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Industriekultur als Dachmarke!?

Eröffneten die Industriekulturtagung auf der Zeche Zollern in Dortmund: (v.l.) LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, Karl Jasper vom NRW-Wirtschaftsministerium, Karola Geiß-Netthöfel, Direktorin des RVR, LVR-Direktorin Ulrike Lubek sowie Dortmunds Kulturdezernent Jörg Stüdemann.
Der idruhr meldet: “Charta zur Zukunft der Industriekultur präsentiert” und zwar auf der Tagung “Industriekultur 2020. Positionen und Visionen für Nordrhein-Westfalen” in Dortmund. Veranstalter der heute und morgen stattfindenden und mit 280 Teilnehmern ausgebuchten Tagung sind: NRW, LWL und LVR, der RVR, sowie die Städte Dortmund und Essen.
Nicht nur im Ruhrpott, nein - in ganz NRW soll die Industriekultur als starke Dachmarke installiert? etabliert? werden. Der Pott macht es mit der Route der Industriekultur vor und auch an anderen Stellen kenne ich Museen zum Thema, aufbereitete und umgenutzte Gebäude und Gelände (siehe die schöne Linkliste auf Industriekultur-aktuell). Aber ein Alleinstellungsmerkmal für ein ganzes Bundesland? Hmmm, andere Länder haben / nutzen ihr altes Industrieflair nicht? Naja, vielleicht nicht so doll.
Die Charta enthält Anregungen zur Selbstverpflichtungen und Empfehlungen zu den Zielen:
- Industriedenkmäler sollen als Impulse für die Stadtentwicklung genutzt und der Industrietourismus gefördert
- Qualitätsstandards ausgebaut werden
- mit dem industriellen Erbe will man denkmalgerecht umgehen und authentische Orte ebenso erhalten wie das Wissen (was auch noch weitergegeben gehört).
Allerdings fallen mir da spontan so ein paar Orte ein wo es mit dem Denkmalschutz nicht so doll bestellt ist (z. B. Zeche Alma).
Finanziell stemmen will man das wohl indem Unternehmen eingebunden werden und auf ehrenamtliches Engagement gesetzt wird. Ein durchaus schon praktiziertes Unterfangen, siehe Ruhr.2010 mit den dort beteiligten Firmen und den kostenlos arbeitenden Volunteers. Vermutlich heutzutage auch nicht mehr anders zu stemmen, schade.
Wer sich genauer einlesen will hier der Link auf die Pressemitteilung.
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Tiger und Schildkröte
Nachdem ich vor einiger Zeit schon den Artikel zum Angerpark und der Heinrich-Hildebrand-Höhe geschrieben hatte (und deshalb vor Ort ein paar Fotos gemacht hatte) war ich jetzt auf einer der Baustellenführungen, die kurz nach Beginn der Aufstellung stattfanden.
Drei Elemente stehen bereits, derzeit noch extra abgesichert durch Stützen und Abspannungen, aber ein wenig kann man sich schon vorstellen wie es einmal aussehen wird.
“Tiger & Turtle – Magic Mountain” ist eine Großskulptur vom Künstlerduo Heike Mutter und Ulrich Genth. Ursprünglich sollte sie im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 aufgestellt werden, aufgrund der komplexen Bauweise hats ein wenig länger gedauert.
Es ist ja eine Art begehbare Achterbahn auf 17 Stützen mit einem dreidimensional gebogenen Stahlrohr als Träger, das feuerverzinkt (passt gut zur MHD auf dessen Zink-Schlackeberg und Sanierungshalde sie stehen wird) und mit Gitterrosten als Stufen versehen ist. Wie eine echte Achterbahn windet sich die Strecke auf und nieder in Bögen und Kurven, formt sogar einen Looping.
An der niedrigsten Stelle gibt es einen (abschließbaren) Einstieg, dann kann man fast die gesamte Strecke (220m) ablaufen, einzig der Looping ist aus sicherheitshalber gesperrt (wobei es aber z.B. in Detlefs Notizblog schon Überlegungen gibt wie schnell man sein müsste um durchlaufen zu können;-)).
Die höchste begehbare Stelle ist 13 Meter über Grund, das macht dann mit den 35 Metern der Deponie schon einen guten Ausblick auf den Duisburger Süden, die HKM und andere Industriebetriebe, ein wenig vom Rhein und mehr vom Angerbach.
Jede einzelnen Stufe (wie viele sind das eigentlich?) musste ganz individuell gefertigt werden, da sich durch die Biegung ebend jedesmal eine andere Fläche ergab (sowohl in der Größe als auch im Ausschnitt, praktisch keine Stufe ist exakt rechteckig). Ebenso natürlich auch die Befestigung am Tragrohr, die Stäbe für die Seitenverkleidung und das Geländer.
Das ganze Teil wird – analog zu einer Brücke – auch sicherheitstechnisch abgenommen und alle paar Jahre wieder überprüft. Pech und Pleiten wie beim Horizontobservatorium (immer noch abgestützt wegen Fehler bei den Schweißnähten) und Diebstahl von Metall wie bei anderen Bauwerken im Ruhrpott (Erzbahnstrecke, Brücken in Ückendorf, usw.) sollen sich nicht wiederholen. Zur Sicherung wird es eine Videoüberwachung geben.
In den Handläufen wird eine LED-Beleuchtung integriert, sodass sich Nachts die Achterbahn auch als Lichtskulptur zeigen wird.
An so einem Teil arbeiten auch sehr viele Leute mit: 3D-Modell (Arnold Walz, Designtoproduction), Statik (Prof. Michael Staffa, Andreas Hertel, ifb-Berlin), Projektarchitekten (Sonja Becker, Rüdiger Karzel, bk2a Köln), weitere Projektpartner (Stadt Duisburg, Bezirksregierung Münster, Ministerium für Umwelt NRW) und nicht zuletzte das Kulturhauptstadtbüro Duisburg 2010 unter Leitung von Frau Dr. Söke Dinkla.
Nur durch die Landesmitteln der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 konnte das Projekt überhaupt angegangen werden, finanziert wird es außerdem durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union im Rahmen des Ökologieprogramms im Emscher-Lippe-Raum (ÖPEL) und mit Unterstützung privater Förderer, wie Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) im Verbund mit Vallourec & Mannesmann Tubes (V&M) und der Sparkasse Duisburg sowie der Stadtwerke Duisburg AG. Wer genaue Zahlen weiß – her damit!
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ERIH in der Kohlenwäsche
Auf Zollverein, in der ehemaligen Kohlenwäsche ist das Ruhrmuseum untergebracht, lohnt sich auch mehrfach da hin zu gehen. Aber hinten links, hinter dem Block mit den Eintrittskarten, ganz in der Ecke an der Glastür zum Treppenhaus – da gibt es noch was interessantes. Da geht es nicht nur aufs Dach der Kohlenwäsche (toller Ausblick!) sondern zur Ausstellung “Route der Industriekultur” plus 360° Kinofilm zum Ruhrpott. War jetzt schon ein paar mal da und find immer noch was Neues.
Ganz neu – und ich habs auch noch nicht erlebt – ist dort jetzt auch die Europäische Route der Industriekultur zu sehen.
“Wo steht die älteste Fabrik der Geschichte oder die größte Dampfmaschine der Welt? Die Europäische Route der Industriekultur (ERIH) verknüpft die wichtigsten Standorte des industriellen Erbes in Europa zu einem spannenden Netzwerk, das vom finnischen Verla bis ins spanische Bilbao reicht. Das Portal der Industriekultur auf Zollverein präsentiert ab sofort 63 der derzeit 850 Standorte der ERIH auf einem Monitor und eine große Europakarte zeigt alle ERIH-Standorte, die zugleich UNESCO-Welterbestätten sind.“
Ist doch mal wieder ein Grund hinzufahren!
Öffnungszeiten und Preise:
- Bis 30. September 2011: täglich 10.00 bis 20.00 Uhr
- 1. Oktober 2011 bis 31. März 2012: täglich 10.00 bis 18.00 Uhr
- Eintritt: 2 Euro/erm. 1 Euro, Kinder und Jugendliche: 50 Cent,
- Familien 4 Euro bzw. 2 Euro.
- Fon +49 201 2 4 6 8 10
- ruhr.visitorcenter@zollverein.de
- www.zollverein.de
- Bilder
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Meine Lieblingsorte im Ruhrpott
Nicht nur
weil ich die Bildzeitung nich mag (aber auch um etwas dagegen zu setzen), nicht nur weil Ruhr.2010 ja vorbei ist (aber Menschen und Kultur natürlich bleiben), nicht nur weil ich Industrie und Landschaft meiner Heimat mag (aber auch weil ich mir diese Heimat als Zugezogener erarbeitet hab), nicht nur weil Listen so schön sind (aber auch weil Listen vergleichen viel Spaß mach), nicht nur … aber auch
… meine Lieblingsorte im Ruhrpott.
Fangen wir heute mal mit den bekannteren Sachen an:
- meine Lieblingshalde Rheinelbe (toller Rundblick, verwunschener Wald, Forsthaus des Ruhrgebiets, Skulturen von Herman Progann) in meinem Lieblingsstadtteil Ückendorf
- das Unperfekthaus, kurz UpH in Essen, zweites Wohnzimmer, Speakerscorner, Präsentation&Shop, Gastronomie&Hotel, Treffpunkt&Bühne, MultiKulti, Fragmentierte Metropole, einfach genial und inzwischen mit Fortsetzung Generationenkult
- Halde Hoheward zwischen Recklinghausen und Herten mit dem ewig abgestützten Horizontobservatorium und der märchenhaften Drachenbrücke (übrigens mit Geocache Siegfried;), liegt so schön nah und greifbar wenn ich mal aufen Aussichtspunkt ruff will
- Die Ruhrauenbrücken am Spaghettiknoten, dichter Verkehr und weite Landschaft, von Menschen zusammengepferchte Bauwerke und ruhige Natur mit Fluss und Viechern, Ruhrpott auf kleinstem Raum
- Jahrhunderthalle Bochum, nicht nur weil da Urbanatix läuft sondern auch wegen Westpark und Bochumer Verein
- Alsumer Berg, Mekka der Nachtfotografen und nahebei der Matena Tunnel, auch Schimanski Tunnel genannt und schön schaurig marode
- Kunstquartier Hagen, mit dem Osthaus Museum (erster großer Mäzen vom Ruhrpott) inklusive dem fantastischen Raum “Die Architektur der Erinnerung” von Sigrid Sigurdsson und dem Schumacher Museum (wobei ich mich bei letzterem immer wieder Frage: Ist das Kunst oder kann das wech?)
- das Cafe Ewald an der gleichnamigen Zeche, einerseits Touri- und Radfahrer-Einkehr, andererseits morgens um 5:30 schon alles für einen langen hungrigen Tag parat
- Eisbahn an der Kokerei Zollverein im Winter und das Werksschwimmbad im Sommer
wird fortgesetzt….
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Brandschutz auf Zollverein
Watt is da denn schon wiedda loss?
Auf der Zeche Zollverein, Weltkulturerbe, Vorzeigeding der Ruhr.2010 sind im letzten Jahr tausende und abertausende Menschen herum gelaufen, habden sich in der Kohlenwäsche das Ruhrmuseum angeschaut, von der Mannschaftsbrücken Fotos auf das Gelände oder Warteschlagen gemacht, Currywurst am Bus gegessen und Kunst und Kultur, sowie Industrie und Denkmal bewundert.
Und die waren jetzt alle gefährdet weil der Brandschutz gar nicht ordentlich war?
Na, wers glaubt … . Ich denk ja mehr an die kleinen, innerpolitischen Spielchen zu Rechnungen, Leistungen, Nachbesserungen, Fördergeldern, usw. Aber macht euch am besten selbst ein Bild.
Dafür hier ein paar Links:
- ImmobilienZeitung am 28. März: Gehen auf Zollverein in Essen die Lichter aus? und am 29. März: Zollverein Essen: “Eine Schließung ist nicht zu befürchten”
- DerWesten, 27. März: Macht das Essener Bauamt Zollverein dicht?
- RP Online, 26. März: Streit um offene Rechnungen auf Zollverein
- DerWesten, 25. März: Geliebtes Millionengrab – Kommentar von Jens Dirksen
- DerWesten, 25. März: Millionenstreit im Weltkulturerbe Zollverein
- DerWesten, 17.März: Landschaftsverband Westfalen-Lippe steigt bei Zollverein aus
- Bodo Hombach, Grußwort zu 10 Jahre Freunde Zollverein, 23. März, gefunden auf DerWesten
- …
Wer noch was interessantes findet bitte melden.
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