-Schuppen, eigenes Bild (c)

Hier spielt sich das Roadmovie Ruhr ab, eine etwas provozierende Spiellandschaft für Erwachsene. Autokino, Gulaschkanone, Nissenhütten für die spartanische Übernachtungsmöglichkeit, ein BDSM-Schuppen (im wahrsten Sinne des Wortes ein Schuppen), das Motel Bochum, der Infopoint im Polo-Shop, ein U-Boot-Ausblick im Möbelhaus und ein Darkroom im D&W. Meine Güte, was es alles gibt.

Und sonst? Es gibt Schriftzüge auf den Brücken. Bei der Autobahnkirche in Bochum steht z. B. „Ich komm zur Ruhe“, was besonders bei Staus gut kommt. Am Tunnel stand „Ich bin von wir“ was ich grammatikalisch absolut nachvollziehen kann.

Die ganze Geschichte fand ich gut geerdet, nah am Volke, sprach mir aus der Seele, hatte ein Lächeln auf den lippen. Trotz des Regens. Der auch irgendwie passte.

Tag 54

Nun denn, Loveparade fährt im Kreis rum? Schauen wir doch mal nach was Parade heisst:

Parade

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Parade (von französisch parade aus parer „bereiten“; „abwehren“) bezeichnet

  • einen feierlichen großen Aufmarsch militärischer Einheiten, die Militärparade
  • einen Vorbeimarsch größerer Menschenmengen, militärisch oder zivil, siehe Defilee
  • im Fechten die Abwehr eines Angriffs durch einen Schlag gegen die gegnerische Waffe oder eine abdrängende Bindung der Waffe, siehe Verteidigung (Sport)
  • im Fußballjargon das Abwehren eines Torschusses durch den Torwart
  • im Reiten das Parieren

Müsste also eigentlich Lovedefilee heißen, oder?

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Wie wäre es mit einer Reise in die Geschichte des Ruhrgebiets? Zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg? Franzosen im Revier: der Ruhrkampf 1923 von Claus Bredenbrock (S/W, 43 Min). Lief übrigens gestern abend im WDR, hab ich aber leider verpasst.Und da war Claus Bredenbrock ja auch nicht zur Diskussion anwesend. Bei Bochum bewegt kannst du am Donnerstag, dem 25.Feb. um 19:00 Uhr im alten Rathaus (Nähe Hbf, Wittenerstr. 47) dir den Film nochmal anschauen (siehe Flyer). Mehr zum Ruhrkampf: Wikipedia, bpb.

Auch die nächsten Monate hören sich interessant an, im März gibt es etwas zu Opel, im April zum Verein Klack Zwo B.

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Haiti gerät schon jetzt immer mehr in Vergessenheit dabei brauchen die Menschen dort noch auf Jahre hinaus Hilfe zum Wiederaufbau und jetzt, vor der Regensaison, auch Hilfe zum Überleben. Da helfen auch die kleinen und lokalen Ereignisse und Initiativen. Auf eine möchte ich besonders hinweisen:

Der Laufsportverein Spiridon in Haltern am See veranstaltet am nächsten Sonntag, dem 28. Februar 2010: LAUFEN für HAITI. Startzeit: 10:00 bis 15:00 Uhr, Strecken: von 400 m bis 12 km oder noch mehr. Jeder kann mitmachen, egal welches Alter, egal welche Laufart (Walker, Nordic Walker, Wanderer, …), egal ob alleine oder mit anderen zusammen. Kein Startgeld sondern nur eine Spende, die auch vollständig an die Haitihilfe gehen.

Alle Infos findest du in diesem Flyer.

Start und Ziel ist übrigens bei Jupp unner de Böcken. Komm einfach vorbei und schau es dir an.

RuhrHochDeutsch – Musik, Kabarett, Comedy, Film und Kunst

Plakat (c) Fletch Bizzel

Plakat (c) Fletch Bizzel

Bitte merken: Im Juli, August, September gibt es im Spiegelzelt vor dem Dortmunder U ein Stelldichein (alle Infos laut Webseite und ohne Gewähr):

  • Kabarett und mehr im Zelt: Herbert Knebel, Lioba Albus, Hennes Bender, Frank Goosen, Jochen Malmsheimer, Bruno „Günna“ Knust, Dr. Stratmann, Ingo Appelt, Leo Bassi, Ars Vitalis, Die Familie Podolski, Fritz Eckenga, Richard Rogler, Winfried Schmickler, Horst Schroth u.v.m.
  • Ruhrpott Movies im Schauburg Kino: Filme von Regisseuren wie Peter F. Bringmann, Klaus Emmerich, Peter Thorwart, Adolf Winkelmann.
  • Fotoausstellungen im Theater Fletch Bizzel von Jürgen Wassmuth, Standout Bussenius und Reinicke
  • Tana-Schanzara-Nachwuchswettbewerb

Wie sagt die noch nicht fertiggestellte Webseite weiter: Ruhrdeutsch ist der „märchenhafteste aller deutschen Dialekte“.

Weitere Infos siehe hier, hier, hier (mit Fotostrecke) und hier.