Tag 100

Nun, da war ich wohl zu früh mit meiner Bilanzierung nach dem ersten Quartal. Jetzt, mit dem Tag 100, geht es auf einmal los. Ist irgendwie beruhigend, denn worüber man spricht das ist wenigstens noch da ;-).

EIn paar zusammengesuchte Stücke:

  • Eine Fotostrecke von Der Westen, die ich letzte Tage schon mal genannt hatte. Sehr gemischt (das find ich positiv) aber der zum Himmel schauende Fritz und der zurückgelehnte Franz-Josef sind Ärgernisse für visuelle Menschen (egal).
  • Da macht der Westen mit einem halbherzig-kritischen Artikel dann weiter. Ja, ja, wir geben geld für Ruhr 2010 aus und streichen woanders Kultur weg. Das wissen wir inzwischen, ok? Erzähl mir mal was Neues.
  • Gudrun Norbisrath hat da schon etwas mehr Mumm um zu vergleichen mit Weimar, zum Beispiel. Warum finde ich diese Kommentare eigentlich niw bei en Zeitungen selbst?
  • Die Ruhr.2010 zieht eine positive Bilanz (hatten wir auch schon)

War doch wohl nich sooo viel neues. Mal schauen was es morgen dazu noch gibt.

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Flipstar – Kein schöner Land – weichgespült

Ich geb es zu, ich hab den Song von Flipstar „Kein schöner Land“ (der Metropole Ruhr gewidmet) noch nicht vollständig gehört, selbst schuld. Napster bietet mir diese Version nur als 30 Sekunden Track an, der Rest kostet extra.

Was ich mir allerdings komplett angehört habe ist der „alte“ Song. Und den mag ich lieber. Der kommt ehrlicher rüber.

Der hat zwar nervige Klavier-Klimper als Rhythmusunterlage aber das darf doch wohl bei einem Rap so sein, oder? (ist ungefähr so wie am Anfang dieser Hörprobe, aber härter und durchgängig). Mir jedenfalls lieber als ein Frauenchor am Straßenrand und weichgespülte Synthesizer im neuen Song (einfach mal weiter rein hören). Und überhaupt – wo ist der Jim Beam on the Rocks geblieben? So wie seine Beats aus der Box – rausgeschnitten? Und statt bei McDonalds wird jetzt mit den Junges gefuttert? Im Ruhrpott, wo bald der Rubel rollt? Und im neuen Text rollt´s ebend nicht mehr. Reim dich oder ich fress dich, der Wortwitz bleibt auf der Strecke.

Ok, ok, ok, die Aufzählung der Ruhrpott-Städte ist jetzt RVR-korrigiert, Wuppertal ist nicht mehr drin. Und statt 3:30 gibt es jetzt immer 4:15 Minuten. Liegt vermutlich daran, das wirklich versucht wird alle 53 Städte aufzuzählen. Den genauen Text der neuen Fassung kannst du hier nachlesen.

Sorry, nö, nein Danke für den Scheiß, den ihr verkauft.

Wobei – etwas Gutes hatte die Aktion. Ich hab mir auf Napster erst mal das Album Schwarzes Gold angehört. Das Teil stammt schon aus 2005 und ist ein sehr gemischter Sampler deutscher Raps ausem Pott. Absolut hörenswert. Zum Beispiel die Lyriks aus dem tollen, irgendwie SciFi Intro:

Sehen sie nicht wie schön es hier ist? Es ist alles nicht sehr luxuriös, ich weiß. Aber das brauchen wir auch nicht. Ich mag dieses Land, ich mag die Menschen, die hier leben. Ich will nicht, das sie unglücklich werden. Ich nehme an, Sie werden das verstehen.

Ruhrpott for Life. Was geht ab.

Cortés The Killer

Letztes Jahr „Ich war noch nie am Bosporus“ gesehen? Das Teestuben-Theater Made in Marxloh, im Medien-Bunker? Von Dirk Schwantes? Das Stück war ein Geheimtipp, handelte von Sehnsucht und auch von deutsch-türkischen Menscheleien. Mit Dias, Musik, einer liebevoll eingerichteten Teestube und kleinen Geschichten. Entstanden aus Interviews mit Menschen aus Duisburg, die tatsächlich schon mal am Bosporus waren.

Nun denn, ob du da warst oder nicht – vielleicht interessiert dich das nächste Stück von Dirk Schwantes und Katja Wiefel. Es ist wieder ein Teil der Duisburger Akzente, diesmal auch Teil der Ruhr.2010: Cortés The Killer!

Zitate von der passend düster gestalteten Präsentation:

„Das tragisch-komische Theaterstück erzählt mit stimmungsreichen Bildern und Live-Musik von der Entdeckung, Eroberung und Zerstörung anderer Kulturen und von den Kindern, die sich dem Erbe und den Taten ihrer Väter nicht entziehen können.“

Der Duisburger Schauspieler Wilhelm von Hoegen erzählt und spielt Hernán Cortés. An seiner Seite spielt der junge Marxloher Gitarrist Christian Finzel seinen Sohn Martín.“

Dort findest du auch noch weitere Infos, ein Video, die restlichen Termine.

Premiere ist zwar erst in sechs Wochen am Sonntag, dem 23. Mai um 20:00 Uhr aber die Karten könntest du dir ja jetzt schon besorgen, ehe sie weg sind. Kosten 8 Euro und sind zu kriegen bei der Lotto Annahmestelle Grafen und beim Ruhr.Visitorcenter Duisburg. Spielort ist dann die helden.bühne in Duisburg-Ruhrort. Alle Infos im Detail auf der Webseite.