Flipstar – Kein schöner Land – weichgespült

Ich geb es zu, ich hab den Song von Flipstar „Kein schöner Land“ (der Metropole Ruhr gewidmet) noch nicht vollständig gehört, selbst schuld. Napster bietet mir diese Version nur als 30 Sekunden Track an, der Rest kostet extra.

Was ich mir allerdings komplett angehört habe ist der „alte“ Song. Und den mag ich lieber. Der kommt ehrlicher rüber.

Der hat zwar nervige Klavier-Klimper als Rhythmusunterlage aber das darf doch wohl bei einem Rap so sein, oder? (ist ungefähr so wie am Anfang dieser Hörprobe, aber härter und durchgängig). Mir jedenfalls lieber als ein Frauenchor am Straßenrand und weichgespülte Synthesizer im neuen Song (einfach mal weiter rein hören). Und überhaupt – wo ist der Jim Beam on the Rocks geblieben? So wie seine Beats aus der Box – rausgeschnitten? Und statt bei McDonalds wird jetzt mit den Junges gefuttert? Im Ruhrpott, wo bald der Rubel rollt? Und im neuen Text rollt´s ebend nicht mehr. Reim dich oder ich fress dich, der Wortwitz bleibt auf der Strecke.

Ok, ok, ok, die Aufzählung der Ruhrpott-Städte ist jetzt RVR-korrigiert, Wuppertal ist nicht mehr drin. Und statt 3:30 gibt es jetzt immer 4:15 Minuten. Liegt vermutlich daran, das wirklich versucht wird alle 53 Städte aufzuzählen. Den genauen Text der neuen Fassung kannst du hier nachlesen.

Sorry, nö, nein Danke für den Scheiß, den ihr verkauft.

Wobei – etwas Gutes hatte die Aktion. Ich hab mir auf Napster erst mal das Album Schwarzes Gold angehört. Das Teil stammt schon aus 2005 und ist ein sehr gemischter Sampler deutscher Raps ausem Pott. Absolut hörenswert. Zum Beispiel die Lyriks aus dem tollen, irgendwie SciFi Intro:

Sehen sie nicht wie schön es hier ist? Es ist alles nicht sehr luxuriös, ich weiß. Aber das brauchen wir auch nicht. Ich mag dieses Land, ich mag die Menschen, die hier leben. Ich will nicht, das sie unglücklich werden. Ich nehme an, Sie werden das verstehen.

Ruhrpott for Life. Was geht ab.

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