Bahnstrecken Benelux – Ruhrpott

Eiserner Rhein. Karte von Thomas Barthels, Wikipedia. Lizenz: Public Domain

Eiserner Rhein. Karte von Thomas Barthels, Wikipedia. Lizenz: Public Domain

Der Eiserne Rhein ist eine historische Bahnstrecke vom Hafen Antwerpen bis nach Rheydt, die für den Gütertransport reaktiviert werden soll. Auf deutscher Seite läuft er durch Dalheim, Wegberg und Rheindahlen und mündet in die Strecke von Köln über Mönchengladbach, Viersen nach Krefeld (auch teilweise stillgelegt bzw. eingleisig). Es sind auch Querverbindungen via Neuss/Düsseldorf oder anderer Strecken ins Ruhrgebiet denkbar. Belgien möchte die Strecke für den Güterverkehr nutzen, die EU-Kommission will sie als transeuropäische Strecke unterstützen. Alternativ gibt es Pläne eine neue Trasse an der A52 entlang zu bauen, was ziemlich viel teurer wird und ebenfalls zu Protesten führt. Weitere Infos.

Derzeit benutzt wird eher die Montzenroute. Sie liegt weiter südlich, umgeht die Niederlande und ist 60 km länger sowie mit Viadukten und Rampen beglückt.

Betuweroute bei Dodewaard, Bild von Nederbetuwe, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Betuweroute bei Dodewaard, Bild von Nederbetuwe, Wikipedia. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Weiter nördlich, von Rotterdam kommend liegt die Betuweroute. In den Niederlanden (Karte) wurde sie neu gebaut um den Personen- und Güterverkehr zu trennen und die Strecke abseits der Wohnbebauung zu errichten. Trotzdem war dort die Strecke umstritten, auch wegen der hohen Kosten von fast 5 Milliarden Euro. Auf deutscher Seite führt die Route über Emmerich, Wesel nach Oberhausen und Duisburg (Karte). Sie soll mal dreigleisig werden und führt wegen der steigenden Zugzahlen und Lärmbelästigung auch zu Anwohnerprotesten.

Weitere Infos zu allen Routen bei der Uni Münster.

Mein Kommentar?

Da gibt es nun Feinstaubrichtlinien, der Straßentransport soll möglichst auf die Schiene verlagert werden. Die liegen aber den Anwohnern schwer im Magen auch wegen fehlender Lärmschutzmaßnahmen. Geld zum Ausbau einer Strecke ist vielleicht noch vorhanden aber nicht für einen Neubau abseits (im dichtbesiedelten Pott sowieso schwierig) oder umfangreiche Schutzmaßnahmen (Tunnel, Wände, Zugumrüstungen, …). Und für eine einfache Maßnahme wie die Reduzierung der Zuggeschwindigkeit auf maximal 50km/h fehlen die politischen Druckmittel. Dabei würde gerade das die Bahn in wirtschaftlichen Zugzwang bringen.

%d Bloggern gefällt das: