Duisburg, die Hafenstadt im Pott

La Fura dels Baus: "Global Rheingold" Foto: Andreu Adrover (c)

La Fura dels Baus: "Global Rheingold" Foto: Andreu Adrover (c)

Das Duisburger Programm der Local Hero Woche ist echt der Hammer, es sind gleichzeitig die 33. Duisburger Akzente. Sie stehen unter dem Motto, das sich Duisburg für das Kulturhauptstadtjahr selbst gegeben hat: „Hafen der Kulturhauptstadt“ und spielen größtenteils in Ruhrort und auf der neu konzipierten Mercatorinsel. Neben dem bombastischen „Global Rheingold“ von der Gruppe La Fura dels Baus gibt es zur Eröffnung auch noch eine nächtliche Stadtteilparty u.a. mit 2raumwohnung und zahlreichen Vernissagen. Später wechseln sich dann Theater (z.B. Cortes – the Killer), Konzerte & Partys, Ausstellungen, Film (ja, auch Schimanski😉 aber auch MS Franziska), Literatur & Hörspiel, Vorträge, Diskussionen, Führungen & Tagungen und andere Kleinigkeiten wie nächtliche Beleuchtung der „herausragenden Gebäude Ruhrorts in stimmungsvollem Licht“.

Stadtplan von Johannes Corputius, 1566, aus dem Stadtarchiv, gemeinfrei

Stadtplan von Johannes Corputius, 1566, aus dem Stadtarchiv, gemeinfrei

Gerhard Mercator war übrigens ein Kartograph und Gelehrter in Duisburg um 15hundert. Vieles zu ihm findet sich im kultur- und stadthistorischem Museum. Vieles in Duisburg ist nach ihm benannt, einer seiner Schüler hat die erste exakte Karte Duisburgs angefertigt.

Innehafen am Abend, Bild von Harald Schrapers, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Innehafen am Abend, Bild von Harald Schrapers, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.0

Duisburg ist der größte Binnenhafen der Welt, der größte Stahlstandort Europas, liegt an der Mündung der Ruhr und des Rhein-Herne-Kanals in den Rhein. Neben den Ruhrorter Häfen gibt es noch den touristisch genutzten Innenhafen mit zahlreichen Museen (u.a. MKM, Legoland), zu Firmensitzen und Wohngebäuden umgebauten Speichergebäuden und Grachten, mit einem tollen Park, einer Buckelbrücke und der neuen Synagoge. Duisburg hat Theater, Philharmoniker, kleine Bühnen, großes Kino und überhaupt viel mehr zu bieten als ich dir hier in einem kleinen Artikel beschreiben kann. Also mach ich mal halblang:

Merkez-Moschee, Bild von -ani-, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Merkez-Moschee, Bild von -ani-, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Im Stadtteil Marxloh liegt die als „Wunder von Marxloh“ bekannte Merkez-Moschee. Anfang des Jahres sollte es Nazi-Aufmärsche in Marxloh geben, gegen die gemeinsame Proteste organisiert wurden. Ansonsten ist der Stadtteil vor allem für die Hochzeitskleider und den Medien-Bunker bekannt.

Brücke der Solidarität, Bild von Raimond Spekking, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Brücke der Solidarität, Bild von Raimond Spekking, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Zwischen Rheinhausen und Hochfeld führt die Brücke der Solidarität über den Rhein. Sie ist ein wichtiges Symbol für den Kampf der Stahlarbeiter gegen ihre Entlassungen während der Stahlkrise. Vom Alsumer Berg kannst du übrigens noch heute die Produktion in Stahlwerken beobachten, zusammen mit dem Haupttransportweg, dem Rhein und ganz viel grüner Landschaft drumherum.

Illumation von Jonathan Park im LaPaDu, Bild von Tobias Arnst, Wikipedia, Public Domain

Illumation von Jonathan Park im LaPaDu, Bild von Tobias Arnst, Wikipedia, Public Domain

Auch mehr als einen Besuch wert ist der LaPaDu, ein Landschaftspark rund um ein ehemaliges Hüttenwerk in Meiderich, der deutsche Alpenverein klettert dort, im Gasometer kannt du tauchen, für die Emscherkunst ist es die Infostation.

Außer den Flüssen und Kanälen hat Duisburg noch ganz viel Wasser zu bieten: Die Wasserwelt Wedau hat Regattastrecken und Leistungszentren für Kanusport aber auch einen Wasserspielplatz und andere Freizeiteinrichtungen, die Sechs-Seen-Platte bietet Wassersport für jeden (Schwimmbad, Surfen, Segeln, …) und gepflegte Biotope (südliche Seen) zum Erholen. Linksrheinisch liegt der Toeppersee, ebenfalls mit Wassersportmöglichkeiten.

Mir würd ja noch viel mehr einfallen aber ich wollte ja nur halblang machen 😉 .

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Aussichtspunkte für die Schachtzeichen (Westen)

Hier dann mal die Hochpunkte, die ich während der Schachtzeichen nutzen will bzw. empfehlen kann (von West nach Ost):

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Geleucht auf der Halde Rheinpreußen, Bild von Arnoldius, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Linksrheinisch gibt es relativ wenig Zechen aber schöne Halden:

  • Die Halde Pattberg (65 m überm Gelände) liegt in Moers an der Ecke A 57 / A 42, ist ein relativ flacher, langgestreckter, bewaldeter Bergrücken mit einem Gipfelkreuz und ein paar Funkamateuren, wenig los, keine Nachtbeleuchtung. Per Bus erreichbar plus PKW-Parkplatz. Links: Wikipedia, RIK, Stadt Moers zu ihren Halden, Google-Map
  • Die Halde Norddeutschland (77 m über Grund) in Neukirchen-Vluyn ist was für Ausdauersportler (vor allem wegen der endlosen Treppe mit ~360 Stufen und LED-beleuchtetem Handlauf;-). Oben gibt es das Hallenhaus und einen ungestörten Rundumblick. Links: Wikipedia, RIK, Neukirchen-Vluyn zu Halde, Treppe und Haus, Übersichtsplan, Google-Maps
  • Die Halde Rheinpreußen (78 m über Umgebungsniveau) liegt in Moers an der A 42 nahe dem Rhein, sie hat auf 70m Höhe das Geleucht von Otto Piene drauf, einen 28 m hohen Aussichtsturm (begehbar bis in 10m Höhe) in Form einer Grubenlampe. Der Turm ist nur an einigen Tagen in der Woche für ein paar Stunden geöffnet und wird Abends rot beleuchtet (siehe Homepage). Rundherum gibt es ein paar Zechen (siehe Karte). Am 24. Mai findet direkt dort eine Schachtzeichen-Veranstaltung statt. Anfahrt mit Bus möglich, Parkplatz in der Nähe (Gutenbergstraße). Weitere Links: Wikipedia, RIK, Stadt Moers zu ihren Halden, Google-Map

In Duisburg gibt es – wie auch sonst im Emschergebiet – viele Zechen (=viele Schachtzeichen):

  • Blick vom Alsumer Berg auf Kokerei und Hochofenwerk Schwelgern, Bild von Rainer Halama, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

    Blick vom Alsumer Berg auf Kokerei und Hochofenwerk Schwelgern, Bild von Rainer Halama, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

    Der Alsumer Berg (circa 50 m über dem Gelände) ist eine Schutthalde (auch Beecker Halde genannt) auf dem ehemaligen Ort Alsum (Gipfelkreuz erinnert noch daran). Wegen der Nähe zu den Industrieanlagen am Rhein ist er ein beliebter Standort für Fotografen, auch Nachts. Es gibt allerdings relativ wenig Zechen rundherum, die meisten in östlicher oder südlicher Richtung wo Bäume ein wenig die Aussicht trüben. Die Anfahrt mit ÖPNV ist kompliziert und mit 1h Fußweg verbunden (Maternatunnel!), fürs Auto das Navi auf Alsumer Steig programmieren. Vorteil: Neben den Ballonen kannst du auch die weiterverarbeitende Industrie (Kokerei, Kraftwerk, Stahlwerk) begucken. Links: Wikipedia, RIK, Revierpanorama mit beschrifteten Ausblicken, Google-Map

  • Im Landschaftspark Duisburg-Nord (LaPaDu) an der Ecke A 59 / A42 (nahe Ikea) gibt es den Hochofen 5, der in 70 m Höhe eine Aussichtsplattform hat. Der gesamte Park ist das ganze Jahr über rund um die Uhr und kostenlos begehbar. Abends wird die inzwischen auf energiesparende Leuchtdioden umgestellte Lichtinstallation von Jonathan Park eingeschaltet, das könnte bei den Nachtzeichen zu Sichtproblemen führen. Ansonsten sehr gut erreichbar (Straßenbahn von Duisburg Hbf), Parkmöglichkeiten, Besucherzentrum, Restauration, Spielplätze, Kletterwände, Hochseilparcour , Tauchgasometer, viel Freizeitwert! Links: Homepage, Parkplan, Wikipedia, RIK (Karte Industrienatur), Google-Map

In Oberhausen:

  • Blick vom Gasometer auf die Neue Mitte Oberhausen, Bild von Raimond Spekking, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0 & GDFL

    Blick vom Gasometer auf die Neue Mitte Oberhausen, Bild von Raimond Spekking, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0 & GDFL

    Der Gasometer (Höhe 117,5 m über Grund) hat in der Schachtzeichenwoche bis 22:00 Uhr geöffnet und er hat schon mal den großen Vorteil, das ein Aufzug nach oben führt. Ist also auch für Leute mit Rolli geeignet (an der Info Bescheid sagen, der „normale“ Aufzug fährt erst ab der 3. Ebene! Rampen auf dem Dach sind ziemlich schräg.). Nachteil ist, das der Eintritt zur Ausstellung fällig wird (die ist aber auch absolut sehenswert!), Eintritt 7 Euro, Tipp: gleich ne Dauerkarte nehmen, die kostet nur 15 Euro. Außerdem: Gut erreichbar via Centro Oberhausen (Parkplätze, ÖPNV, plus Fußweg). Auch im Dunkeln kein Problem da Wege beleuchtet sind. Essen gehen und weitere Freizeitgestaltung im Umfeld gut möglich. Evtl. aber überlaufen und oben nur begrenzt Platz auf dem Dach! Am 28. Mai (18:00-24:00 Uhr) nicht wundern wenn dir Darth Vader entgegenkommt, da ist die „Vollmondnacht: Star Wars“! Weitere Links: Wikipedia, RIK, ERIH, Google-Map

  • Die Knappenhalde (Höhe 55m über Grund) liegt auf der anderen Seite des Centros und ist stark bewaldet, hat aber oben einen Aussichtsturm, der ein paar (nicht alle!) Blickrichtungen ermöglichen sollte. Direkt dabei liegt die Zeche Oberhausen, die sich einen der Ballone im letzten Jahr mit dem KulturRun selbst erlaufen hat und ein prima Programm anbietet. Der Aufstieg von der Knappen- oder Lipperstraße (leider nur wenige Parkplätze) dauert ein bisschen, da er größtenteils in Spiralen hochgeht, ein wenig Kunst ist rechts und links des Weges zu sehen, keine Beleuchtung. Vorteil: wenig bekannt, Anfahrt von Oberhausen Hbf mit Bus bis zur „Zeche Oberhausen“ möglich (Achtung Fahrtzeiten checken!), preiswerte Übernachtungsmöglichkeit im Hostel. Nachteil: nur begrenzter Platz auf der Aussichtsplattform. Links: Wikipedia, RIK, Oberhausen-Rheinland, Google-Map

… Fortsetzung folgt …

Nachtaufnahmen im Ruhrpott – hier ein paar Tipps

Faultürme und Treppenhaus des Klärwerks Bottrop, eigenes Bild, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Faultürme und Treppenhaus des Klärwerks Bottrop, eigenes Bild, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Beim Twittern kommt mir dieser Tage immer wieder die Anfrage vor Augen: Wo gibt es schöne Plätze für tolle Nachtaufnahmen im Revier? Ich find das  prima, das die Leute hier losziehen wollen. Und der Pott bietet viele Gelegenheiten dazu.

Außerdem hat die Jahreszeit einem entscheidenden Vorteil: Es gibt ein bisschen weniger Blätter an den Bäumen! Ich sollte also nochmal zum Klärwerk Bottrop fahren ;-). Allerdings gibts auch einen entscheidenden Nachteil: es ist kälter. Während sich der Mensch hinter der Kamera dagegen noch wappnen kann ist das doch für die Kamera ein bisschen ungesund. Vor allem in Zusammenhang mit Feuchtigkeit.

Aber nun zu meinen Vorschlägen:

Tag 21

Hab heute mindestens sieben Beiträge angefangen aber nicht einen beendet. Manno. Echt Stress, eyhhh. Da der Blog nicht genug Geld abwirft muss ich fürs Katzenfutter noch nebenher anschaffen gehen. Hotline, Schulung, IT-Beratung, da komm ich noch nicht mal zum zwitschern. 😉

Nun denn, und sonst?

Gibt eine neue Seite mit „Geheimtipps„: Weiterlesen