Stillleben A40 – datt Grünzeuchs

die noch leere A40 mit Hochbeet in der Mitte, (c) eigenes Bild

die noch leere A40 mit Hochbeet in der Mitte (c) eigenes Bild

Ich hab sie damals am 18. Juli 2010 beim Still-Leben Ruhrschnellweg nicht selbst gesehen. Dazu war ich leider nicht früh genug da, schließlich haben die über 70 ehrenamtlichen Kartierer ihre Untersuchungen schon um 8:30 Uhr (mit Sondergenehmigung) auf der gesperrten Strecke.

Randstreifen in Mülheim, Bild von Frank Vincentz, Wikipedia, Lizenz cc-by-sa 3.0

Randstreifen in Mülheim, Bild von Frank Vincentz, Wikipedia, Lizenz cc-by-sa 3.0

Das Projekt war initiiert worden von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet und dem Bochumer Botanischen Verein, hatte Unterstützung bekommen von NABU, BUND, den Unis Bochum und Köln sowie weiteren lokalen naturforscher Gruppen. Die 60 km lange A 40 wurde in zehn Abschnitte eingeteilt und Mittelstreifen und Randstreifen auf das Gesamtspektrum der Pflanzensippen und insbesondere das Vorkommen von Salzpflanzen sowie von Arten der Roten Liste NRW untersucht.

Was wächst denn da? Bild von Frank Vincentz, Wikipedia, Lizenz cc-by-sa 3.0

Was wächst denn da? Bild von Frank Vincentz, Wikipedia, Lizenz cc-by-sa 3.0

Es gibt bereits bereits ein paar Berichte zu der Aktion bzw. ihrem Ergebnis:

Ganz einfach war die Aktion nicht, schließlich gab es vorher eine lang anhaltende Dürreperiode und leider kurz vor dem Still-Leben eine Mähaktion an den Mittel- und Randstreifen, dennoch kamen 441 Sippen zusammen, davon 86% auf dem Mittelstreifen.

Aktuelle Infos gibt es in einem Vortrag der Biologin Corinne Buch am 22. Februar um 18 Uhr im Haus der Technik in Essen.

 

Fahrplanwechsel im VRR

Der "alte" VRR-Plan, Patrick Popiol, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Der "alte" VRR-Plan, Patrick Popiol, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Nun, ja. Der Werbespruch lautet: Mehr RE für NRW!„. Mit dem Zusatz Pendeln wird bequemer.

Ok, kann man so sehen. Gilt bestimmt auch für ein paar Leute im Ruhrpott oder Rheinland. Aber noch mehr Leute haben davon eher Nachteile, IMHO.

Egal, bleiben wir mal bei den Fakten (alle Angaben ohne Gewähr, schaut am besten selbst nochmal auf die Infoseiten vom VRR, ZRL und Nahverkehr.NRW, ich hab selbst immer Schwierigkeiten durch die entsprechenden Pressemeldungen durchzusteigen;-):

Die RE2 (Rhein-Haard – Express) von Münster über Essen nach Duisburg biegt jetzt nach Düsseldorf (Flughafen und Hbf) ab, statt über Rheinhausen, Krefeld und Viersen nach Mönchengladbach zu fahren. In Duisburg kann man in die RE11 umsteigen, die ab dort die alte Streckenführung übernimmt. Die RE2 fährt jetzt eine halbe Stunde versetzt, kommt um xx:31 oder xx:33 in Duisburg an und die RE11 fährt um voll dort ab. Fahrzeitverlängerung nach Mönchengladbach eine halbe Stunde (dafür spart man von Münster nach Düsseldorf jetzt 10 Minuten). Aber du sitzt bequemer weil es mehr Waggons gibt, ein Doppelstockwagen wird hinten angehängt. Wo der herkommt? Dreimal darfst du raten, er wird (größtenteils) von anderen Strecken abgezogen, auch von der RE11 (um fair zu bleiben: ein paar Waggons wurden auch neu angeschafft). Die RE 11 kriegt dann generalüberholte und klimatisierte! Elektro-Triebzüge vom Typ ET 425 Plus in Doppeltraktion.

Fahrpläne: RE2, RE11, Schnellverkehrsplan

Die RE11 (Rhein-Hellweg – Express) fährt dafür jetzt nicht mehr Düsseldorf – Duisburg – Essen -Dortmund – Hamm – Paderborn sondern Mönchengladbach – Krefeld – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm, Schluss. Wer nach Paderborn will sollte mal auf die RE1 (NRW – Express) schauen, deren Strecke von Aachen – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Essen – Dortmund – Hamm bis nach Paderborn verlängert wurde. Normalerweise mit stündlichem Takt, nach Paderborn allerdings nur noch 2stündlich. Da steigt man doch gerne in einen IC oder ICE um, oder? Über die Anschlusszeiten rede ich jetzt lieber gar nicht erst.

Fahrpläne: RE1, Schaubild neue RE Strecken

Die Verkehrsbetriebe sprechen von Taktverbesserungen, zum Beispiel „Zudem entsteht im Hauptkorridor zwischen Hamm und Duisburg sowie zwischen Essen und Düsseldorf ein angenäherter 20-Minuten-Takt.“ Was ein angenäherter 20-Minuten-Takt ist? Drei Züge innerhalb von 30 Minuten und dann mehr als eine halbe Stunde lang gar nix (siehe DerWesten).

Etwas positives aber dann doch noch zum Schluss: Die RE13 (Maas-Wupper-Express) darf jetzt endlich durchfahren bis in die Niederlande nach Venlo. Die Strecke (Hamm – Unna – Hagen – Wuppertal – Düsseldorf – Neuss – Mönchengladbach – Viersen – Venlo) wurde zwar schon länger bedient aber jetzt dürfen die Züge der Eurobahn persönlich durchfahren (Zulassung wurde endlich auch für die fünfteiligen Triebzüge erteilt), der Umstieg in die vorsintflutartigen Ersatzzüge entfällt. Zwar kein Verdienst der DB aber trotzdem gut für die Fahrgäste;-).

Siehe auch: Fahrplan RE13, Zughalt.de

Pro-Bahn sieht die ganze Sache auch durchaus kritisch wird aber meist nur mit den wenigen positiven Aussagen zitiert. Hier könnt ihr mal die ganze Stellungnahme nachlesen. Toll wäre es wenn der RRX käme.

Parkautobahn A42 im Schnelldurchlauf

LittleDevilCom ist die Parkautobahn A42 abgefahren, Sonntags morgens und in beide Richtungen. Zusammengerafft auf 3 Minuten sieht das so aus:

Radweg Lipper Heide

westlich der Ripshorster Brücke Richtung Gehölzgarten Foto (c) RVR

westlich der Ripshorster Brücke Richtung Gehölzgarten Haus Ripshorst Foto (c) RVR

Die neue 2 km lange Strecke „Lipper Heide“ auf einer alten Werksbahntrasse der ThyssenKrupp AG führt vom Knappenviertel in Oberhausen (genauer vom ehemaligen Coil-Lager zwischen Knappenstraße und Mellinghofer Straße) über die B 231 (war schon vorher fertig) zur Hausmannsbrücke und dann vorbei am Gleispark Frintrop (ehemaliger Rangier- und Güterbahnhof) und der Riphorster Wellenbrücke und dann zusammen mit dem renaturierten Läppkes Mühlenbach unter der noch aktiven Bahnstrecke hindurch bis zum Gehölzgarten Haus Ripshorst. Dort ist der Rad- und Wanderweg  an den Emscher Park Radweg angebunden. Abstecher im Gleispark Frintrop führen nach Essen Frintrop und Dellwig.

Bahnunterführung für Weg und Bach Foto (c) RVR

Bahnunterführung für Weg und Bach Foto (c) RVR

Die Brücken auf der Strecke mussten saniert werden und sollen jetzt einen einheitlichen Anstrich in verschiedenen Grautönen und Rot bekommen haben (ich war noch nicht da;-). Auch gerade wegen der Brücken und der Unterführung (derzeit noch ein Provisorium bis der Bach fertig gestaltet ist) hat der ganze Umbau 3,2 Mio Euro gekostet (90% EU und NRW Gelder im Rahmen des Ökologieprogramms Emscher-Lippe (ÖPEL) und 10% RVR-Eigenmittel).

Damit können die Leute vom Haus Ripshorst (dort gibt es eine Fahrradverleihstation und auch Parkplätze) nicht nur auf den bekannten Emscher Park Radweg sondern auch auf vernünftigen Wegen Richtung Süden zur Knappenhalde oder dem Hostel Veritas (in der ehemaligen Zeche Oberhausen) fahren. Find ich gut.

Danke Bahn – auch ausem Ruhrpott!

Der Verkehrsclub Deutschland hat eine nette Aktion gestartet um unserer Deutschen Bahn endlich auch mal Danke zu sagen!

Die ziehen das natürlich für ganz Deutschland auf:

Schöne neue Bahn - Wir sagen Danke!

„Mit der aktuellen Kunden- und Qualitätsinitiative der DB − Wetterschutz an mehr Bahnhöfen, verständliche Durchsagen oder bessere Erreichbarkeit der Bahncard-Hotline − bleibt kein Bahnkundenwunsch unerfüllt. Daher ist es, gerade nach diesem pannenfreien heißen Bahnsommer, an der Zeit einfach mal Danke zu sagen. Dabei dürfen wir aber auf keinen Fall vergessen, dass die Bahn jahraus, jahrein unzählige Fahrgäste an ihr Ziel bringt − und das in vielen Fällen günstiger, klimaschonender und sicherer als mit dem Auto! Dafür sagen wir ausdrücklich: Danke!“

Und vergessen auch nicht aktuelle Beispiele zu nennen:

  • Danke für den Sparpreis, den wir fast schon mal gekriegt hätten.
  • Danke, dass der Bahnhof in der schwäbischen Metropole unter die Erde kommt, damit endlich die Bäume und unsere Steuergelder verschwinden.
  • Danke, dass wir uns im Sommer das Geld für die Sauna sparen konnten.
  • Danke, dass das Preissystem immer wieder Überraschungen für uns bereithält.
  • Danke, dass wir Fahrräder problemlos, sofern sie in ihre Einzelteile zerlegt sind, im ICE mitnehmen können.
  • Danke, dass Ostdeutschland weitestgehend vom Fernverkehr abgehängt wurde.
  • Danke für das Engagement im Ausland und die tollen Prestigeprojekte − jetzt da unser Schienennetz flächendeckend in bester Ordnung ist und schon lang keine Strecke mehr stillgelegt wurde.

Aber ich bin der Meinung, dass auch die kleinen lokalen Freuden genannt werden sollten. Gerade die ausem Ruhrpott. Deshalb auch mein wirklich von Herzen kommender Dank an die Deutsche Bahn für . . . .

  • die wunderbare, zielgruppenorientierte Abstimmung der Fahrpläne hier im Pott, sodass ich zum Durchqueren der Metropole Ruhr immer wieder Zeit habe die fehlenden Bahnhofsbilder für die Wikipedia zu machen.
  • Essen Hbf vorher, Bild von Fschuetz, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.5 US

    Essen Hbf vorher, Bild von Fschuetz, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 2.5 US

  • der Umbau des Hauptbahnhofes Essen, der nicht nur wunderhübsch anzusehen und sehr übersichtig gestaltet (Plan) ist sondern auch einen echten Mehrwert für …, äähh, …, ich überleg noch, … gebracht hat. Bestimmt wirst du auch bald die anderen versprochenen Bahnhofserneuerungen ähnlich schick angehen, ich kann ja warten, kein Problem, lass dir Zeit. Ich hab einen großen Regenschirm und einkaufen tu ich da eh nich.
  • Essen Hbf nachher, Bild von Wiki05, Wikipedia, Lizenz: public domain

    Essen Hbf nachher, Bild von Wiki05, Wikipedia, Lizenz: public domain

  • die sinnvollen Änderungen an den Streckenführungen, zum Beispiel beim RheinHaardExpress, der nicht mehr nach Krefeld und Mönchengladbach fahren wird sondern nach Düsseldorf. Studenten haben ja Zeit und können dann umsteigen.
  • die aparte Lärmschutzwand an der Bahnstrecke Münster – Essen (HaardBahn), die durch unser Dorf gezogen wurde und jetzt alle Hasen und Igel, Blumen und Kräuter, Sitzbänke und Zäune und alles sonstige unter 1,20 Meter Größe vor dem lauten Brausen der Züge schützt. Danke Bahn, vom Dachflächenfenster meines Schlafplatzes kann ich jetzt auch viel besser auf die nächtlichen Güterzüge achten.

Und überhaupt – das tolle Sponsoring für die Ruhr.2010 lässt dich, meine liebe Deutsche Bahn, doch auch gleich viel netter erscheinen als die blöde Geschichte mit dem Zug der Erinnerung damals.

Deswegen sage auch ich: Danke Deutsche Bahn!


Über Wasser gehen – die neue Seseke

eingedeichte Seseke in Lünen, (c) eigenes Bild

Die eingedeichte Seseke in Lünen, (c) eigenes Bild

Die Seseke wird umgebaut, ja sie ist es in weiten Gebieten schon und vor allen Dingen: Es fließt schon sauberes Wasser!

Ähnlich wie bei der Emscher findet auch im Flusssystem Lippe der Rückbau von den alten Abwasserkanälen (Köttelbecke) zu einem naturnahen Flussläufen statt. Hier ist der Lippeverband allerdings schon etwas weiter, der unterirdische Abwasserkanal ist seit 2004 fertig und hat das gesamte Schmutzwasser aufgenommen. Es wird zu den Klärwerken (Bönen und Kamen) geleitet und dort gereinigt in die Zuläufe der Seseke eingeleitet, in die Körne und den Rexebach.

Umbau der Seseke, (c) eigenes Bild

Umbau der Seseke, (c) eigenes Bild

Derzeit stehen die Bagger und Arbeitsmaschinen an vielen Abschnitten der Seseke und heben die Betonplatten aus dem Flussbett, flachen die Ufer ab, schaffen neue kurvige Verläufe, legen Hindernisse zur Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit hinein und machen sonst noch alles was man so zur Renaturierung tut. Das sieht erst mal brutal aus wenn das Grün weggekratzt wird und der Boden offen liegt, es wird aber 2011 dann ein weiteres Stück zurück zur Natur sein.

Wegweiser des Kunstprojektes, (c) eigenes Bild

Wegweiser (c) eigenes Bild

Begleitet wird das ganze im Kulturhauptstadtjahr durch ein Kunstprojekt (wie könnte es auch anders sein?-), es heißt „Über Wasser gehen“. 12 renovierte Künstler denken sich etwas zum Thema Landschaftsumbau, Renaturierung, Transformation … aus. Einige stellten Skulpturen in die Landschaft, z. B. Schaukeln oder bauen etwas in den Fluss hinein, z. B. einen Kanal oder eine Insel. Manche sind nur in der Ausstellungszeit von Juni bis September zu sehen, viele sollen permanent an Ort und Stelle bleiben. Bei einigen sind die Bürger gefragt um mitzugestalten, sich einzubringen.

Karte am Infopunkt, (c) eigenes Foto

Karte (c) eigenes Foto

Alles wichtige zum Kunstprojekt kannst du im Wikipedia-Artikel nachlesen (den hab ich heute geschrieben, hat länger gedauert als die Kunstwerke zu besuchen;-). Oder du schaust auf die Homepage, da ist vieles gut beschrieben inkl. Karte und Navi-Adresse.

Permakulturelle Seseke, (c) eigenes Bild

Permakulturelle Seseke, (c) eigenes Foto

Am Samstag war ich den ganzen Tag bei wechselndem Sonnenglück an der Seseke unterwegs und hab die Kunstwerke gesucht. Der Fahrradweg scheint gut ausgeschildert zu sein aber 50 km und mehr trau ich meinem Knie noch nicht zu und hab deshalb mit Auto und Navi geschaut was ich wo finde. Ein paar sind mir verloren gegangen aber das kann ich ja noch nachholen. Hier ein paar Eindrücke:

  • Ich hatte gedacht am Kunstwerk Nr. 1 Permakulturelle Seseke von Jeroen Doorenweerd an der Mündung der Seseke in die Lippe gäbe es bestimmt Infomaterial, aber Pustekuchen. Die einzige Infostation war an Nr. 6, der Pixelröhre, und die war zu.
  • Selbstbildnis auf der Pixelröhre, (c) eigenes Foto

    Selbstbildnis auf der Pixelröhre, (c) eigenes Foto

    Die Pixelröhre ist übrigens genauso von Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt wie das Verkehrswesen.B 233. Damit hat das einzige Doppel dann zwei Kunstwerke erstellt. Wobei die Pixelröhre wirklich genial ist!

  • So einige sind noch nicht fertig: Bei JETZT und der Fluss von Christian Hasucha werden noch die Steine in die Gabionen geschichtet, bei Landschaft im Fluss von  Thomas Stricker fehlt es noch an der Bepflanzung, bei Line of Beauty – das fünfte Klärwerk von Susanne Lorenz sind sowohl Bepflanzung als auch Radweg noch nicht fertig.
  • Trautes Heim im Reservat, (c) eigenes Bild

    Trautes Heim im Reservat, (c) eigenes Bild

    Sehr gut gefallen weil im Detail sehr witzig ausgeführt hat mit Reservat von Markus Ambach. Ihr müsst da unbedingt zwischen Auto- und Fußgängerbrücke mal raunterschauen und entdecken wer da wohnt.

  • Die Stufen zur Körne von Danuta Karsten sahen im Abendlicht sehr schön aus („dieses Licht!“), aber mit ein paar spielenden Schulkindern wäre die Bilder bestimmt besser geworden.
  • Stufen, Tische, Sitze? (c) eigenes Foto

    Stufen, Tische, Sitze? (c) eigenes Foto

    Der Versuch mit auf die Kissenlandschaft bei Sichtungen gehörter Stille von Tom Groll zu setzen hat mir eine feuchte Hose eingebracht, die Sandsäcke waren leider durchnässt.

  • Die Überwachungskamera der Abnehmende Aussicht von Bogomir Ecker könnt ihr als Webcam verfolgen, nur glaubt nicht allen Bildern, ok?!
  • Den Kahn von der Klasse Löbbert und Hogarth´s Dream von Diemut Schilling hab ich leider nicht gefunden.
  • Abends an der A2/B61 (c) eigenes Foto

    Abends an der A2/B61 (c) eigenes Foto

    Dafür kenn ich jetzt aber die beiden Klärwerke in Kamen und Bönen und hab noch Fotos vom Ostpol des Ruhrpotts, dem Förderturm der Zeche Königsborn III/IV, Schacht IV, gemacht.

  • Ich muss zu einigen Stellen unbedingt nochmal Abends im Dunkeln hin!

Weitere Bilder findet ihr im Facebook-Fotoalbum.

Wolfgang Winter

Naturerlebnisführer Ruhrgebiet

Was macht man bei so einem Dauerregenwetter? Draußen rumwandern oder radfahren und sich dabei eine dicke Erkältung holen? Eher nicht. Dann doch lieber sich hinsetzen und die nächsten Touren planen. Denn ein paar spät sommerlich schöne Tage werden wir bestimmt noch bekommen.

Dazu möchte ich dir den, vom LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW) herausgegebenen Naturerlebnisführer Ruhrgebiet empfehlen.

Übersichtskarte

Übersichtskarte

Das „Kerngebiet“ des Ruhrpotts von Duisburg bis Dortmund, im Norden mit Oberhausen, Bottrop, Gladbeck, Gelsenkirchen, Herten, Recklinghausen und Castrop-Rauxel, im Süden mit Mülheim a.d.R., Essen und Bochum und mittendrin noch Herne sind in der Übersichtskarte dargestellt. Durch Anklicken einer Stadt wird ein passender Kartenausschnitt mit speziellen Flächen ausgewiesen. Leider klapp das aber noch nicht mit allen Städten, Gelsenkirchen zeigt nur die Meldung: „Diese Seite wird vorbereitet“. Und bei den speziellen Flächen (grad von Mülheim) sind noch nicht alle fertig.

Beispielseiten

Beispielseiten PDFs

Diejenigen aber, die bereits abrufbar sind, gefallen mir sehr gut. Es gibt immer zunächst eine allgemeine Info über das Gebiet und dann die Tourenbeschreibung per mehrseitigem, bebildertem PDF-Download und oft einem knapperen, zusammenfassendem Faltblatt mit Karte (ich empfehle immer beides mitzunehmen).

Faltblattbeispiel

Faltblattbeispiel

Alternativ können die Daten auch online durchblättert werden: Streckenlänge im Kilometern mit Zeitangaben für Fußgänger und Radfahrer, Beschaffenheit der Strecke für Rollstuhl oder Kinderwagen. Naturtipps pro Jahreszeit, wie das Froschkonzert im Frühling, die schlüpfenden Libellen im Sommer oder die Waldfärbung im Herbst, Besonderheiten und Naheliegendes werden erwähnt, Anfahrtshinweise, Markierung der Parkplätze, Spielplätze, Essen und Trinken runden den Service ab.

Nehmen wir mal ein paar Beispiele:

  • Duisburg – eines von 9 beschriebenen Gebieten sind die Rheinauen von Eppingen bis Beeckerwerth. Die 12km lange Tour hat 7 beschriebene Beobachtungspunkte, von der Anlegestelle der Rheinfähre über Altstromrinne, Brachflächen (im Winter mt arktischen Gänsen), kleine Weiher bis zum Ausblick vom Deich. Das PDF hat 6 Seiten, Faltblatt mit Karte vorhanden.
  • Oberhausen – die Tour im Kaisergarten ist zwar deutlich kürzer (1,5km), hat aber auch 7 Punkte und ist mit Tiergehege (meist einheimische Tiere und auch Streichelzoo) und Altarm der Emscher (Enten und andere Wasservögel) besonders was für kleine Kinder. Außerdem ist der Eintritt in den Kaisergarten inkl. Zoo kostenlos! Das Faltblatt ist nicht mehr ganz aktuell, noch kein Hinweis auf Minigolf und Bogenschießen.
  • Essen – zum Weltkulturerbe Zollverein gibt es einen 10seitigen Bericht mit einer umfangreichen Linksammlung zum Schluss, ein guter Einstieg in dieses weitläufige und vielseitige Gelände. Natürlich gibt es auch was zur Schurenbachhalde mit der Bramme. Außerdem aber auch noch zu weniger bekannten Punkten wie das Tal des Oefter Baches, den Schellenberger Wald oder den Ruderalpark Frintrop.
  • in Herten finde ich die schöne Ecke mit dem Emscherbruch (inkl. Ewaldsee) und die weniger bekannte Halde Hoppenbruch aber keinen Bericht zur Halde Hoheward (na ja, dazu gibt es ja wirklich genügend anderes Material;-).
  • in Bochum sind unter anderem beschrieben: Westpark, Kemnadersee, Harpener Teiche und Zeche Hannover.
  • in Dortmund neben Hohensyburg und Dellwiger Bachtal auch Bolmke oder Süggel.

Mein Fazit: Einfach mal stöbern und schauen wo und wie du den einen oder anderen Ausflug in die Natur machen kannst. Die Beschreibungen sind immer flexibel aufgebaut, es muss nicht eine Strecke ganz abgelaufen oder abgeradelt werden. Alles sehr praktische Tipps und Infos, dazu weiterführende Links und appetitmachende Fotos. Lohnt sich.