Tag 59

Xynthia ist immer noch aktiv und nervt gewaltig. Da ist nämlich so ein Deckeldingsbums am Ende des Metallrohrs unseres Schornsteins abgegangen und wackelt fleißig oben hin und her – und schläg natürlich jedesmal an ebend dieses Metallrohr wieder an. Nun, morgen mal den Schornsteinfeger anrufen, der war letztens da zum Kehren und hat datt da vermutlich nich richtig angeklemmt wiedda. Schlimmer Junge.

———————————————————————-

Am Dienstag, dem 2. März, ist Saisonbeginn im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen. Nach 3 Monaten Winterpause wieder der Betrieb wieder aufgenommen. Dann ist es Di-Fr, So und Feiertags von 10:00-17:00 Uhr geöffnet. Neben Loks und Wagons gibt es auch eine urige Feldbahn oder für besonders muskelbepackte die Handhebeldraisine. Führungen sind möglich. Schulklassen kommen gucken. Am So/Feiertag fährt der historische Wismarer Schienenbus von 1936 zwischen Museum und S-Bahnhof Dahlhausen.

Besondere Termine bisher:

  • Am 9. & 10. März finden Dreharbeiten im  Eisenbahnmuseum statt. Das kann einerseits spannend sein aber auch zu Sperrungen von Anlagenteilen führen.
  • Nächster Workshop ist am 20./21. März 2010 um mal in die Museumsarbeit reinzuschnuppern, mit Abendessen und – auf Anfrage – auch Übernachtungsmöglichkeit
  • Nächste Museumstage sind am 17./18. April 2010, 10:00-18:00 Uhr, Dampfzug-Sonderfahrten, Fahrzeugausstellung auch anderer Museumsbahnen, buntes Rahmenprogramm, Modellbahnbörse
  • Sonderfahrten gibt es immer wieder

————————————————————

Noch ein bisschen Theater:

Das Kleine Theater Essen am Gänsemarkt hatte heute die Uraufführung StrandHOCHzeit, eine „Kritische Komödie“ von Dirk Czora-Schröder:

„Ursel aus Altenessen hat nur einen Wunsch: Sie will endlich ihren Traumprinzen finden. In der Klatschpresse liest sie, dass Alfred Douglas Prinz von Queensbary in südlichen Gefilden Urlaub macht. Kurz entschlossen schnappt sie ihre beiden unehelichen Kinder und eilt an den Strand „zu Malle Orka“.“

Das datt nich ohne Komplikationen abgehen kann is doch wohl allen klar, oder? Zumal auch noch „Omma“ auftaucht.

—————————————————-

Oder lieber doch Varieté?

Das „GOP“ startet ab Mittwoch, dem 03. März mit neuem Programm: „Lachboden„, eine skurrile Show voller Geschichten und Artisten – Lebensfreude pur!

„Ein staubiger Dachboden, der sich in eine Bühne verwandelt. Überall schlüpfen Erinnerungen und verrückte Figuren aus altem Gebälk. Artistisch, humorvoll und schaurig schön skurril!“

Läuft bis zum 2.Mai 2010.

Außerdem gibt es dort noch Dinner & Show mit dem FC Ruhrgebiet:

„Der FC Ruhrgebiet besteht aus 22 Spitzenköchen und versteht sich als kulinarischer Motor der Metropole Ruhr, in der eine Vielzahl von Kulturen aus der ganzen Welt ihr zu Hause finden. Diese „neue Ruhrgebietsküche“ wird Ihnen nach einem Empfang als Fünf-Gänge-Menü im Wechsel mit der Varietéshow „Lachboden“ präsentiert.“

Weiß einer ob da noch Plätze frei sind?

———————————–

Lieber doch spielen?

Unter rauchenden Schloten – Das Ruhrgebiet im Spiel

Advertisements

Odyssee Europa – der Versuch eines Überblicks

Die Karte der Odyssee Europa, Zeichnung: Christoph Franz/raumlaborberlin (c)

Die Karte der Odyssee Europa, Zeichnung: Christoph Franz/raumlaborberlin (c)

Die Odyssee Europa findet derzeit statt: Sechs Schauspiele und eine Irrfahrt durch die Zwischenwelt.

Von sechs Häusern aufgeführt: Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Dortmund, Schauspiel Essen, Schlosstheater Moers, Theater an der Ruhr, Theater Oberhausen (und unterstützt von raumlaborberlin und RUHR.2010).

Sechs AutorenGrzegorz Jarzyna, Péter Nádas, Emine Sevgi Özdamar, Christoph Ransmayr, Roland Schimmelpfennig, und Enda Walsh.

Medienecho:

fluter.tv-Video auf YouTube mit einem Interview von raumlaborberlin (aus Sep.09):

Herdecke – die Stadt zwischen den Ruhrseen

Herdecke Bachviertel, Bild von Jochen Schneider, Wikitravel.org. Lizenz: cc-by-sa

Herdecke Bachviertel, Bild von Jochen Schneider, Wikitravel.org. Lizenz: cc-by-sa

Nun geht es mit dem Local Hero wirklich weg vom Rhein und hin zur Ruhr. Herdecke wurde direkt am Fluss gegründet. Zum einen war der Wasserlauf wichtig für Blaufärber, Stoffdrucker und Lohgerber und zum anderen war die flache Furt, wo sich Nord-Südwege mit den Pfaden entlang der Ruhr trafen, ein idealer Marktplatz.

Die Stadt mit circa 25.000 Einwohnern liegt zwischen Hengsteysee und Harkortsee im Ardeygebirge. Als Eisenbahnbrücke über die Ruhr gibt es ein schickes, 30Meter hohes Viadukt.

Alte Postkarte von Ruhrtal bei Herdecke (mit Viadukt)

Alte Postkarte von Ruhrtal bei Herdecke (mit Viadukt)

Und mit dem historischen Bachviertel hat Herdecke eine sehr schöne Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern. Die Seen liefern viele Freizeitmöglichkeiten (Ausflugsboote, Kanu fahren, rudern, segeln, tauchen, schwimmen, fischen, drumrum laufen oder Inliner fahren) und Energien, z. B. mit dem Koepchenwerk und dem Cuno-Kraftwerk, siehe auch den speziellen Wanderweg. Fluss, Berge und historische Machtverhältnisse lieferten viele Herrenhäuser und Adelssitze, u. a. Haus Schede, Haus Mallinckrodt, Haus Kallenberg, Haus Ende (siehe auch die Infos der Stadt). Der Berg selbst liefert einen auch heute noch wichtigen Exportartikel: den Ruhrsandstein. Was er nicht oder nur sehr wenig geliefert hatte war Kohle. Es gab zwar mal 1840 die Tagebau-Zeche „Angst und Bange“, wirklich erfolgreich war sie in den 20 Jahren ihres Bestehens nicht.

Koepchenwerk, Bild von Markus Schweiss, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Koepchenwerk, Bild von Markus Schweiss, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Wirtschaftlich steht Herdecke durchaus auf gesunden und vielen Beinen, da gibt es den Idealspaten, das anthroposophische Gemeinschaftskrankenhaus, einen Steinbruch, Farben, Beschichtungen und Baufolien und Arzneimittel, um nur einige zu nennen. Aber es gab und gibt auch Krisen, früher durch den Wegfall der Blaudruckerei Habig, heute durch den Weggang von Westfalia.

Du kannst in und um Herdecke gut wandern und radfahren (Ruhrtalradweg, WestfalenWanderWeg, Kaiser-Route, …), laufen (Herdecker Laufserie, Sackträgerlauf), auf dem Jakobsweg pilgern, Golf spielen, plantschen im Freizeitbad am Bleichstein, ins Kino (bietet auch spezielle Filmwochen) oder Theater gehen, eine Stadtführung mitmachen (ganz ungewöhnlich: es führen auch Kinder) und noch so einiges mehr. Vielleicht magst du mal beim Heimatverein reinschauen? Oder du schaust dir mal Bilder an, die die Herdecker selbst von ihrer Stadt machen.

Auch bei der Local Hero Woche sind die Aktionen der Herdecker das wichtigste. Sie haben den Motto wörtlich genommen und präsentieren im Programm fast nur einheimische Künstlerinnen und Künstler. Dabei kommt so einiges zusammen:

„Von der Kinomatinee, über Lesungen bis hin zu Theateraufführungen, von Chorkonzerten, über Coverrock, Jazz und Folkloremusik bis zur klassischen Musik wird Herdecke ein attraktives und facettenreiches Programm bieten. Bekannte Herdecker Malerinnen und Zeichner, Bildhauerinnen und Skulpturenkünstler öffnen ihre Ateliers und gewähren interessierten Besuchern Einblicke in die Welt ihres Schaffens. Eine Initiative von freien Künstlern hat sich gebildet und in Anlehnung an die Lage Herdeckes an der Ruhr einen Fluss der Kunst durch die Stadt geplant.“

Viele der Veranstaltungen sind zudem kostenfrei zu besuchen (trotzdem wichtig: Platzkarten besorgen!), ein Punkt der mir immer wieder in den Städten positiv auffällt.

Gestartet wird heute mit einer Film-Matinee (drei Kurzfilme und eine Überraschung) im Onikon inkl. Sekt und Croissants. Nachmittags, wenn das Wetter nichts wegweht, geht es mit den Freiluft-Installationen „Stadt-Kunst-Fluss Herdecke“ weiter (vom Kulturhaus bis zur Ruhr wurde ein sinnbildlicher „Fluss der Kunst“ installiert, die Künstler sind heute vor Ort), dazu findet auch die Vernissage in der Goethestraße statt. Abends gibt es Musik, weitere Ausstellungen und Theater. Überhaupt macht Herdecke ganz viel Musik: JeKi, Klavierquartett, südamerikanische Rythmen, irische Folklore und viel Jazz.