Deutschland8er im DEK versunken

Deutschland8er aus 2009 (c) Pressefoto Fotograf Martin Steffen

Deutschland8er aus 2009 (c) Pressefoto Fotograf Martin Steffen

Das Ruderleistungszentrum des Deutschlandachters liegt in Dortmund an der Westerholz 87. Das ist schon fast das Ende des Dortmund-Ems-Kanals zwischen Hardenberghafen und Stadthafen Dortmund. Es ist leider nicht bekannt in welche Richtung sie fuhren aber auf dem Satellitenbild sieht man eigentlich nur auf der Fahrt nach Norden Ruderboote im Wasser. Aber natürlich wird der Kanal auch von größeren Schiffen befahren. Und so ein Tanker war wohl ein wenig zu flott oder machte aus einem anderen Grund (Einbiegen ins Hafenbecken?) eine größere Welle.

Mal der Reihe nach:

  • Zwei Achter waren auf der Trainingsstrecke, einer wollte nach 4,5 km (Höhe Schwieringhausen?) den Tanker überholen um noch ein wenig freie Fahrt zu haben. Eine Welle schwappte über Bug ins Ruderboot, das lief voll und die Jungs saßen im Wasser. Das hört sich erstmal lustig an, ist aber bei dem Wetter wohl saukalt und viele Klamotten haben die ja auch nicht an.
  • Der Trainer Ralf Holtmeyer war mit seinem Motorboot in der Nähe und zog einen Teil der Mannschaft aus dem Wasser. Den Rest nahm Coach Werner Nowak, der wenig später am Unfallort eintraf, auf. Der untergegangene Achter trieb an der Wasseroberfläche, wurde vom zweiten Achter gesichert und später von den Motorbooten zurückgeschleppt.
  • Zurück im Trainingslager hatte keiner mehr Lust aufs Rudern, statt dessen ging es (zum Aufwärmen?) aufs Ergometer, Fahrrad oder in die Sauna. Glücklicherweise scheint niemand ernsthaft erkrankt zu sein. In wenigen Tagen ist das zweiwöchige Frühjahrs-Trainingslager im heimischen Ruderzententrum auch beendet.

Wenn du auf dem laufenden bleiben willst, die Jungs zwitschern inzwischen auch.

Deutschland8er von 2009 (c) Pressefoto Fotograf Martin Steffen

Deutschland8er von 2009 (c) Pressefoto Fotograf Martin Steffen

So ein Achter ist übrigens 17,50 m lang, wiegt knapp unter 100 kg, hat eine circa 15 cm hohe Seitenkante (über die das Boot volllief), schafft eine Renngeschwindigkeit von maximal 25 km/h (zwischen dem 10. und 25. Schlag), im Durchschnitt ca. 23 km/h (das sind ungefähr 12 Knoten), jeder Ruderschlag bringt circa 500 Watt Zugkraft pro Person! Die Weltbestzeit für die 2.000 m Strecke beträgt 5:19,85 Minuten (USA, Olympische Spiele 2004 in Athen, Finale, 15. August 2004), die Bestzeit des Deutschland-Achters: 5:21,85 Minuten (Weltmeisterschaft 2006 in Eton, Finale, 27. August 2006).

Das Bild zeigt den Deutschland8er von 2009 mit dem damaligen Hauptsponsor Evonik. Dieser hat Ende 2009 planmäig die Unterstützung abgeschlossen, derzeit wird ein neuer Hauptsponsor gesucht. Vielleicht sollten die Jungs mal die Tankerfirma anschreiben?

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