Tag 103

Hallihallöchen, ich bin noch an Bord, hab nur grad wieder mal Hans Dampf in meinem echten Leben, genauer gesagt in meinem Arbeitsleben (weil wegen dem Katzenfutter, ihr wisst schon;-).

Da ich nich zu einem Artikel komme wollt ich wenigstens mal auf die Fotos hinweisen, die bei Facebook in einem Album stehen. Neuestes Album ist von der Eröffnungsveranstaltung von Ruhrgold im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Marl – Grimme-Preis und Gummi-Zeche

Auguste Victoria 1&2, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Auguste Victoria 1&2, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Die Stadt Marl liegt im Kreis Recklinghausen am nördlichen Rand des Ruhrpotts. Das Autobahnkreuz Marl-Nord mit A52 und A 43, der Wesel-Datteln-Kanal und die Lippe sind so die Punkte wenn du auf der Karte nachschauen willst. Insgesamt ist die Stadt aus mehreren Dörfern zusammengebastelt und hat deshalb auch mehrere Stadtkerne.

Bekannt ist Marl für vieles, unter anderem durch den grad wieder vergebenen Grimme-Preis, den Bergbau und den Chemiepark, einige besondere Bauwerke (Hügelhäuser, Stern, Rathaustürme, Scharoun-Schule, …), Kultur- und Bildungsangebote (Glaskasten, Theater, umgedrehte Lokomotive, Heimatmuseum, VHS die Insel, …) sowie Sportgelegenheiten (Fußball, Tennis, Reiten, Rudern, Golfen, Badminton, Fallschirmspringen und Skaten auf dem Flugplatz Loemühle, Ballonfahren ab Nonnenbusch).

Theater und La Tortuga, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Theater und La Tortuga, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Der Bergbau in der Stadt war durch zwei Zechen geprägt: die Auguste Victoria und die Zeche Brassert. Während Brassert in der 1970er Jahren zugemacht wurde und durch die damalige Bürgerinitiative die Markenkontrolle gerettet werden konnte ist die AV im Verbund mit Blumenthal/Haard heute noch aktiv und die produktivste Zeche der RAG. An allen sechs Zechenstandorten in Marl sollen bei den Schachtzeichen mit gelben Ballonen gekennzeichnet werden (Volunteers werden noch gesucht).

Neben den Zechen gab es noch eine große Firma in Marl: 1938 wurden die Chemischen Werke Hüls gegründet, spaßhalber Gummi-Zeche genannt. Ähnlich wie bei den Zechen gab es Werkwohnungen (sogenannte Bereitschaftssiedlung), kulturelle und soziale Angebote (Feierabendhaus, Privatabgabe, …).Der Chemiepark kann heute übrigens im Rahmen der Route der Industriekultur besichtigt werden. Aus der CWH wurde über Hüls AG, Degussa-Hüls und Degussa inzwischen die Evonik Industries.

Adolf-Grimme-Institut, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Adolf-Grimme-Institut, Bild von Daniel Ullrich, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Die Volkshochschule die insel“ war der Geburtsort des Grimme-Preises (und Grimme-Institutes). Aber hier gibt es auch die ganz normalen Seminare in Fremdsprachen, Gesundheit, Politik oder Kultur. Gut bestückt und gut besucht ist auch die Bibliothek und der Lesesaal, seit ein paar Jahren auch mit eigener Gastronomie.

Apropos Gastronomie, mein Lieblings-Grieche befindet sich in Marl, ich verrate aber nicht wo;-).

Eine Eckes des "Glaskastens", eigenes Bild, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Eine Eckes des "Glaskastens", eigenes Bild, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Aber zurück zur Kultur, das Skulpturenmuseum Glaskasten ist mal ein ganz anderes Museum, das seine Werke ebend nich in Mauern einschließt sondern in die Stadt bzw. Landschaft stellt oder in einem Glaskasten auch von außen sichtbar platziert. Du kannst hingehen und gucken, eine Führung buchen oder mit kleinen Infoheftchen oder Audio-Guides selbst auf die Suche gehen. Viele verrückte Sachen wie bunte Kühe (Almauftrieb), Videos im Container (Neue Medien, Marler Video-Kunst-Preis), Leute mit Kopfhörer laufen verklärt durch die Gegend (Klangkunst von Christina Kubisch), Max Ernsts „Habakuk“, ein „Portrait Dietrich Bonhoeffer“, Skulpturen von Richard Serras oder Ossip Zadkines. Das Museum macht auch mit bei den Ruhrkunstmuseen.

Es gäb noch viel zu erzählen über diese Stadt, von ihren Gotteshäusern und dem Abrahamsfest zum Beispiel, oder von der Familie von Loe, die sich in der Loemühle und auch im Stadtwappen wiederfindet. Von der Sprengung des Goliats und dem Umbau des Stadtkerns rund um Rathaus und Stern.

Aber schauen wir mal auf das Local Hero Programm. Das Motto des Marler Programms lautet „Kunst ist Leben!“. Gestartet wird mit einer Nacht der offenen Gotteshäuser. Blinkenbibel läuft auch wieder. Gerhard Oppitz stand 1971 als  Bundespreisträger von „Jugend musiziert“ in Marl auf der Bühne, jetzt spielt der Pianist im  Theater Marl. Christina Kubisch startet mit ihrem Wellenfang im Glaskasten. Es gibt viel Musik, Tanz, Theater aber auch Architektur und zum Abschluss was Feuriges. Das Programm gibt es natürlich auch als PDF.

Tag 100

Nun, da war ich wohl zu früh mit meiner Bilanzierung nach dem ersten Quartal. Jetzt, mit dem Tag 100, geht es auf einmal los. Ist irgendwie beruhigend, denn worüber man spricht das ist wenigstens noch da ;-).

EIn paar zusammengesuchte Stücke:

  • Eine Fotostrecke von Der Westen, die ich letzte Tage schon mal genannt hatte. Sehr gemischt (das find ich positiv) aber der zum Himmel schauende Fritz und der zurückgelehnte Franz-Josef sind Ärgernisse für visuelle Menschen (egal).
  • Da macht der Westen mit einem halbherzig-kritischen Artikel dann weiter. Ja, ja, wir geben geld für Ruhr 2010 aus und streichen woanders Kultur weg. Das wissen wir inzwischen, ok? Erzähl mir mal was Neues.
  • Gudrun Norbisrath hat da schon etwas mehr Mumm um zu vergleichen mit Weimar, zum Beispiel. Warum finde ich diese Kommentare eigentlich niw bei en Zeitungen selbst?
  • Die Ruhr.2010 zieht eine positive Bilanz (hatten wir auch schon)

War doch wohl nich sooo viel neues. Mal schauen was es morgen dazu noch gibt.

Tag 99

Nu guck ich natürlich besonders auf das Projekt Schachtzeichen. Wo gibt es schon Infos im Netz? Wie sieht es mit einer Karte aus?

  • Östlichster Schacht wird wohl der in Flierich werden.
  • In Bochum soll es bisher nur schlappe 17 Ballonanträge geben (schlapp wegen der Anzahl von über 100 ehemaligen Schächten in der Stadt)
  • Gelsenkirchen ist da schon weiter und bietet sogar eine Liste im Netz an.
  • Zu Essen hab ich auch einiges gefunden, die machen auch eine Fahrradtour entlang der Standorte und einen Frühschoppen unterm Ballon
  • In Moers werden Rheinpreußen und Niederberg bespielt.
  • In Gladbeck laufen sie am 24. April für die SchachtZeichen (Maschinenhalle Zweckel), ähnlich wie beim Kultur-Run letztes Jahr in Oberhausen
  • In Herne (Mont Cenis) war sogar schon mal ein Ballon.

So könnte ich die Liste noch um einiges weiterführen. Und es werden täglich mehr. Deshalb geh doch einfach selbst auf die Suche und google ein bisschen.

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Na, jetzt gibt es doch noch ein paar Bilanzierungen zum ersten Teil der Kulturhauptstadt. Anlass sind wohl die hundert Tage, die morgen vorbei sind. Eine sehr gemischte mit Bildern gibts im Westen.

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Autoren an der Ruhr? Na klar, es gibt zum Beispiel das Literaturbüro Ruhr e.V. in der Stadtbücherei in Gladbeck. Autoren und Leserförderung steht auf dem Programm. Und für die Ruhr.2010 ist das Projekt „Mehr Licht!“ aufgestellt worden, Start zum 1. September, deshalb schon mal vormerken:

„Mehr Licht! – Die europäische Aufklärung weiter gedacht
Die Veranstaltungsreihe des Literaturbüros Ruhr fragt nach der Zukunft aufklärerischen Denkens. Namhafte internationale und regionale Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler und Vertreter anderer Disziplinen diskutieren die zukünftige Bedeutung und Rolle einer sich selbst aufklärenden Aufklärung, die von menschlichem Mitgefühl inspiriert bleibt. Ihre Teilnahme zugesagt haben u. a. schon Ilija Trojanow, Wilhelm Schmid, Denis Scheck, Gabriele von Arnim, Herman Philipse, Gerd Scobel und Juli Zeh.“

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Launiger Artikel über den Pott und die Kulturhauptstadt auf DiePresse.com: Der Pott im Kopf.

Tag 97

Erst die viele Arbeit, dann der Urlaub. Ich komm kaum noch zu einem Tag für Tag. Versuchs nochmal. Wenn es dann nicht funkt überleg ich mir ein anderes Format.

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Viel Wahres dran aber nur die eine Seite der Medaille ist das Loblied und der Erklärbär aufs Ruhrgebiet von Alfons Pieper: Ein Revier für die Kultur. Alfons Pieper ist der Frontmann des Weblogs: „Wir in NRW„.

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In Duisburg ist ab morgen „Kunsthandwerkerfestival„. Bis zum verkaufsoffenen Sonntag. Leider findet sich kaum was im Internet, eine Pressemitteilung und eine wenig aussagekräftige Homepage.

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Collection Tours Bus, (c) Foto: Jens Nober/Museum Folkwang

Collection Tours Bus, (c) Foto: Jens Nober/Museum Folkwang

In Hagen geht am Sonntag, den 10. April, eine Collection Tours los. Leitmotiv der Tour Ost/West ist diesmal „Nicht-Vergessene Zeiten – Das politische Gedächtnis der der Kunst„. Mit einem der typischen Busse geht es vom Startpunkt (Osthaus Museum Hagen, 11:00 Uhr) nach Duisburg zum MKM Museum Küppersmühle und nach Bochum ins Kunstmuseum Bochum. Die Rückkehr ist für 17:00 Uhr geplant. In den drei Museum und im Bus ist ein Kunstvermittler dabei.

An sich eine prima Idee. Ich frag mich nur wie das in 6 Stunden geleistet werden kann. Inklusive Busfahrt und Lunchpaket. Uffff.

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Tag 87

Heute war Demo in Marxloh, hier ein paar Berichte:

Interessant war auch den verschiedenem Gezwitscher zu folgen: quergestellt, gruenennrw, derwestenDU.

Aber mal weg vom aktuellen Fall. Was wirklich gegen Extremisten hilft ist Info, Aufklärung, selbstständiges Denken. Empfehlen kann ich hier zum Beispiel: Den braunen Mob. Zum auch aktuellen Fall der rechtsradikalen Post an die Schülervertretungen setzt der Blog eine Handreichung des ibs dagegen. Lesenwert. Vielleicht hilft auch ein Notfallkoffer gegen den braunen Müll? Oder wie wäre der Ausstieg zum Einstieg? Keinen Bock mehr auf die alten Treter?

Tag 82 – in den Untiefen der Speicherung gefunden

„Kann eine Radtour zu Hochöfen und Kettenfabriken Erholung für die Seele sein?“ fragt der Spiegel. Und gibt in einem vierseitigen Bericht „Radreise im ‚Pott‘ – Tour de Ruhr“ selbst die positive Antwort. Es geht um den Ruhrtalradweg.

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„Im Mittelpunkt dieser umfangreichen Ausstellung steht die Zeche Hannover in Bochum, die Bernd und Hilla Becher hauptsächlich 1973, im Jahr der Stilllegung des Steinkohlenbergwerks, in zahlreichen Photographien aufgezeichnet haben.“ So beginnt die Pressemitteilung zur Ausstellung der Fotografien von Bernd und Hilla Becher. Vom 26. März bis zum 18. Juli 2010 werden die Bilder in Köln, in der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur gezeigt.

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UPDATE vom 28. März:

Uff, so langsam komm ich wieder mit dem Schreiben hinterher. Schwelm hab ich schon fertig, dabei ist ab heute schon Gevelsberg dran. Die Bilder der Treppe hab ich noch nachtragen können. Nun, ich hab Urlaub, da werd ich noch ein wenig mehr hinkriegen. Und genießen.