Tag der Architektur 2010

Heute und Morgen (26./27.Juni) ist wieder Tag der Architektur (TdA) im gesamten Bundesgebiet, natürlich auch in NRW und in vielen Ruhrgebietsstädten (siehe Datenbank). Firmen und Privatleute öffnen ihre Türen, auch Gärten, Landschaftsparks und Stadtplanungen können besichtigt werden. Neben der einmaligen Gelegenheit an nicht-öffentlichen Orten Fotos zu machen und Baukunst / Design zu bestaunen kann man auch mit den Beteiligten ins Gespräch kommen, Führungen erleben, das Rahmenprogramm besuchen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Das Haus der Essener Geschichte (Stadtarchiv) in der denkmalgeschützten Luisenschule und dem angrenzenden, auffälligen Magazin-Neubau (17 km Archivregale!) mit markanter, rostroter Außenfassade aus Cortenstahl. Führung heute um 11:30 Uhr, geöffnet auch nur heute von 11:30 – 13:30 Uhr. Siehe AkNW, Baukunst NRW, Stadt Essen
  • Duisburg-Buchholz: Umbau der Kirche St. Nikolaus zu einem sozial-karitativen Zentrum (Einweihung), Besichtigung Samstag von 10:00 – 12:00 und 14:00 – 17:00 Uhr, Führungen finden stündlich statt. Siehe AkNW.
  • Gelsenkirchen: Park auf Zeit auf dem alten Güterbahnhof in Schalke-Süd. „Auf Zeit“ deshalb weil mit jeder der bereits geplanten Wohnbebauungen sich der (Sport)park wieder verkleinert. Besichtigung am Samstag von 14:00 – 16:00, am Sonntag von 14:00 – 15:00 Uhr. Siehe AkNW, Architekten
  • Dortmund: Wege des Regenwassers, Besichtigung Samstag und Sonntag 14:00 – 16:00 Uhr, Führung 14:15 Uhr. Siehe AkNW und Rettungswache Wichlinghofen, Besichtigung heute 11:00 – 13:00 Uhr, siehe AkNW.

Eröffnungsveranstaltung ist in Kiel, am Schwedenkai.

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Ruhrgold rollt und rollt und schwimmt

Das freie Kunstprojekt Ruhrgold verfolge ich ja schon seit geraumer Zeit und will euch auch weiterhin darüber berichten. Nun war ich leider bei zwei Aktionen nicht dabei:

Am 23. April war Ruhrgold am Standort der Zukunftsschule in Mülheim-Eppinghofen, das ist heute noch die Gemeinschaftshauptschule und das Mehrgenerationenhaus an der Bruchstraße. Hier zeigen sich zwei charakteristische Punkte der Kunstaktion:

  1. Ruhrgold rollt an typische Standortorte im Ruhrpott, sei es ein innovativer technischer Standort wie der Wissenschaftspark zur Eröffnung der Aktion (hier ein Video), sei es ein menschlicher Standort wie diese Schule. Hier findet der Strukturwandel in den Köpfen statt, hier werden grad die Weichen gesetzt für eine andere Bildung, für eine Bildungskette, die Perspektiven bietet gerade auch für Kinder mit – wie es so schön neudeutsch heißt – Migrationshintergrund. Prima, das mit Ruhrgold dort nochmal Aufmerksamkeit erzielt werden konnte!
  2. Ruhrgold ist verspielt, macht Spaß, bring Bewegung ins Spiel. Farbige Bälle schwirren durch die Luft, Kinder haben Spaß, Erwachsene staunen (manchmal auch umgekehrt;-), die Kugel bewegt die Menschen. Kein erhobener Zeigefinger oder trocken-ernste Kultursprachergüsse. Klar, Kunst wird immer erklärt (werden müssen) aber bitte so kurz und knapp und verständlich wie es bei Ruhrgold geschieht und dann ran an die Kugel *freu*. (hier 2 Fotos)
Die Mannschaft von Duisburg 01 bei der Aktion, Foto (c) Ruhrgold

Die Mannschaft von FLB 1 bei der Aktion, Foto (c) Ruhrgold

Am 6. Mai war Ruhrgold dann schwimmen. Na ja, nicht so richtig (obwohl das villeicht auch klappen könnte?) aber dennoch spektakulär. An Bord des Feuerlöschbootes 1 der Duisburger Feuerwehr schwamm die 200 kg schwere, kohlrabenschwarze Kugel durch den Duisburger Hafen, entlang der Industriekulisse und den dort zwischengelagerten Kohlehalden, die Löschkanonen wurden angeworfen (kleiner Filmbeitrag von Studio47). Ich freu mich schon auf die Bilder, die dabei entstanden sind.

Wenn du die Kunstaktion verfolgen möchtest dann schau doch mal auf die Seite mit den Stationen, dort siehst du die nächsten Termine und auch Berichte zu vergangenen Aktionen.

Der nächste Termin ist übrigens der 28. Mai, ab 15:00 Uhr auf der Zeche Hugo Schacht 2,  Brößweg, 45897 Gelsenkirchen. Die Kohleskulptur wird zum Ende der Schachtzeichen-Woche von Freitag bis Sonntag als Kleinod an  dem 62 m hohen Förderturm hängen. Wir sehen uns!

uf der Zeche Hugo Schacht 2, Brößweg, 45897 Gelsenkirchen zu den Schachtzeichen

Die Kohleskulptur wird inmitten der Schatzeichen im Herzen des Reviers als Kleinod von Freitag bis Sonntag an  dem  62 m hohen Förderturm kopfüber hängend zu sehen sein.

Start ist Freitag, der 28. Mai, um 15.00 Uhr mit den Höhenrettern

Bald rollt das Ruhrgold wieder

Vor der Eröffnung

Vor der Eröffnung

Am 11. April rollte die schwarze zwei Meter große Kugel auf das Solardach des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen. Das war ein toller Auftakt für die Aktion, am morgigen Freitag geht es dann weiter zur zweiten Station.

Ab nach oben

Ab nach oben

Zitat von der Homepage:
Ruhrgold ist ein freies Kunstprojekt zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010, konzipiert für den sozialen und öffentlichen Raum im Ruhrgebiet von der Künstlerin Christiane B. Bethke in Zusammenarbeit mit den Fotografen Lothar Jankowski und Detlef Ilgner sowie der Autorin Bettina Brucker und Kunstkugel e.V.“
angekommen

angekommen

So eine große Kugel, außen ganz schwarz vor Kohle und doch glänzend, über 200 kg schwer und doch rollbar und überraschend beweglich, so eine Kugel ist schon ein Kunstwerk an sich. Im Wissenschaftspark stand sie zunächst noch auf ihrem Anhänger und wurde vorsichtig von den Gästen berührt.

rolle, rolle, ...

rolle, rolle, ...

In der Präsentation war der angekündigte Jan Hoet leider verhindert, Wolfgang Jung vom Wissenschaftspark und Manfred Beck, Kulturdezernent Gelsenkirchen fanden aber auch nette Worte (und natürlich auch für ein bisschen Werbung der eigenen Sache;-). Nach der Liste der Sponsoren (wie schwierig muss es sein das Geld zusammen zu bekommen?) zeigte die Künstlerin dann eine Powerpoint-Präsentation zu den Hintergründen und die ersten Fotos (im Schnee am Zentralhafen Bottrop).

und klick

und klick

Schön war auch, das die Kumpels, die auf den Fotos als Kugelroller mit Arbeitsklamotten und Helm zu sehen waren auch mit im Saal waren und beobachteten was draus geworden ist. Anschließend ging es nach draußen, gucken wie das Teil hochgezogen wurde und aufs Dach, schauen wie die Kugel rollt.

Und da zeigt sich die wirkliche Kunst.

kleine Gespräche

kleine Gespräche

Wie wirkt die Kugel auf die Menschen? Wer geht ran, wer schaut zu, wer fotografiert, wer beobachtet, wer spricht mit den Künstlern? Faszinierend zu schauen welcher Reigen sich da abspielte. Da vergisst jemand ständig sein Stativ, Kinder toben über das Dach, wildfremde Menschen rollen zusammen die Kugel über den Parcours, Fotografen warten auf freies Schussfeld, Menschen begeistern sich.

Ich bin gespannt auf die nächsten Aktionen. Die Kugel kenn ich schon. Aber was werden die Menschen dann damit machen?

Geplant ist morgen eine Aktion mit den Menschen der Zukunftsschule in Mülheim an der Ruhr, Bruchstraße 87. Nach der PowerPoint Präsentation um 10:15 werden circa 80 Schüler, Lehrer, Sozialpädagogen, ehrenamtliche Mitarbeiter, … mit großen farbigen  Bällen und dem Ruhrgold auf dem Schulhof, ja was denn wohl – spielen? interagieren? posieren?