Umspannwerk Recklinghausen

Recklinghausen Umspannwerk 2005, Bild von Stahlkocher, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Recklinghausen Umspannwerk 2005, Bild von Stahlkocher, Wikipedia, Lizenz: cc-by-sa 3.0

Das Umspannwerk wurde 1928 nach den Plänen von Carl Lill errichtet und besteht aus zwei Schalthäusern und dem angeschlossenen Wohngebäude für die Arbeiterfamilien. Der Strom wurde von Hoch- (110kV) auf Mittelspannung (10kV) für die Versorgung der Stadt herunter transformiert. Eigentlich wurden damals solche Stationen offen gebaut, hier wurde aber wegen der Umweltverschmutzung (Kohlestaub, Ruß) und der Nebelbildung durch die nahe Emscher ein Gebäude bevorzugt. Mehrfach umgebaut wurden die Anlagen im Ziegelgebäude Ende der 1980er Jahre stillgelegt, unter Denkmalschutz gestellt und zu einem Museum rück-/umgebaut. Teile der Technik im Inneren blieben dabei erhalten und konnten schon ab 1994 besichtigt werden. Das Museum „Strom und Leben“ wurde dann Ende 2000 eröffnet. Da war die VEW schon mit der RWE fusioniert. Umgespannt wird immer noch, allerdings in Transformatoren, die jetzt hinter dem gebäude im Freien stehen (ist ja heutzutage nicht mehr so staubig im Pott;-).

Plakat, um 1930 (c) Umspannwerk Recklinghausen. Museum Strom und Leben

Plakat, um 1930 (c) Umspannwerk Recklinghausen. Museum Strom und Leben

Im Museum gibt es Abteilungen zu Haushalt, Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe. Die erhaltenen Transformator-Anlagenteile werden ebenfalls vorgestellt. Daneben jede Menge alte elektrische Haushaltsgeräte, die Einrichtung eines Friseursalons der 1930er Jahre, Musikboxen, eine Straßenbahn. Vieles darf angefasst werden, Experimente zeigen spielerisch die Fähigkeiten von elektrischem Strom auf.

Weniger bekannt ist die umfangreiche, nach Anmeldung auch zu besichtigende / benutzbare Bibliothek mit Schwerpunkt Geschichte der Elektrotechnik, mit dem Unternehmensarchiv der VEW (mit  100.000 Photographien und 30.000 Negativen) und mit circa 40.000 Bänden des VDEs (Verband Deutsche Elektrotechniker).

Im Rahmen der Ruhr.2010 finden zwei Ausstellungen und andere Aktionen im Umspannwerk statt:

  • ab Morgen (14.März) : „elektrisierend! – Werbung für Strom 1890 bis 2010″ (Flyer)
  • am Samstag (20. März): Eröffnungsfest zum Kulturkanal im Stadthafen Recklinghausen (Museum ist bis 22.00 Uhr auf)
  • am 5. Oktober öffnet das Fotoarchiv und über 200 bisher unveröffentlichte Bilder werden in „Revier unter Strom“ gezeigt.

Weitere Infos: Route der Industriekultur, Wikipedia, DerWesten, EnergieKulturRuhr

5 Antworten

  1. Wenn ich in einem Versorgungsunternehmen arbeite für mich ja eigentlich ein Muß, oder? Besuch auch mal auf die Liste gesetzt (gestern schon🙂 ).

  2. Ja,

    ich wollt auch mal wieder hin, spätestens zur Eröffnungsfeier des KulturKanals. Es gibt so viel zu gucken und so wenig Jahr😉.

    LG

  3. […] Umspannwerk Recklinghausen « Ruhrpott2010's Blog […]

  4. Das Umspannwerk Recklinghausen ist nicht stillgelegt! In den 1990er Jahre wurde die alte luftisolierte Anlage zu einer Schwefelhexaflurid-Anlage umgebaut und transformiert nach wie vor 110kV zu 10kV. Die Station ist ein wesentlicher Baustein der Versorgung Recklinghausens.

  5. Hallo Juscha,

    danke für den Hinweis. Ich hab den Artikel entsprechend korrigiert!

    LG
    Nati

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