Im Bunker nix Neues?

ImBunkerNixNeues

ImBunkerNixNeues

Heute (4.4.) war der letzte Tag in der Eröffnungsausstellung im Luftschutzbunker Sodingen in Herne. Die 1. Ausstellung zu dem Ruhr.2010 Projekt „Starke Orte„. Keine Sorge, wenn du die verpasst hast, es wird bestimmt wieder neue Ausstellungen in dem Bunker geben – dafür ist der einfach zu gut geeignet und dafür gibt es einfach zu viele interessante Künstler in Herne. Und Starke Orte gibt es auch noch eine ganze Menge!

Die 133 Künstlerinnen und Künstler haben zumeist gemalte, gedruckte oder fotografierte Bilder ausgestellt. Aber auch einige Skulpturen, Lichtkunstwerke oder Installationen waren dabei. Die Kunst war vielseitig, teilweise überraschend, teilweise handwerklich interessant.

  • Gleich nach dem Eingang auf dem Boden: „Für Nüsse“ von Christoph Werdelmann, eine Installation im Holzrahmen mit den leeren Nussschalen. Leider war ich nicht da als er die Nüsse geknackt und an die Besucher verteilt hat, kostenlos natürlich, für Nüsse eben.
  • Ganz hinten in einer Ecke die Installation „Raumgespinst“ aus Draht und Torf von Regine Rostalski. Erinnert mich stark an ein Insektennest.
  • Auf dem Boden ein paar Schieferplatten auf denen ein Hase hockt. Er ist aus kleinen durchsichtigen Plexiglaskugeln in deren Inneren wiederum Plastikbildchen eines Hasen gebastelt sind. Das „Geburtstagspräsent an Dürer“ stammt von Patrick Alexander Deventer und nimmt Bezug auf die Naturstudie Feldhase.
  • „Spannende Lektüre“ von Rolf Pötter besteht aus drei Collagen, die Männeroberkörper beim Lesen von Büchern zeigt. Erst auf den zweiten Blick geht mir auf das dort Zeitschriftenschnipsel das Gesicht formen.
  • Die Tussibilder von Annegret Schrader verführen mich fast zum Kauf, zumal sie mit 90,-€ meinem Geldbeutel angemessen wären. Faszinierend ist die Verarbeitung von Garnen ins Bild, der Tüllrock weht richtig, die Haare fliegen.
  • „On-Off“, ein Diptychon von Richard A. Cox, würde aber wohl nicht in unser Wohnzimmer passen. Die beiden cirac 2 mal 2 Meter großen Platten zeigen alle paar Sekunden in Grün das ON und in Rot das OFF. Mit Beleuchtung und dem Hintergrundgeräusch des Schaltens.
  • Aus Schuhspannern hat Ilse Hilpert ihre Installation „SpannerUnterwegs“ erstellt, die in einer Ecke grün-grau leuchtende Insekten auf schwarzem Grund zeigt.
  • Barbara Grosse hat einen Riss in der Wand und auf dem Boden des Bunkers zum Kunstwerk umfunktioniert und damut das Motto mt dem Raum zu kommunizieren ernst genommen. Verschiedene Münzen stecken in dem Spalt und ziehen sich bis zur Decke. „hey, ich war da!“ ist der Titel.
  • „Keine Schonkost“, Überschriften und Textzeilen aus Zeitungen, angeordnet auf einem Teller, von Irmgard Potthoff hat schon den Eingang in eine Zeitungsmeldung geschafft. Auf der Homepage mit Bild!
  • „claire obscur“ ist eine 4-teiligee Lichtobjekt von H.R. Rey. Die Künstlerin hat zeitgleich eine Einzelausstellung „Deja Vu“ in der nahe gelegenen Akademie Mont Cénis.

Irgendwie hab ich mal wieder mehr Installationen als Bilder beachtet, sehr seltsam;-). Und der raum , er Bunker an sich aht auch stark auf mich gewirkt. Alleine die Toiletten waren schon Kunst an sich.Oder die Treppen. Oder …

Insgesamt eine sehr lohnende Sache, organisiert vom Künstlerbund Herne. Hier noch ein paar Fotos von mir:

(alles eigene Bilder, Lizenz: cc-by-sa 3.0)

Weitere Bilder von mir findest du auf meiner Facebook-Seite.

%d Bloggern gefällt das: