Cortés The Killer

Letztes Jahr „Ich war noch nie am Bosporus“ gesehen? Das Teestuben-Theater Made in Marxloh, im Medien-Bunker? Von Dirk Schwantes? Das Stück war ein Geheimtipp, handelte von Sehnsucht und auch von deutsch-türkischen Menscheleien. Mit Dias, Musik, einer liebevoll eingerichteten Teestube und kleinen Geschichten. Entstanden aus Interviews mit Menschen aus Duisburg, die tatsächlich schon mal am Bosporus waren.

Nun denn, ob du da warst oder nicht – vielleicht interessiert dich das nächste Stück von Dirk Schwantes und Katja Wiefel. Es ist wieder ein Teil der Duisburger Akzente, diesmal auch Teil der Ruhr.2010: Cortés The Killer!

Zitate von der passend düster gestalteten Präsentation:

„Das tragisch-komische Theaterstück erzählt mit stimmungsreichen Bildern und Live-Musik von der Entdeckung, Eroberung und Zerstörung anderer Kulturen und von den Kindern, die sich dem Erbe und den Taten ihrer Väter nicht entziehen können.“

Der Duisburger Schauspieler Wilhelm von Hoegen erzählt und spielt Hernán Cortés. An seiner Seite spielt der junge Marxloher Gitarrist Christian Finzel seinen Sohn Martín.“

Dort findest du auch noch weitere Infos, ein Video, die restlichen Termine.

Premiere ist zwar erst in sechs Wochen am Sonntag, dem 23. Mai um 20:00 Uhr aber die Karten könntest du dir ja jetzt schon besorgen, ehe sie weg sind. Kosten 8 Euro und sind zu kriegen bei der Lotto Annahmestelle Grafen und beim Ruhr.Visitorcenter Duisburg. Spielort ist dann die helden.bühne in Duisburg-Ruhrort. Alle Infos im Detail auf der Webseite.

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Die Projektfabrik

Die Projektfabrik e. V. ist die Intuition hinter dem Funkensprung. 2005 gegründet von der Diplomsozialarbeiterin Sandra Schürmann, 2006 bereits mit dem Deutschen Förderpreis für Jugend in Arbeit ausgezeichnet und anschließend noch weitere Preise eingeheimst (das Geld wurde reinvestiert ins Projekt). Das Konzept ist die Verknüpfung von Theater und Arbeitsvermittlung bzw. das Fitmachen für den Job. Die „Kunden“ des Vereins (hinter den Teilnehmern) sind die ARGE- Jobvermittlungszentren und Bildungsträger. Bis heute wurden 74 Projekte angegangen, davon laufen derzeit noch 21. Fast anderthalbtausend junge Menschen haben durch die Arbeit der Projektfabrik ihr Leben grundlegend verändert.

Der Hauptsitz der Projektfabrik ist in Witten, Nebenstellen gibt es in Castrop-Rauxel und Bochum, weitere Aktivitäten in den Niederlanden und der Schweiz.

Aktivstes Projekt ist derzeit JobAct (R), ein Konzept bei dem die jugendlichen Arbeitslosen im ersten Part (5 Monate) ein Theater aufbauen und erarbeiten (von der Themenfindung über Texte, Kostüme, Bühnenbild, Vermarktung bis zur Premiere)  und im zweiten Part (ebenfalls 5 Monate) einen selbst organisierten Praktikumsplatz in der freien Wirtschaft besuchen. Für die Suche werden sie mit Bewerbungstraining fitgemacht, die ganze Aktion wird von Theater- und Sozialpädagogen begleitet. Zu 60% ergibt sich aus dem Praktikum eine Festanstellung, die „normale“ Vermittlungsquote beträgt dagegen nur 30%.

Aktuell laufen JobAct Projekte in Barsinghausen (Premiere des Theaterstücks „Die sieben Brücken“ ist am 30. März 19:00 uhr im Kulturzentrum Barsinghausen KuBa), in Bochum und Münster, in Berlin und und und.

Mit Lingua Szena gibt es auch eine Art JobAct speziell für menschen mit Migrationshintergrund.

Sonst noch zu empfehlen? Das Weblog der TeilnehmerInnen und der umfangreiche Pressespiegel.

Daily Soap „Essen is fertig“

Ich geb es zu, es ist mir auch erst letzte Tage unter die Finger gekommen, wahrscheinlich wegen dieser Pressemitteilung. Ralf Lilienthal hat sie in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Essen und unterstützt von Ruhr.2010 entwickelt. Seit ein paar Tagen lese ich mich in die Geschichte ein und finde sie einfach genial. Ein paar Auszüge aus der Webseite:

Die Rahmenhandlung:

„Kurt Kruppke, Kokerei-Arbeiter in Rente, erbt ein alte, etwas heruntergekommene Villa und gründet eine Mehrgenerationen-WG. Zwölf sehr eigenwillige Charaktere treffen aufeinander – genug Erzählstoff für eine 365-Tage-Online-Soap. Und eine Liebesstory der Marke ‚Kriegen sie sich oder kriegen sie sich nicht’ spielt auch noch mit hinein.“

Die Impro-Idee:

„Die Online-Soap funktioniert wie ein Impro-Theaterstück (z. B. ‚Schillerstraße’). Die Leser schicken Sätze, die der Autor in die Story einbauen muss. Jeden Tag mindestens einen, auch wenn er die Reihenfolge selber bestimmen kann.“

Und die Sätze haben es in sich!

Den ersten Satz hat niemand geringeres als Doktor Stratmann gespendet: „Doc, wenn ich jetzt nich‘ bald meine Schlaftablette kriege, dann schlaf ich noch von alleine ein!“. Der ist auch schon eingebaut – gleich am Anfang vor dem Prolog. Und Joe Bausch, Tatort-Darsteller hat gespendet: Ich sage dir: „Meine Tage sind alle gleich lang, aber unterschiedlich breit”.

Weitere gespendete Sätze sind so netten Ruhrpott-Sachen wie: „Nich’ am Lack packen!“, „Schmeckt nicht, gibt’s nicht! Ist doch ein Rezept von Henriette Davidis!“ oder „Pass auf, sonst hat der Arsch gleich Kirmes“. Es gibt auch allgemeine Weisheiten wie „Besser zu spät ankommen, als gar nicht erst starten.“ oder „Eine Hand wäscht die andere – und am Ende sind alle schmutzig.“ Mein absoluter Lieblingssatz ist übrigens: „Ich trink`kein Fiege, da muss ich immer nachts aufs Klo.“ 😉

Du kannst natürlich auch einen Satz spenden. Erwünscht sind (mindestens) 25 Euro. Und die sind für einen wirklich guten Zweck, nämlich das Projekt Funkensprung in der Projektfabrik e. V.

Strike! In dieser Nacht schlagen wir zurück!

Counter-Strike-Interface, Bild von Jonathan Haas, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Counter-Strike-Interface, Bild von Jonathan Haas, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Wie viele Jugendliche begeistern sich Remo und Anatol für „Counter-Strike„. Abend für Abend gehen die beiden online und spielen sich durch Maps, bekämpfen virtuelle Feinde und gegnerische Clans. Mit drei anderen, die sie aus dem Internet kennen, bilden sie die „Mystic five“. Gemeinsam zurückschlagen, wenn sie angegriffen werden – darauf kommt es in „Counter-Strike“ an.

An diesem Tag, dem 30. April, treffen Remo und Anatol sich im Internetcafé „Citynet“ eines Einkaufscenters, um sich für einen E-Sport-Cup in Singapur zu qualifizieren. Allerdings ist es auch ihre letzte Chance, überhaupt noch einmal teilzunehmen, denn tags darauf tritt in Deutschland ein neues Gesetz in Kraft, das alle so genannten „Killerspiele“ verbietet und unter Strafe stellt. Anatol beschließt, sich auch im wirklichen Leben nicht alles gefallen zu lassen:

„Zocken verboten, ja? Vielleicht wird übermorgen Atmen verboten. Oder Trinken. Aufs Klo gehen? Tut mir leid, hat die Regierung verboten. Ohne uns. Das sag ich dir, ohne uns. Jetzt kommt der Gegenschlag. In dieser Nacht schlagen wir zurück.“

Das Stück von Lorenz Hippe wird heute (01. März, 11:00 und 18:00 Uhr) am Schauspielhaus Bochum, Eve Bar aufgeführt. Und außerdem noch an gleicher Stelle am 16.03.2010 um 18:00 Uhr, am 21.04.2010 um 18.00 Uhr und am 22.04.2010 um 10.00 Uhr. Vorher wurde es bereits an anderen Orten aufgeführt, zum Beispiel im Theater Osnabrück zu dem auch der hier zitierte Pressetext erschienen ist.

Zusammen mit Remo will er sich in dem Einkaufscenter einschließen lassen, um wenigstens diese Nacht noch spielen zu können, denn keiner von beiden hat zuhause die Möglichkeit. Nur sehr widerwillig lässt Remo sich auf den Plan seines Freundes ein. Alles scheint gut zu gehen. In einem günstigen Moment entwendet Anatol die Schlüssel zum „Citynet“. Doch als der Ladenbesitzer den Diebstahl bemerkt und den Wachschutz alarmiert, sehen sich die Jugendlichen mit neuen Hindernissen konfrontiert. Anatol schmiedet einen zweiten, in Remos Augen wahnwitzigen Plan: nach Ladenschluss den Wachmann als Geisel zu nehmen.

Damit gehen die Probleme erst richtig los. Immer heftiger geraten die Freunde aneinander, und als ihre Geisel plötzlich spurlos verschwunden ist, beginnt eine Flucht, die Anatol und Remo auf das Dach des Einkaufszentrums führt, das inzwischen von der Polizei umzingelt ist.

Counter Strike und andere „Killerspiele“ werden verboten – so abwegig ist dieser Ansatz heutzutage gar nicht mehr. Und so einschneidend wäre dies für die betroffenen Jugendlichen, die diese Spiele sehr intensiv spielen – und dafür kriminalisiert werden. Auf die Ebene ebend dieser Jugendlichen begibt sich auch das Stück, sei es in der Beleuchtung oder der Sprache oder der Action, sei es die Ähnlichkeiten von bestimmten Situationen oder Handlungsalternativen im RL oder in CS. Geschickt werden Realität und Spiel miteinander verwoben, bis fast nicht mehr klar ist was Sache ist. Dabei wird der erhobene Zeigefinger gar nicht erst probiert – und das ist die große Chance des Spiels: die Zielgruppe ernstnehmen, nicht verurteilen, die Tür für Gespräche und Verständnis zu öffnen. Die Frage ist nur ob die erwachsenen Begleitpersonen diesen Kulturschock auch verstehen und umsetzen werden.

Tag 59

Xynthia ist immer noch aktiv und nervt gewaltig. Da ist nämlich so ein Deckeldingsbums am Ende des Metallrohrs unseres Schornsteins abgegangen und wackelt fleißig oben hin und her – und schläg natürlich jedesmal an ebend dieses Metallrohr wieder an. Nun, morgen mal den Schornsteinfeger anrufen, der war letztens da zum Kehren und hat datt da vermutlich nich richtig angeklemmt wiedda. Schlimmer Junge.

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Am Dienstag, dem 2. März, ist Saisonbeginn im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen. Nach 3 Monaten Winterpause wieder der Betrieb wieder aufgenommen. Dann ist es Di-Fr, So und Feiertags von 10:00-17:00 Uhr geöffnet. Neben Loks und Wagons gibt es auch eine urige Feldbahn oder für besonders muskelbepackte die Handhebeldraisine. Führungen sind möglich. Schulklassen kommen gucken. Am So/Feiertag fährt der historische Wismarer Schienenbus von 1936 zwischen Museum und S-Bahnhof Dahlhausen.

Besondere Termine bisher:

  • Am 9. & 10. März finden Dreharbeiten im  Eisenbahnmuseum statt. Das kann einerseits spannend sein aber auch zu Sperrungen von Anlagenteilen führen.
  • Nächster Workshop ist am 20./21. März 2010 um mal in die Museumsarbeit reinzuschnuppern, mit Abendessen und – auf Anfrage – auch Übernachtungsmöglichkeit
  • Nächste Museumstage sind am 17./18. April 2010, 10:00-18:00 Uhr, Dampfzug-Sonderfahrten, Fahrzeugausstellung auch anderer Museumsbahnen, buntes Rahmenprogramm, Modellbahnbörse
  • Sonderfahrten gibt es immer wieder

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Noch ein bisschen Theater:

Das Kleine Theater Essen am Gänsemarkt hatte heute die Uraufführung StrandHOCHzeit, eine „Kritische Komödie“ von Dirk Czora-Schröder:

„Ursel aus Altenessen hat nur einen Wunsch: Sie will endlich ihren Traumprinzen finden. In der Klatschpresse liest sie, dass Alfred Douglas Prinz von Queensbary in südlichen Gefilden Urlaub macht. Kurz entschlossen schnappt sie ihre beiden unehelichen Kinder und eilt an den Strand „zu Malle Orka“.“

Das datt nich ohne Komplikationen abgehen kann is doch wohl allen klar, oder? Zumal auch noch „Omma“ auftaucht.

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Oder lieber doch Varieté?

Das „GOP“ startet ab Mittwoch, dem 03. März mit neuem Programm: „Lachboden„, eine skurrile Show voller Geschichten und Artisten – Lebensfreude pur!

„Ein staubiger Dachboden, der sich in eine Bühne verwandelt. Überall schlüpfen Erinnerungen und verrückte Figuren aus altem Gebälk. Artistisch, humorvoll und schaurig schön skurril!“

Läuft bis zum 2.Mai 2010.

Außerdem gibt es dort noch Dinner & Show mit dem FC Ruhrgebiet:

„Der FC Ruhrgebiet besteht aus 22 Spitzenköchen und versteht sich als kulinarischer Motor der Metropole Ruhr, in der eine Vielzahl von Kulturen aus der ganzen Welt ihr zu Hause finden. Diese „neue Ruhrgebietsküche“ wird Ihnen nach einem Empfang als Fünf-Gänge-Menü im Wechsel mit der Varietéshow „Lachboden“ präsentiert.“

Weiß einer ob da noch Plätze frei sind?

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Lieber doch spielen?

Unter rauchenden Schloten – Das Ruhrgebiet im Spiel

Odyssee Europa – der Versuch eines Überblicks

Die Karte der Odyssee Europa, Zeichnung: Christoph Franz/raumlaborberlin (c)

Die Karte der Odyssee Europa, Zeichnung: Christoph Franz/raumlaborberlin (c)

Die Odyssee Europa findet derzeit statt: Sechs Schauspiele und eine Irrfahrt durch die Zwischenwelt.

Von sechs Häusern aufgeführt: Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Dortmund, Schauspiel Essen, Schlosstheater Moers, Theater an der Ruhr, Theater Oberhausen (und unterstützt von raumlaborberlin und RUHR.2010).

Sechs AutorenGrzegorz Jarzyna, Péter Nádas, Emine Sevgi Özdamar, Christoph Ransmayr, Roland Schimmelpfennig, und Enda Walsh.

Medienecho:

fluter.tv-Video auf YouTube mit einem Interview von raumlaborberlin (aus Sep.09):

MiR

MiR außen zur blauen Stunde, Quelle: Wikipedia, Urheber: MiR Gelsenkirchen, Lizenz: CC-BY-SA 3.0

MiR außen zur blauen Stunde, Quelle: Wikipedia, Urheber: MiR Gelsenkirchen. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

ist nicht etwa eine ehemalige russische Orbitalstation sondern das Musiktheater im Revier am Kennedyplatz in Gelsenkirchen.

Ein paar Links:

Anfahrt ist sehr gut geregelt: Parkplätze gibt es in der Roland- und Königsstraße (ab circa 1 Stunde vor Programmbeginn), Straßenbahnlinien 107, 301 und 302 halten direkt dort, Theatertaxi kann bestellt werden, Theaterticket ist auch VRR-Ticket. Programm wird bei Downloads veröffentlicht, Jahresabos verschiedenster Ausprägung sind zu kriegen.

Am 8. Januar findet dort der Prolog der Ruhr.2010 statt. Aufzeichnung der Sendung vor Publikum ab 19.30 Uhr, einstündige Sendung im ZDF ab 22:35 Uhr.

Das MiR widmet sich außerdem im Kulturhauptstadtjahr dem Thema „Brücken“. Es wird sich am „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“ beteiligen (Internetoper, Ballett) und am „!SING – Day of Song“. Zudem findet der „Internationale Märchenkongress“ in den Räumen des MiR statt.