Ruhrgold rollt und rollt und schwimmt

Das freie Kunstprojekt Ruhrgold verfolge ich ja schon seit geraumer Zeit und will euch auch weiterhin darüber berichten. Nun war ich leider bei zwei Aktionen nicht dabei:

Am 23. April war Ruhrgold am Standort der Zukunftsschule in Mülheim-Eppinghofen, das ist heute noch die Gemeinschaftshauptschule und das Mehrgenerationenhaus an der Bruchstraße. Hier zeigen sich zwei charakteristische Punkte der Kunstaktion:

  1. Ruhrgold rollt an typische Standortorte im Ruhrpott, sei es ein innovativer technischer Standort wie der Wissenschaftspark zur Eröffnung der Aktion (hier ein Video), sei es ein menschlicher Standort wie diese Schule. Hier findet der Strukturwandel in den Köpfen statt, hier werden grad die Weichen gesetzt für eine andere Bildung, für eine Bildungskette, die Perspektiven bietet gerade auch für Kinder mit – wie es so schön neudeutsch heißt – Migrationshintergrund. Prima, das mit Ruhrgold dort nochmal Aufmerksamkeit erzielt werden konnte!
  2. Ruhrgold ist verspielt, macht Spaß, bring Bewegung ins Spiel. Farbige Bälle schwirren durch die Luft, Kinder haben Spaß, Erwachsene staunen (manchmal auch umgekehrt;-), die Kugel bewegt die Menschen. Kein erhobener Zeigefinger oder trocken-ernste Kultursprachergüsse. Klar, Kunst wird immer erklärt (werden müssen) aber bitte so kurz und knapp und verständlich wie es bei Ruhrgold geschieht und dann ran an die Kugel *freu*. (hier 2 Fotos)
Die Mannschaft von Duisburg 01 bei der Aktion, Foto (c) Ruhrgold

Die Mannschaft von FLB 1 bei der Aktion, Foto (c) Ruhrgold

Am 6. Mai war Ruhrgold dann schwimmen. Na ja, nicht so richtig (obwohl das villeicht auch klappen könnte?) aber dennoch spektakulär. An Bord des Feuerlöschbootes 1 der Duisburger Feuerwehr schwamm die 200 kg schwere, kohlrabenschwarze Kugel durch den Duisburger Hafen, entlang der Industriekulisse und den dort zwischengelagerten Kohlehalden, die Löschkanonen wurden angeworfen (kleiner Filmbeitrag von Studio47). Ich freu mich schon auf die Bilder, die dabei entstanden sind.

Wenn du die Kunstaktion verfolgen möchtest dann schau doch mal auf die Seite mit den Stationen, dort siehst du die nächsten Termine und auch Berichte zu vergangenen Aktionen.

Der nächste Termin ist übrigens der 28. Mai, ab 15:00 Uhr auf der Zeche Hugo Schacht 2,  Brößweg, 45897 Gelsenkirchen. Die Kohleskulptur wird zum Ende der Schachtzeichen-Woche von Freitag bis Sonntag als Kleinod an  dem 62 m hohen Förderturm hängen. Wir sehen uns!

uf der Zeche Hugo Schacht 2, Brößweg, 45897 Gelsenkirchen zu den Schachtzeichen

Die Kohleskulptur wird inmitten der Schatzeichen im Herzen des Reviers als Kleinod von Freitag bis Sonntag an  dem  62 m hohen Förderturm kopfüber hängend zu sehen sein.

Start ist Freitag, der 28. Mai, um 15.00 Uhr mit den Höhenrettern

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Bald rollt das Ruhrgold wieder

Vor der Eröffnung

Vor der Eröffnung

Am 11. April rollte die schwarze zwei Meter große Kugel auf das Solardach des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen. Das war ein toller Auftakt für die Aktion, am morgigen Freitag geht es dann weiter zur zweiten Station.

Ab nach oben

Ab nach oben

Zitat von der Homepage:
Ruhrgold ist ein freies Kunstprojekt zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010, konzipiert für den sozialen und öffentlichen Raum im Ruhrgebiet von der Künstlerin Christiane B. Bethke in Zusammenarbeit mit den Fotografen Lothar Jankowski und Detlef Ilgner sowie der Autorin Bettina Brucker und Kunstkugel e.V.“
angekommen

angekommen

So eine große Kugel, außen ganz schwarz vor Kohle und doch glänzend, über 200 kg schwer und doch rollbar und überraschend beweglich, so eine Kugel ist schon ein Kunstwerk an sich. Im Wissenschaftspark stand sie zunächst noch auf ihrem Anhänger und wurde vorsichtig von den Gästen berührt.

rolle, rolle, ...

rolle, rolle, ...

In der Präsentation war der angekündigte Jan Hoet leider verhindert, Wolfgang Jung vom Wissenschaftspark und Manfred Beck, Kulturdezernent Gelsenkirchen fanden aber auch nette Worte (und natürlich auch für ein bisschen Werbung der eigenen Sache;-). Nach der Liste der Sponsoren (wie schwierig muss es sein das Geld zusammen zu bekommen?) zeigte die Künstlerin dann eine Powerpoint-Präsentation zu den Hintergründen und die ersten Fotos (im Schnee am Zentralhafen Bottrop).

und klick

und klick

Schön war auch, das die Kumpels, die auf den Fotos als Kugelroller mit Arbeitsklamotten und Helm zu sehen waren auch mit im Saal waren und beobachteten was draus geworden ist. Anschließend ging es nach draußen, gucken wie das Teil hochgezogen wurde und aufs Dach, schauen wie die Kugel rollt.

Und da zeigt sich die wirkliche Kunst.

kleine Gespräche

kleine Gespräche

Wie wirkt die Kugel auf die Menschen? Wer geht ran, wer schaut zu, wer fotografiert, wer beobachtet, wer spricht mit den Künstlern? Faszinierend zu schauen welcher Reigen sich da abspielte. Da vergisst jemand ständig sein Stativ, Kinder toben über das Dach, wildfremde Menschen rollen zusammen die Kugel über den Parcours, Fotografen warten auf freies Schussfeld, Menschen begeistern sich.

Ich bin gespannt auf die nächsten Aktionen. Die Kugel kenn ich schon. Aber was werden die Menschen dann damit machen?

Geplant ist morgen eine Aktion mit den Menschen der Zukunftsschule in Mülheim an der Ruhr, Bruchstraße 87. Nach der PowerPoint Präsentation um 10:15 werden circa 80 Schüler, Lehrer, Sozialpädagogen, ehrenamtliche Mitarbeiter, … mit großen farbigen  Bällen und dem Ruhrgold auf dem Schulhof, ja was denn wohl – spielen? interagieren? posieren?

rund, schwarz, weitreisend … Ruhrgold

Christiane B. Bethke, stammt aus und lebt in Mönchengladbach, betreibt mit über 20 Künstlerinnen und Künstlern ein Internationales Atelierprojekt in Köln (CAP Cologne, Mr.Banane Thomas Baumgärtel ist auch dabei), macht Projekte und Installationen im öffentlichen Raum.

Ein Querschnitt: Springshower lies Halme aus Duschköpfen wachsen, Spurenwechsel zeigte in roter Schrift Satzfragmente von Werbeslogans auf gelben Straßenmarkierungssteifen, Hafenkultur im Innenhafen Duisburg lies Koffer auf Rettungsringen schwimmen, Freiraum war ein Balanceakt für farbpigmentierte Glasscheiben auf Kugeln mit Musikperformance vom Cellisten Ludger Schmidt. Ach, ich bleib wieder bei den Skulpturen, Installationen, Interventionen hängen dabei macht sie auch Bilder. Mehr findest du auf ihrer Webseite.

Zur Ruhr.2010 macht sie wieder eine Installation: Ruhrgold

„RUHRGOLD ist ein freies Kunstprojekt zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010, konzipiert für den sozialen und öffentlichen Raum im Ruhrgebiet von der Künstlerin Christiane B. Bethke in Zusammenarbeit mit den Fotografen Lothar Jankowski und Detlef Ilgner sowie der Autorin Bettina Brucker und Kunstkugel e.V.“

Es handelt sich um eine Kugel mit zwei Meter Durchmesser, die in der mechanischen Werkstatt der Kokerei Prosper von außen mit Anthrazitkohle beklebt wurde (übrigens mit einem Fliesenkleber;-)). Wobei nicht nur die Kugel das Projekt ist sondern vielmehr die Bewegung derselben durch verschiedene Stationen, an verschiedenen kulturellen, öffentlichen, historischen und sozialen Standpunktenorten. Und Frau Bethke macht diese Kunst nicht alleine, die Akteure sind:

„Drei Kreative werfen mit RUHRGOLD mehr als einen Blick ins Ruhrgebiet: Die Künstlerin  Christiane B. Bethke hat die Idee und die Skulptur geschaffen. Sie bringt sie ins Rollen und lässt sie an ausgewählten Orten wirken und setzt sie in Szene. Ins rechte Licht rücken: Dafür steht der Essener Fotografen Lothar Jankowski und der Mönchengladbacher Detlef Ilgner hinter der Kamera. Die Autorin Bettina Brucker ist für die lebendigen Interviews und für verbindende Worte zuständig. In der ersten Phase stehen die rund 15 Stationen im Mittelpunkt. In der zweiten Phase werden Fotos und Texte in einem umfangreichen Bildband veröffentlicht. Dieser bezieht auch Menschen in das Geschehen und in die Auseinandersetzung ein, die nicht Teilnehmer oder Zeuge von RUHRGOLD vor Ort waren.“

Die geplanten Stationen findest du hier und die Einladung zum ersten Termin hier. Der Termin ist übrigens der 11. April (Sonntag, ich werd per Twitter noch dran erinnern;-) um 16:00 Uhr, Munscheidtstraße 14 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.Leider sind noch keine Pressefotos raus aber vielleicht kann ich ja da welche machen.

P.S. glaub bitte niemandem das Ruhrgold eigentlich Senf mit Honig wäre, ok? Und das Restaurant in Wetter mit gleichem Namen wird auch grad umgebaut. Auch Doggen oder Werbeagenturen gehören nicht zum Kunstprojekt.