Preisträger Literaturpreis Ruhr 2011

Literaturpreis Ruhr Fritz Eckenga

Literaturpreis Ruhr 2011 für Fritz Eckenga

Der Dortmunder Kabarettist und Autor Fritz Eckenga wird mit dem Literaturpreis Ruhr 2011 ausgezeichnet. Fritz Eckenga ist seit langem als vielseitiger Schriftsteller, als Autor für Printmedien (u. a. für die taz) und Radio- und TV-Sender (WDR, ARD) und als Mitglied des Rocktheaters N8schicht bekannt. Legendär sind seine Auftritte als Bademeister mit verspiegelter Sonnenbrille, der in schönstem Ruhrdeutsch dem Chaos am und im Freibadbecken Herr zu werden versucht („Ehh!!! Spring nich vonne Seite rein, Kollege! Machse datt zu Hause auch?“). Seit 1997 hat Fritz Eckenga zahlreiche Bücher und CDs mit scharfsinnig-humorvollen Gedichten, zeitkritischen Erzählungen und kabarettistisch-satirische Texten veröffentlicht. Eckengas Gedichte handeln vom Sport (datt heißt Fußball), von Politik und Politikern, einfachen und schwierigen Liebesbeziehungen und vom Dichten selbst.

Er erhält den mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein literarisch-satirisches Gesamtwerk.

Der Literaturpreis Ruhr wird jährlich vom Regionalverband Ruhr (RVR) vergeben (2011 inzwischen zum 26. Mal!) und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut. Die sechsköpfige Jury hat in der Endauswahl 41 Vorschläge für den Hauptpreis bewertet und 114 Bewerbungen für die Förderpreise erhalten.

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Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs um die beiden Förderpreise des Literaturpreises Ruhr lautete „Keine Kohle“. Die Förderpreise sind mit jeweils 2.550 Euro dotiert.

Förderpreis für Christina Leicht "Land unter"

Förderpreis für Christina Leicht "Land unter"

Christina J. Leicht ist Juristin und lebt in Düsseldorf.

Sie erzählt in „Land unter“ von einem sommerlichen Schiffsausflug auf dem großen Ruhrlandsee. Es handelt sich um eine Nostalgiereise, denn am Grund des Sees befindet sich die ehemalige Ruhrlandschaft. Tief unter sich erkennen die Passagiere die A 40, das Centro, die Schalke-Arena. Am Ufer des Sees blühen, dank Klimawandel, die Zitronenbäume. Dass das „Absaufen“ ihrer Heimat für die Ur-Bevölkerung nicht ohne Folgen ablief und insbesondere ältere Menschen darunter leiden, wird an der Rolle des Vaters des Schiffskapitäns verdeutlicht.

Förderpreis für Florian Szigat

Förderpreis für Florian Szigat

Florian Szigat arbeitet als PR-Manager und Redakteur, stammt aus Witten und ist 2008 nach Berlin gezogen.

Seine Geschichte „Niemandland“ handelt von einer Virus-Pandemie im Jahr 2025, die die Menschen weltweit nach und nach dahinrafft. Es kommt zu Bürgerkriegen, zu Kämpfen zwischen Gesunden und Kranken, Plünderungen. Allein Prof. Dr. Rottmann im Ruhrgebiet, der Region mit der größten Dichte kreativer Intelligenz weltweit, hat das Wissen, die Pandemie zu beenden. Sein Wundermittel hat er aus der Steinkohle entwickelt. Florian Szigat blickt mit satirischen Mitteln auf das strukturgewandelte Ruhrgebiet und seine Zukunft, mit kräftigen Seitenhieben auf Politik und Technik.

Zur öffentlichen Preisverleihung laden Regionalverband Ruhr und Literaturbüro Ruhr am 11. November um 19.30 Uhr in den Residenzsaal des Schlosses Borbeck in Essen ein.

Jess Jochimsen heute im Trigon

Jess Jochimsen - Foto © Achim Hehn

Jess Jochimsen - Foto © Achim Hehn

Er soll – nach eigener Angabe – meist lustige Geschichten erzählen, immer schlimme Dias zeigen und oft traurige Lieder singen. Und überhaupt ist Durst schlimmer als Heimweh. Trotzdem, oder gerade deswegen freue ich mich darauf das mal live zu erleben.

Im Kulturboitel, der hiesigen Kleinkunst-Initiative von Sparkasse, Zeitung und Stadt, gibt es heute Abend die erste der Abo-Veranstaltungen 2010/2011 (ja, ich bin schon in dem Alter wo man sowas im Abo macht;-). Und von wegen Kleinstadt, Jess kommt grad aus Düsseldorf wo er gestern noch gespielt hat. Ja, wir sind Metropole.

Außer einem Wikipedia-Artikel und dem Comedyprogramm mit seinen fürchterlichen Dias gibt es auf seiner Webseite noch ein paar interessante Dinge zu entdecken, z. B. hat er die Stimmlage Tenor, Schuhgröße 43, spielt u. a. Klarinette und ist Staatlich geprüfter Rettungssanitäter. Dann kann ja nix mehr passieren.

RuhrHochDeutsch – Musik, Kabarett, Comedy, Film und Kunst

Plakat (c) Fletch Bizzel

Plakat (c) Fletch Bizzel

Bitte merken: Im Juli, August, September gibt es im Spiegelzelt vor dem Dortmunder U ein Stelldichein (alle Infos laut Webseite und ohne Gewähr):

  • Kabarett und mehr im Zelt: Herbert Knebel, Lioba Albus, Hennes Bender, Frank Goosen, Jochen Malmsheimer, Bruno „Günna“ Knust, Dr. Stratmann, Ingo Appelt, Leo Bassi, Ars Vitalis, Die Familie Podolski, Fritz Eckenga, Richard Rogler, Winfried Schmickler, Horst Schroth u.v.m.
  • Ruhrpott Movies im Schauburg Kino: Filme von Regisseuren wie Peter F. Bringmann, Klaus Emmerich, Peter Thorwart, Adolf Winkelmann.
  • Fotoausstellungen im Theater Fletch Bizzel von Jürgen Wassmuth, Standout Bussenius und Reinicke
  • Tana-Schanzara-Nachwuchswettbewerb

Wie sagt die noch nicht fertiggestellte Webseite weiter: Ruhrdeutsch ist der „märchenhafteste aller deutschen Dialekte“.

Weitere Infos siehe hier, hier, hier (mit Fotostrecke) und hier.

N8chtschicht – Die Ruhris

Ihre und Ihm seine Heimat im Stiele von Grzimek:

Gibt natürlich auch noch Teil 2 und 3.

Ne, schön is datt nich

Meine Damen und Herren, ich möchte Sie heute Abend mitnehmen in ein Land voller Zauber und Poesie, wo man Gesichter Fressen nennt. *Lacher*. Ich möchte Sie mitnehmen in das Land der Vorlauten und Frechen, mitnehmen in das Land wo nicht Milch und Honig fließen sondern Pils und Korn, *kleinerLacher*, wo man bollich ist und doch auch sentimental, ich möchte Sie mitnehmen in unser aller Heimat, ins Ruhrgebiet………

Schön gemacht, schön gesprochen und viel Wahres drin, vor allem die passenden Bilder zum Text ausgesucht.

Aktueller Anlass? In der WAZ gibt es den Vorabdruck des neuen Bandes „Radio Heimat“ von Frank Goosen.