Wer war das Pollo?

Leo´s Casa im Europahaus, eigenes Bild. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Leo´s Casa im Europahaus, eigenes Bild. Lizenz: cc-by-sa 3.0

Gestern war ja Einkaufsbummel in Essen angesagt. War nett. Die ganze Innenstadt. Nicht überlaufen. Die Eisbahn ist noch aufgebaut, daneben eine Schneerutsche mit dicken Gummireifen. Scheint echt Spaß zu machen.

Wir sind aber da um die Ecke gegangen zu Stratmanns Theater und dem dort angesiedelten Leo´s Casa. Genauer: 45127 Essen, Kennedyplatz 7, im alten Europahaus. Leider wird die Webseite wohl schon seit Monaten überarbeitet und gibt wenig mehr als Kontaktinformationen (Telefon: 49.201.8119870, Eigentümer: Extrablatt GmbH). Aber es gibt ja auch in Restaurants eigene Speisekarten;-).

Im Eingangsbereich von Leo sein Häuschen gibt es die Bar und einen Chillbereich. Schwarze Ledersesselchen, kleine Sofas auf der Heizung. Getränke und Minihappen für zwischendurch, jede Menge Zeitschriften zum blättern. Wir sind weiter durchgegangen und haben an einem der massiven Holztische PLatz genommen. Die Holzstühle mit Lederpolster erweisen doch als bequemer als sie aussehen.Die Einrichtung ist rustikal, mal was anderes, besonders die Deckenleuchter.

Einrichtung im Leo´s Casa, eigenes Bild.Lizenz: cc-by-sa 3.0

Einrichtung im Leo´s Casa, eigenes Bild.Lizenz: cc-by-sa 3.0

Der Service kommt prompt und nimmt schon mal Getränke auf. Mein Göttergatte und ich diskutieren die üblichen Sachen: jeder eine Vorspeise oder lieber eine teilen? Einer Nudeln, einer Pizza und dann tauschen? Da wir mit ÖPNV hier sind entfällt der dritte Punkt: wer fährt? In der Zwischenzeit kommt zwar nochmal der Kellner aber nicht die Getränke. Nun denn, ein frisch aus der Flasche umgefülltes Weizenbier und der naturtrübe Apfelsaft brauchen halt ihre Zeit. Später beschließen wir dann doch auf Wein umzusteigen, er einen Merlot (4,10€), ich einen Valdepenas Gran Reservba D.O. (5,70€), welcher sich als echter Glücksgriff erweist.

Unsere Wahl fällt auf Bruschetta als geteilte Vorspeise. Was sich als schwierig erweist da es genau drei sind. Aber wir kriegen das genauso geregelt wie den Tisch unbeschlabbert zu lassen (dank unserer Servietten, kleine Teller für jeden sind leider Fehlanzeige).

Als Hauptgerichte gibt es Pollo Spinaci (7,95€, mit Spinat gefüllte Hähnchenbrust und Rosmarinkartoffeln) und eine Pizza Crudo (10,90€, Parmaschinken, Ruccola, gehobelter Parmesan). Weitere Hähnchen-Gerichte, Lasagne und Gnocchi gibt es zu ähnlichen Preisen auf der speziellen Winter-Karte. Die Pizza ist auf der normalen Karte, sie ist mit Abstand die teuerste, die Auswahl bleibt übersichtlich.

Beim zweiten Weinglas kommt dann die Bedienung und fragt: „Wer war das Pollo?“. Es schmeckt zart, der Spinat ist kräftig gewürzt, die Rosmarinkartoffeln sind auf dem Punkt. Einzig die weiße Soße ist nicht identifizierbar, das Studium der Karte klärt zwar auf (Hollandaise) aber der Gaumen verweigert die Erkenntnis weiter standhaft. Die Pizza wird im Steinofen (mit Gasfeuer) zubereitet, Ruccola und Schinken kommen erst nachträglich drauf, nach meinem Geschmack gehört der Schinken schon eine Minute vor Schluss dahin. Ich hole das nach indem ich ihn direkt auf den dünnen und krossen Pizzaboden umbette. Die Berge an Ruccola ersetzen glatt einen Salat und sind netterweise von den Stängeln weitgehend befreit. Ganz schaffe ich die Pizza nicht, mein Göttergatte hilft die letzten Stücke zusammengeklappt aus der Hand zu vernichten.

Wir quatschen über Gott und die Welt, den Ruhrpott im allgemeinen und Essen im speziellen. Die Lautstärke im Casa hält sich in Grenzen, trotz größerer Gesellschaft am Nachbartisch. Insgesamt hat uns das Essen gefallen, es war für den Standort auch preiswert. Wenn wir allerdings nicht grad in der Gegend sind würden wir wohl nicht dafür so weit fahren sondern eher zu unserem Lieblingsitaliener gehen.

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