ERIH in der Kohlenwäsche

Auf Zollverein, in der ehemaligen Kohlenwäsche ist das Ruhrmuseum untergebracht, lohnt sich auch mehrfach da hin zu gehen. Aber hinten links, hinter dem Block mit den Eintrittskarten, ganz in der Ecke an der Glastür zum Treppenhaus – da gibt es noch was interessantes. Da geht es nicht nur aufs Dach der Kohlenwäsche (toller Ausblick!) sondern zur Ausstellung „Route der Industriekultur“ plus 360° Kinofilm zum Ruhrpott. War jetzt schon ein paar mal da und find immer noch was Neues.

Ganz neu – und ich habs auch noch nicht erlebt – ist dort jetzt auch die Europäische Route der Industriekultur zu sehen.

„Wo steht die älteste Fabrik der Geschichte oder die größte Dampfmaschine der Welt? Die Europäische Route der Industriekultur (ERIH) verknüpft die wichtigsten Standorte des industriellen Erbes in Europa zu einem spannenden Netzwerk, das vom finnischen Verla bis ins spanische Bilbao reicht. Das Portal der Industriekultur auf Zollverein präsentiert ab sofort 63 der derzeit 850 Standorte der ERIH auf einem Monitor und eine große Europakarte zeigt alle ERIH-Standorte, die zugleich UNESCO-Welterbestätten sind.

Ist doch mal wieder ein Grund hinzufahren!

Öffnungszeiten und Preise:

  • Bis 30. September 2011: täglich 10.00 bis 20.00 Uhr
  • 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012: täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
  • Eintritt: 2 Euro/erm. 1 Euro, Kinder und Jugendliche: 50 Cent,
  • Familien 4 Euro bzw. 2 Euro.
  • Fon +49 201 2 4 6 8 10
  • ruhr.visitorcenter@zollverein.de
  • www.zollverein.de
  • Bilder
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Wiege der Ruhrindustrie – St. Antony Hütte

St. Antony Hütte, 1835, Bild von MAN SE aus der Wikipedia, Lizenz: cc-by 3.0 unported

St. Antony Hütte, 1835, Bild von MAN SE aus der Wikipedia, Lizenz: cc-by 3.0 unported

Die St. Antony-Hütte in Oberhausen-Osterfeld (da war viel Raseneisenerz gefunden worden) wurde vom Freiherrn Franz Ferdinand von der Wenge zum Dieck  (1707 – 1788), dem Domkapitular in Münster gegründet und gehörte damals zum kurkölnischen Vest Recklinghausen. Von da kam auch der weniger bekannte Name: Gottesgnadenhütte.

Am 18. Oktober 1758 wurde  dort der erste Hochofen im Ruhrpott angeblasen. Neben der Roheisenproduktion gab es auch Eisenverarbeitung in Gießereien und Formereien. 1808 kam die Eisenhütte dann zur frisch gegründeten Gutehoffnungshütte in Sterkrade. Anschließend noch viel wechselhafte Geschichte, die du hier, hier und hier nachlesen kannst.

ehemaliges Kontorhaus, später dann Archiv und Ausstellungsraum der GHH, ab 1995 Bestandteil vom RIM, Bild von B. Gutleben, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0 unported

ehemaliges Kontorhaus, später dann Archiv & Ausstellungsraum der GHH, ab 1995 Bestandteil vom RIM, Bild von B. Gutleben, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0 unported

Fast alles war abgerissen worden. Das übrig gebliebene Kontor- und Wohnhaus des ehemaligen Hüttenleiters Gottlob Jacobi, ein Werkstattgebäude und die Lehmformerei wurden zeitweise als Wohngebäude genutzt, das Kontorhaus auch als Archiv der GHH bevor es 1995 zum Museum kam.

Aber das Tollste ist – die Fundamente und sonstigen Reste wurde inzwischen wieder ausgegraben. Archäologie der neueren Industriegeschichte!

Ausgrabungsgelände Juli 2008 (noch ohne Dach), Bild von Tineke Blij, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Ausgrabungsgelände Juli 2008 (noch ohne Dach), Bild Tineke Blij, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Du kannst das im LVR-Industriemuseum Oberhausen bestaunen, vielleicht noch besser unter dem alten Namen RIM (Rheinisches Industriemuseum) bekannt. Neben dem Museum gibt es seit Oktober 2010 auch den Industriearchäologischen Park.

Wenn du im Winter bei Schnee und Eis (oder Regen, Hochwasser und Matsch;-) da nich so doll Bock drauf hast – wie wäre es mit einem kleinen Vorgeschmack:

  • Der Audioführer steht auch im Internet zum Download bereit (den kannst du dir auch vor Ort mit Gerät ausleihen), Inhalt:  Einleitung – Die schwere Gebur t- Über den Krimi zum Konzern – Harte Arbeit, innovative Technik – Pötte, Kanonenkugeln, Maschinenteile – Es lohnt nicht mehr – Die Gutehoffnungshütte – Wohnen auf St. Antony – Die Ausgrabung
  • Die Hütte ist Bestandteil der Early Birth Places, einer Zusammenarbeit von fünf europäischen Museum zum Thema der frühen industriellen Revolution. Dort ist besonders interessant die Simulation eines Hochofens, den du selbst füllen und anblasen kannst.

Ruhrblicke

eingezogene Ausstellungswände (c) eigenes Bild

eingezogene Ausstellungswände (c) eigenes Bild

Nur noch bis Sonntag, den 24. Oktober sind die Ruhrblicke im Sanaa-Gebäude an der Zeche Zollverein zu sehen, dafür ist der Eintritt in dieser letzten Woche aber auch kostenlos. Ich war gestern da und kann euch das nur empfehlen.

Sehr seltsames Gebäude mit viel offenem Raum, eingezogenen Ausstellungswänden, einem Riesenvorhang vor den 134 Fenstern.

Und natürlich eine Menge Fotos.

ALMA von Joachim Brohm (c) eigenes Bild

ALMA von Joachim Brohm (c) eigenes Bild

Da sind Kühltürme, Hochöfen und Fördergerüste von Bernd und Hilla Becher, da sind die beiden übergroßen Bilder von Andreas Gursky (die Kaue im Bergwerk Ost und das gelbe Meer im BVB-Stadion), da sind Zwiebeln, Autoreifen, Häuserfronten, Bürgermeister, ein Speicher mit immer wieder anders arrangierten Kategorien, da ist dieser Ausblick auf Essen und die Zeche Zollverein, da sind typische Ruhrpottbilder mit glühendem Schlackenabguss und verfallendem Almaring. Letzteres waren meine persönlichen Lieblingsbilder!

Mehr Infos:

Tag des offenen Denkmals im Ruhrpott

Am 12. September 2010 (also heute;-) findet europaweit der Tag des offenen Denkmals statt. Der deutsche Beitrag zu den „European Heritage Days“ steht dieses Jahr unter dem Motto: Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr.

Auch im Ruhrpott können viele Bauwerke und Denkmäler besichtigt werden, die sonst nicht geöffnet sind. Dazu gibt es Veranstaltungen und Aktionen. Den schnellsten Überblick bekommst du mit diese Google Map.Dort kannst du dir auch einen Merkzettel zusammenstellen mit den Sachen, die du dir ausgesucht hast. Sehr praktisch.

Ich zwitschere ja schon den Vormittag über verschiedene Möglichkeiten, hier ein paar:

  • Siedlung Mausegatt in Mülheim an der Ruhr (Wikipedia, Förderverein), Mausegattstraße, Kreftenscheerstraße, auf 11:00 – 15:00 Uhr, um 12 Uhr Vortrag & Bildershow zum Thema „Ruhrschifffahrt – Relikte der Vergangenheit“, Ausstellung: Verkehr der Kohle unter und über Tage, Veranstaltungen im Gerätehaus, Ludwigstraße 22
  • weitere offene Denkmäler in Mülheim findest du auf dieser Seite (Danke an Geewing für den Tipp!)
  • Villa Vogelsang in Essen Horst, Antonienallee 1, gebaut 1846-48 im Stil der Schinkelschule, heute Hotel, Wohn- und Büroräume (Wikipedia, Homepage, Linushotel), auf 14:00 – 18:00 Uhr, Führungen um 14:30, 16:00 und 17:30 Uhr
  • ehemaliger, sehr repräsentativer Bahnhof in Duisburg Hamborn (Markgrafenstr.130) von 1908 an der Strecke Oberhausen–Wesel, auf 12:00-14:00 Uhr (Wikipedia)
  • Zeche Consolidation mit dem Zentralschacht 9 in Gelsenkirchen Bismark, auf 11:00-18:00 Uhr, stündl. Führungen: Doppelbock und Dampfmaschine – Treff: südl. Maschinenhaus, Ausstellung zur Geschichte der Zeche, zur Bergarbeit und zum bergmännischem Brauchtum (Wikipedia, Homepage)
  • Wasserturm am Dortmunder Südbahnhof (Heiliger Weg 60), erbaut 1923 bis 1927 für die Deutsche Reichsbahn, 43 m hoch, 2 zwei zylindrischen Beton-Wasserbehälter mit 800 m³, auf 12:00-16:00 Uhr, Führung: 12:00 – 13:30 – 15:00 Uhr (Wikipedia)
  • In Werne verstanstaltet das Stadtmuseum eine Führung auf dem Jakobsweg zum Kapuziner-Kloster mit Besichtigung des Pesthauses, Start 11:00 Uhr (also husch!), Treff ist am Kirchhof 13 (Wikipedia, Homepage), Museum lohnt sich aber auch so!
  • In Waltrop gibt es das Schiffshebewerk im Schleusenpark, auch die Zeche Waltrop mit Manufactum und anderen Firmen sind gut bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht Gut Nierhof oder die Ruine Wilbringen, siehe Programm.
  • Die Cunosiedlung in Hagen ist von 12:00-16:00 Uhr geöffnet, 12:50 startet eine Führung (RIK, Hagen) – außerdem sind verschiedene Villen geöffnet so z. B. Villa Post, heute VHS

Wenn ihr noch Tipps wisst oder interessante Besichtigungen gemacht habt dann meldet euch doch mal in den Kommentaren, Danke!

Mysterious Zone von Frank Schultze

Wie ein Ufo, das eben gelandet ist, setzt Frank Schultze das "Colani-Ei" in Lünen-Brambauer in Szene. Foto: LWL/Frank Schultze

Wie ein Ufo, das eben gelandet ist, setzt Frank Schultze das "Colani-Ei" in Lünen-Brambauer in Szene. Foto: LWL/Frank Schultze

Frank Schultze, Diplom-Bildjournalist, hat schon den Abbau des Dortmunder Thyssen Krupp Stahlwerkes 2003 fotografiert: „Ein Gigant auf Reisen“ und damit beim Pixelprojekt Ruhrgebiet mitgemacht. Ich hab die Bilder damals in der DASA in Dortmund gesehen.

2006, bei „Marler Wege für den Frieden“ hat er seine Reportage “Zweites Leben kleiner Mörder“ aus Uganda gezeigt.

Bei Zeitenspiegel findest du weitere Reportagen von ihm, z. B. „Einmal Frieden und zurück“ über Friedensdorf Oberhausen (verletzte Kinder ausAngola werden in Deutschland behandelt und fliegenden dann wieder zurück).

Leuchtender Brückenschlag: die Polónyibrücke im Nordstern-park in Gelsenkirchen. Foto: LWL/Frank Schultze

Leuchtender Brückenschlag: die Polónyibrücke im Nordsternpark in Gelsenkirchen. Foto: LWL/Frank Schultze

Immer wieder fotografiert er im Ruhrgebiet, oftmals auch Nachts, oft anders als üblich.

Daraus ist jetzt entstanden:

Mysterious Zone – geheimnisvolles Ruhrgebiet„.

Das Buch ist bei der edition rainruhr erschienen, kostet knapp unter 20 Euro, hat 80 Seiten, 55 farbige Abbildungen, Vorwort von Sönke Wortmann, Texte von Andrea Kath, siehe Leseprobe.

Und das Beste ist: Zum Buch gibt es auch eine Ausstellung, und zwar im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, am Sonntag, den 22. August um 11:00 Uhr wird die Ausstellung in der Galerie Industriearbeit in der ehemaligen Zechenwerkstatt eröffnet und ist dann bis Ende Oktober zu sehen (Öffnungszeiten: Di – So 10:00 – 18:00 Uhr). Aus der Pressemitteilung:

„Eine Bergehalde sieht aus wie ein Ufolandeplatz, Autobahnen bilden ein Lichtgemälde, Faultürme leuchten wie blaue Eier. Wenn Frank Schultze mit seiner Kamera durchs Ruhrgebiet streift – gerne in der Nacht -, nimmt er schon oft Fotografiertes in den Focus. Seine Motive aber setzt er in ein ganz besonderes Licht. Das macht sie spannend, mysteriös und fast ein bisschen unheimlich. …

Frank Schultzes Fotografien laden ein, sich dem Ruhrgebiet neu zu nähern. Er zeigt Orte, die man zu kennen glaubt. Und doch enthüllt der Blick seiner Kamera im Bekannten das Unerwartete. Die Bilder zeigen: Jenseits von Kohle und Stahl gibt es im Revier viel zu entdecken. Wo sonst spannt sich jede Nacht ein Regenbogen über eine Autobahn? Wo gibt es zwischen alter und neuer Industrie eine fast mediterrane Strandatmosphäre?

Also, ich werd mir das anschauen gehen.

Auslaufendes Rot und andere B1|A40 Stories

Box 112% mit Regen, eigenes Bild (c)

Box 112% mit Regen, eigenes Bild (c)

So, am letzten Tag, bei strömendem Regen mach ich mich endlich auf die Socken, genauer gesagt die Unterarmgehhilfen, und erkunde die Schönheit der großen Straße. Das Kreuz Kaiserberg wollte ich erst in ein paar Wochen besuchen, der Wanderweg dort geht ja nicht verloren und lohnt sich auch unabhängig von Kunstinstallationen (ich sach mal nur: Delikatfisch Braun) und schon wegen der Landschaft (z. B. die Ruhrauenbrücken). Das RheinRuhrZentrum in Mülheim war mir dann zu weit, so ging es denn nach Essen und Wattenscheid.

Driveway Transit Exit, eigenes Bild (c)

Driveway Transit Exit, eigenes Bild (c)

Von Norden über A43 führte uns das Navi auf die A40 (wegen eines Umwegs durch die gesperrte Abfahrt Bo-Riemke kamen wir sogar an unserem Tisch auf dem Still-Leben vorbei;-) und so fuhren wir in Wattenscheid gleich auf die Tank-/Raststelle (Ausfahrt 31).

Dort gibt es die Box 112% von Martin Pfeifle zu sehen, welche mich, vor allem bei dem strömenden Regen irgendwie nich abholt (Motto: Ist das Kunst oder kann das wech?).

Seitenwechsel, eigenes Bild (c)

Seitenwechsel, eigenes Bild (c)

Außerdem war dort das Kunstwerk mit den Städtenamen und -entfernungen in Form von gelben Stangen und großen Beschriftungen (z. B. Banja Luka 1.313 km), stammt von Zinganel/Hieslmair und heißt Driveway Transit Exit. Eine liebevoll detaillierte Beschreibung findest du hier.

Für den dazu gehörenden Teil in der Kleingartenanlage war es mir zu viel Gewitter, aber die Bilder am Zaun von Peter Piller, genannt Seitenwechsel, hab ich dann doch noch aufgenommen. Mehr Photos davon gibt es dann auf Facebook. Weiter gings und trockener wurde es auch.

Wasserturm mit roten Fahnen, eigenes Bild (c)

Wasserturm mit roten Fahnen, eigenes Bild (c)

„Auslaufendes Rot“ ist eine von zwei Kunstinstallationen von Christoph Schäfer am Wasserturm auf dem Steeler Berg (die andere ist in Dortmund eine Reihe von Plakatschildern, siehe Infos des Künstlers), die auf den Kampf der Roten Ruhr Armee gegen die Militärputschisten im Jahre 1920 erinnern und auch anders verankern soll (siehe die Notizen in Video 1 und 2). Lange Jahre wurden die aufständischen Arbeiter totgeschwiegen, schlecht gemacht oder schlicht falsch dargestellt, einen Gedenkstein gab es nur für die andere Seite.

Rückwärtiger Eingang, eigenes Bild (c)

Rückwärtiger Eingang, eigenes Bild (c)

Inzwischen kann man die Geschichte genauer nachlesen, zum Beispiel auf der Internetseite Ruhr1920. Wer war damals im Recht? Wer war vor welchen Karren gespannt? Ich kenne die Wahrheit nicht, ich finde es aber schön und gut so darauf aufmerksam gemacht zu werden. Und selbst an meinem Wohnort in Haltern gab es damals Kämpfe von denen heute noch Gedenkorte existieren. Spannend, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen.

Autokino, eigenes Bild (c)

Autokino, eigenes Bild (c)

Heute wird die Turm von der Essener Tafel genutzt. Hinter dem Turm, im Ostpark findet grad das Bürgerschützenfest statt (noch bis 9. August).

Neben dem Turm führt die Markgräfer Straße gleich wieder auf die A40 zurück, wo es dann zurück nach Wattenscheid ging, diesmal auf der anderen Seite, zum Dükerweg.

BDSM-Schuppen, eigenes Bild (c)

BDSM-Schuppen, eigenes Bild (c)

Hier spielt sich das Roadmovie Ruhr ab, eine etwas provozierende Spiellandschaft für Erwachsene. Autokino, Gulaschkanone, Nissenhütten für die spartanische Übernachtungsmöglichkeit, ein BDSM-Schuppen (im wahrsten Sinne des Wortes ein Schuppen), das Motel Bochum, der Infopoint im Polo-Shop, ein U-Boot-Ausblick im Möbelhaus und ein Darkroom im D&W. Meine Güte, was es alles gibt.

Und sonst? Es gibt Schriftzüge auf den Brücken. Bei der Autobahnkirche in Bochum steht z. B. „Ich komm zur Ruhe“, was besonders bei Staus gut kommt. Am Tunnel stand „Ich bin von wir“ was ich grammatikalisch absolut nachvollziehen kann.

Die ganze Geschichte fand ich gut geerdet, nah am Volke, sprach mir aus der Seele, hatte ein Lächeln auf den lippen. Trotz des Regens. Der auch irgendwie passte.

Montantrödelmarkt in der Kokerei Hansa

Kompressorhalle, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Kompressorhalle, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Arschleder, Grubenlampen und Barbarafiguren kannst du auf dem traditionell an Christi Himmelfahrt (Vattertach) stattfindenden Trödelmarkt bestaunen. Aber auch für Bilder, Bücher oder Gestein lohnt sich das Stöbern und Staunen in der Kompressorhalle und in der Waschkaue (die dortige Ausstellung von Amely Spoetzl „Blattwerk“ ist dann allerdings zu, kann wieder vom 15.- 23. Mai besichtigt werden). Im letzten Jahr kamen über 1.000 Besucher, der Markt mit dem Schwerpunkt auf „Montan“ (im Sinne von Raritäten aus den Zeiten von Kohle und Stahl) ist inzwischen Kult, in diesem Jahr findet er zum 8. mal statt.

8. Montantrödelmarkt
Termin: 13. Mai 2010, 11:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Kokerei Hansa, Emscherallee 11, 44369 Dortmund
ÖPNV: Dortmund Hbf  mit U47 Richtung Westerfilde bis „Parsevalstraße“, zu Fuß in Richtung der Straße Mailoh (ca 7 min).
Der Eintritt ist frei!

Ofenbatterien, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Ofenbatterien, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Die Kokerei Hansa selbst ist auch einen Besuch wert. Sie ist in den Händen der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, die dort auch ihren Hauptsitz hat. Du kannst das Gelände in Teilen selbst besichtigen, und zwar zu den Öffnungszeiten des Infopunktes (April bis Oktober: Di-So 10:00 bis 18:00 Uhr , November bis März: Di-So 10:00 bis 16:00 Uhr). Dazu gibt es auch Audioguides. Oder du buchst eine Führung, davon gibt es eine ganze Menge: industriehistorisch, abends im Dunkeln, für Fotografen, mit der ganzen Familie, mit einem Altkoker als Führer, …, siehe hier.

Auch andere Veranstaltungen finden in den verschiedenen Gebäuden oder auf dem Gelände statt. Oder du bewunderst einfach den Stinkenden Strochenschnabel, 14 verschiedene Libellenarten oder Fische im Klärbecken. Die Industrienatur wird dort phantasiereich präsentiert.

Daneben gibt es im Turbokompressorgebäude eine Kletterhalle, mit kleinem Cafe, einer Sauna (kann auch ohne Klettern gebucht werden) und einem Klettershop. Draußen gibt es einen Beachgarten zum Abhängen am Strand und zwei Beachballfelder. Außerdem kannst du dir einen Grill mieten um deine mitgebrachten Würstchen zu grillen.

Ob die sanierte Innen-Kantine allerdings schon wieder in Betrieb ist kann ich dir leider nicht sagen.